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freizeit trending
03/31/2021

Streaming-Plattform Twitch: Stoppschild wird zum Phänomen

Ein normales Stoppschild in den USA wird von tausenden Menschen im Livestream verfolgt.

von Lisa Stepanek

Manche Trends kommen oft unvorhergesehen. Dass ein Stoppschild in den USA zum Internet-Phänomen wird, gehört wohl zu der Kategorie "Zufall". Auf der Streaming-Plattform Twitch erfreut sich die Community gerade an einem Livestream, der eine herkömmliche Straßenkreuzung zeigt. Das "Besondere" daran fällt erst bei längerer Beobachtung auf: Die Mehrheit der Autofahrer bleibt beim Stoppschild nicht stehen. Der Streamer "stopsigncam" gibt im Titel an, dass 98,73 Prozent der Autos nicht anhalten.

Tausende Menschen folgen dem Livestream schon seit Tagen. Nach der ersten Straßenkreuzung, die gefilmt wird, wurde inzwischen eine zweite Kamera an einem anderen Standort aufgestellt, um das Geschehen auch von dort live zu übertragen. Mehr als 50.000 Mal wurde jede der beiden Übertragungen bereits aufgerufen.

Die Community feiert

Die Nutzer, die bei Twitch während der Livestreams im Chat kommentieren können, sind enthusiastisch bei der Sache. Sobald ein Autofahrer tatsächlich einmal stehen bleibt, wird gefeiert. Und mitgezählt: Zum Beispiel welche Farben die Autos haben, wie viele Fußgänger zu sehen sind, wie viele Hunde und auch wie viele Autofahrer wirklich stehen bleiben. Sie stellen sich natürlich auch sachliche Fragen, etwa, ob der Stopp nicht erst ab drei Sekunden als "Stopp" gelten solle.

Ganz besonders gefeiert wurde auch ein Autofahrer, der offensichtlich wusste, an welcher Kreuzung gefilmt wurde. Er fuhr vor, stieg aus und machte einen Rückwärtssalto aus dem Stand. Der Clip davon hat auch auf Youtube mittlerweile mehrere tausend Aufrufe. Und obwohl in dem Livestream als Regel ausgegeben wurde, den Standort nicht zu verraten, hat sich auch die Polizei den Hype zunutze gemacht und Autofahrer, die regelwidrig weiterfuhren, aus dem Verkehr gezogen. Ob die Filmaufnahmen selbst legal sind, zweifeln auch manche User im Chat an.

Twitch wurde als Live-Streaming-Videoportal bekannt, das hauptsächlich von Gamern zur Übertragung von Videospielen wie Fortnite genutzt wird. Mittlerweile hat die Plattform, die 2014 von Amazon für 970 Millionen US-Dollar übernommen wurde, die Kategorien erweitert, sodass auch vermehrt Streams, die nicht zwangsläufig etwas mit Videospielen zu tun haben, gezeigt werden. Es soll aber aktiv mit dem Publikum interagiert werden, da die Mitglieder die Streamer bei Gefallen für ihre Inhalte bezahlen können. Twitch überträgt inzwischen auch professionell produzierte Streams großer E-Sports-Veranstalter.

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