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11/04/2020

Warum ein "Oaschloch"-Satz auf Twitter ruhmreich wurde

Wiener Widerstandskraft zeigte sich nach dem Anschlag im Hastag-Trend "Oaschloch".

Es war ein kurzes Video, das noch während dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gefilmt wurde, das plötzlich in den Sozialen Medien besonders beliebt war:

„Schleich dich, du Oaschloch“, rief ein Mann dem Attentäter aus einem Fenster zu. Und ganz viele Leser fanden, dass das die einzig richtige Antwort war. Und es zeigte die Resilienz, die Widerstandskraft, die den Wienern in diesen schwierigen Stunden nachgesagt wurde. Wienerischer könne die Reaktion auf dieses menschenverachtende Verbrechen nicht sein.

Vor allem in den Sozialen Medien, und hier besonders auf Twitter, machte das Hashtag  „#SchleichdichduOaschloch“ die Runde, zweitweise war es das meist geteilte Wort des Kurznachrichtendienstes. Was so manchen über den Anschlag entsetzten Lesern vielleicht zum Schmunzeln anregte, hat aber einen ernsten Hintergrund. Der Name des Attentäters soll nicht, soll nie genannt werden, werden einige Terrorexperten nicht müde zu betonen. Um dem Attentäter und allen, die mit solchen Gräueltaten sympathisieren, keine Plattform und keine Öffentlichkeit zu geben.

Vorbild dabei war etwa die Reaktion der soeben wiedergewählten neuseeländischen Ministerpräsidenten Jacinda Adern. Die Sozialdemokratin hatte nach dem fürchterlichen Terroranschlag von Christchurch, bei dem 51 Menschen 2019 getötet wurden.

“Er ist ein Terrorist. Er ist ein Verbrecher. Er ist ein Extremist. Aber er wird, wenn ich über ihn spreche, namenlos bleiben“ (“He is a terrorist. He is a criminal. He is an extremist. But he will, when I speak, be nameless”), sagte Adern nach dem Anschlag, und die Medien hielten sich zum Großteil an ihre Worte. „Sprecht über die Opfer statt über den Namen des Mannes, der sie getötet hat. Der hat womöglich Bekanntheit gesucht, aber wir in Neuseeland werden ihm das nicht geben, nicht einmal seinen Namen.“

Übrigens gibt es sogar ein Plugin für den Webbrowser Chrome, der den Namen des Attentäters durch das Wort „Oaschloch“ ersetzt.

Die wichtigsten Geschichten im Überblick

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  • Reaktionen aus der Politik: Kurz verurteilt "widerwärtigen Terroranschlag", VdB "tief betroffen" (mehr dazu)
  • Spitäler halten zusätzliche Kapazitäten bereit (mehr dazu)
  • "Opendoors" - Wien zeigt sich solidarisch: Zuflucht angeboten (mehr dazu)
  • Macron zu Anschlag in Wien: "Werden nicht nachgeben" (mehr dazu)
  • Augenzeugenberichte: "Täter hat mitten in die Leute im Schanigarten geschossen" (mehr dazu)

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