Arthur Elgort zählt zu den renommiertesten Mode-Fotografen unserer Zeit

© Arthur Elgort

Interview
02/13/2021

Starfotograf verrät Erlebnisse mit Kate Moss

Der amerikanische Fotograf Arthur Elgort (80) schoss das berühmte Foto von Kate Moss in Nepal ohne großes Set. Im Interview gibt er Einblicke hinter die Kulissen.

von Marlene Auer

Er hat Ikonen geschaffen: Arthur Elgort hatte bereits Top-Models wie Christy Turlington oder Cindy Crawford vor der Linse. Spätestens seit er Kate Moss auf einem Elefanten in Nepal ablichtete, ist er ein Star und zählt nun zu den renommiertesten Modefotografen unserer Zeit. Nun sind seine Werke in Wien zu sehen, für ein Interview erreichen wir ihn in den Hamptons. Er gibt dabei Einblicke hinter die Kulissen und in seine jahrzehntelange Karriere, die man noch nicht kennt.

freizeit: Mister Elgort, welches Bild haben Sie gerade vor sich?

Elgort: Das Wasser. Ich lebe ja in einem schönen Haus in den Hamptons.

Das wäre sicher auch eine tolle Location für ein Shooting.

Ja, wobei Schottland mein liebster Schauplatz und der schönste Ort dafür wäre, wegen der großartigen Landschaft. Ich habe dort auch einmal mit Linda Evangelista gearbeitet.

Und mit Kate Moss waren Sie in Nepal. Dort entstand das berühmte Foto von ihr auf dem Elefanten. Wie lange hat es gedauert, bis Sie das Bild im Kasten hatten?

Zehn Minuten. Ich bin ziemlich schnell. Am Set waren auch nur ein Trainer, der Elefant, Kate Moss und ich. Jedes Bild aus diesem Shooting war wundervoll. Ich werde diesen Moment nie vergessen, auch, weil ich alles selbst tun musste. Da war kein Assistent, kein Editor. Wir waren ganz unter uns.

Das Bild entstand im Jahr 1993. Halten Sie mit Ihren Models Kontakt?

Mit Kate Moss nicht so viel, denn sie lebt in England und ich in Amerika. Aber mit Christy Turlington etwa bin ich nach wie vor viel in Kontakt, sie wohnt auch in den Hamptons. Oder mit Cindy Crawford – generell sehe ich die Models in Amerika natürlich öfter als jene in Europa. Derzeit reist ja auch niemand um die Welt.

Haben Sie ein persönliches Lieblingsfoto unter Ihren Werken?

Ich mag viele meiner Bilder, auch die Ballett-Aufnahmen. Doch mit den Fotos von Kate Moss, Christy Turlington und Linda Evangelista war ich sehr erfolgreich, von diesem verdienten Geld lebe ich heute noch. Aber mein absolutes Lieblingsfoto? Vielleicht habe ich es noch nicht geschossen.

Gibt es jemanden, den Sie dafür oder generell unbedingt noch vor Ihre Kamera bringen möchten?

Ja, Kaia zum Beispiel, die Tochter von Cindy Crawford, 19 Jahre alt. Vielleicht gelingt es mir in, sagen wir, zwei Jahren, wenn diese Krise überstanden sein könnte. Hoffen wir es zumindest. Dann wäre sie 21 Jahre alt.

Dabei haben Sie gar nicht als Fashion-Fotograf begonnen.

Stimmt, ich habe mit Ballett-Bildern begonnen. Meine erste Freundin war Tänzerin an der Metropolitan Opera in New York, so hatte ich gute Möglichkeiten für schöne Bilder. Aber in diesem Bereich gab es kein Geld zu holen, also beschloss ich das Genre zu wechseln und bin in den Fashionbereich eingestiegen, habe begonnen für Magazine, etwa für „Mademoiselle“, zu arbeiten. Ich hatte Glück, sofort Aufträge zu erhalten. Dann wechselte ich zur Vogue, für 25 Jahre. Schließlich hatte ich aber einen Schlaganfall und musste erst wieder lernen zu sprechen, das hat etwa zwei Jahre gedauert. Ich konnte kein einziges Wort mehr sagen. Aber ich habe es geschafft und wieder zu fotografieren begonnen – besonders wegen Grace Coddington (ehemaliges Model und Kreativdirektorin der US-Vogue, Anm.). Sie ist großartig in ihrem Job, und inzwischen 79 Jahre. Und ich bin 80. Das ist nicht alt, aber der Start des Alters.

Arbeiten Sie immer noch viel?

Derzeit gar nicht, wegen der Coronakrise. Also verkaufe ich derzeit meine Bilder. Und in der Regel sind es die Fotos von Kate Moss und Christy Turlington, die Geld bringen.

Sie sagten in einem Interview einmal „Wettbewerb ist eine gute Sache“. Sehen Sie das immer noch so?

Ja, aber ich denke, ich habe immer gute Arbeit gemacht und meine Tochter Sophie ebenso. Auch sie ist Fotografin, nicht so bekannt wie ich, aber genauso gut. Und was den Markt betrifft: Viele gute Fotografen sind inzwischen tot. Peter Lindbergh etwa. Und vom Fotografennachwuchs sehe ich nicht viel, derzeit kann man ja nirgendwohin gehen.

Auf sozialen Medien können Bilder aber ebenfalls verbreitet und gesehen werden.

Schon, aber darum kümmert sich meine Agentin. Ich bin nicht so gut darin. Sie sorgt auch dafür, dass Fotos auf meinem Instagram-Account gepostet werden.

Rund 166.000 Follower haben Sie dort, wussten Sie das?

Ja, das ist gut, denn so werden viele auf meine Bilder aufmerksam und kaufen sie vielleicht.

Nun lebt Instagram generell von großartigen Bildwelten. Macht es das schwieriger, Aufmerksamkeit für professionelle Fotos zu schaffen?

Das kann ich nicht sagen oder bewerten. Ich denke eigentlich nur an meine eigene Arbeit. Aber wie gesagt, viele großartige Fotografen sind inzwischen leider nicht mehr unter uns.

Wo holen Sie sich eigentlich Inspiration?

Nach wie vor vom Ballett. Denn es geht um die Bewegung, das ist faszinierend, diese Anmut zeigt sich dann auch in den Bildern.

Ist eine gute Ballerina demnach auch ein gutes Model?

Für mich ja.

Und wie bringen Sie dieses Gefühl, diese Anmut nach wie vor in Ihre Bilder?

Indem ich einfach gut bin, in dem was ich mache. Ich glaube, ich habe mein ganzes Leben einen guten Job gemacht.

Info: Bilder von Arthur Elgort sind bis 21. März in der Galerie "Preiss Fine Arts" zu sehen, Bauernmarkt 14 in 1010 Wien. www.preissfinearts.com

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.