Influencerinnen der Generation 60+ definieren altern neu

Influencerinnen der Generation 60+ definieren altern neu
Diese älteren Damen zeigen, was es bedeutet, im Alter stilsicher und selbstbewusst aufzutreten.

Ob Elon Musk sich Instagram und Facebook entzogen hat, weil er es leid war im Schatten seiner stylischen, hippen Mutter zu stehen? Hat ihn die Eifersucht gepackt?

Verdenken könnte man es ihm nicht, denn Maye Musk postet ein cooles Bild nach dem anderen. Mutter Musk ist Ernährungsberaterin, Unternehmerin, Autorin und ganz nebenbei auch noch Influencerin - sie hat 363.000 Follower bei Instagram und 53.000 bei TikTok. Ihre Mission scheint zu sein, durch Mode das Image der älteren Dame aufzupeppen und neu zu definieren. Und damit ist sie nicht alleine.

Iris Apfel ist ein Paradebeispiel - die 98-jährige New Yorkerin stellt sich bewusst gegen alle "altersgerechten" Stilregeln. Die  überdimensionierten Brillen mit den runden Gläsern und die bunte Kleidung hat ihr einen Kult-Status eingebracht, sie wird von der Modebranche und jüngeren Generationen gefeiert. 

Dieser ausgeflippte Stil wird von mehreren älteren Influencerinnen getragen: 

Helen Winkles Instagram Popularität geht seit 2013 steil bergauf - 3.8 Millionen Follower kann sie verzeichnen. Mit ihrem Motto - "Stealing your man since 1928" - hat sie in den letzten Jahr unglaublichen Erfolg eingeheimst und ihre Sponsoren reichen von Smirnoff bis zu der Modemarke Missguided. 

Auf der ganzen Welt, aber vor allem in Australien, ist Jenny Kee als Fashionikone bekannt. Mit ihren unvergesslichen Designs hat sie die High Fashion Szene revolutioniert. Sie durften nicht nur Kostüme für die Olympischen Spiele kreieren, aber auch schon Lady Diana einkleiden - Wahnsinn! Kee ist bei der Schöpfung ihrer Entwürfe, wie sie selbst meint, sehr inspiriert von dem Planeten Erde und der Natur.

Die ausgeflippten alten Damen, die von der Jugend gefeiert werden, bilden aber oft nicht das ab, mit dem sich die durchschnittliche Dame 60+ identifizieren kann. Doch es gibt auch Stilvorbilder, die ein realistischeres Bild präsentieren:

Die 63-jährige Amerikanerin Lyn Slater, mit 733.000 Abonnenten auf Instagram, wurde zur "versehentlichen Ikone", als sie anfing, Fotos von ihren Outfits zu veröffentlichen. Sie habe, so schreibt sie auf ihrem Blog, lange Schwierigkeiten gehabt, andere Plattformen oder Zeitschriften zu finden, die eine moderne, intellektuelle Ästhetik bieten würden, die sich an Frauen ihres Alters richteten, die ein "interessantes, aber gewöhnliches Leben" führten.

Susan Street: Geschieden und obdachlos. Ihre Geschichte beginnt wie die einer Superheldin - voller Schmerz und Kummer. Vor einem Jahrzehnt ging es Susan gesundheitlich gar nicht gut - sie litt an Diabetes, Bluthochdruck und oft wollte sie nicht einmal ihr Haus verlassen. Eines Tag entschied sie, dass sie ihr Leben ändern wolle. Sie begann bessere Entscheidung zu treffen und verlor viel Gewicht. Sie ist damit nicht nur aus ihrer dunklen Phase herausgelangt, sondern will auch, dass andere Frauen so etwas nie erleben müssen. Sie will Frauen inspirieren und die Barrieren der Generationen niederschmettern. 

Linda Rodin, 73 Jahre alt, arbeitete vor ihrer Pensionierung als Stylistin beim amerikanischen Modemagazin Harper’s Bazaar, und das macht sich auch in ihrem Stil bemerkbar. Ihren knapp 280.000 Followern präsentiert sie sich bevorzugt in Jeans, Streetwear und Sneakers.

Zu guter Letzt natürlich nochmals: Maye Musk. Diese wird mit Anfang 70 nicht müde, Zehn-Zentimeter-Absätze zu tragen und Beinschlitze zu offenbaren. Jedoch zeigt sie sich auch lässig in flachen Turnschuhen und wallender Bluse beim Ausflug mit den Enkelkindern - darunter stets der Hashtag #ItsGreatToBe72. Man erkennt keine Inszenierung, sondern das selbstbestimmte Auftritt einer emanzipierten Frau.

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