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Sex-Kolumne
12/05/2019

Seitensprung bei Firmen-Weihnachtsfeier? Worauf man achten sollte

Man weiß es ja nicht so genau, aber die Dunkelziffer der Firmenweihnachtsfeier-Seitensprünge ist vermutlich recht hoch. Wie es dazu kommt, wo die Fallen lauern – und worauf man achten muss, wenn passiert, was nicht passieren sollte.

von Gabriele Kuhn

Anfang Dezember – wir wissen, was jetzt kommt: die Firmenweihnachtsfeier. Meist ist dieses Fest das letzte große Ausatmen vor dem absoluten Irrsinn: jene Zeit, die die Menschen zwar melodisch als „stillste Zeit des Jahres“ bezeichnen, um gleichzeitig das Maximum an Schaffenskraft aus sich herauszupressen. Da kann’s schon mal passieren, dass sich das Personal beim betrieblich finanzierten Firmenpunscherl vom Alltag loslöst – und so mancher tut, was er nicht tun sollte: etwa mit einer Kollegin oder einem Kollegen schmusen oder gar vögeln gehen.

Nüchtern betrachtet geht das gar nicht. Aber wer hat bei so einem Event schon jemals etwas nüchtern betrachtet? Was dennoch nicht zwingend bedeuten muss, dass alle Grenzen ausgereizt werden. Zumal das Glas zu viel spezielle Tücken birgt. Ich erinnere mich an eine Studie, die 2018 im „Journal of Social Psychology“ erschienen ist. Die hatte den Titel „Sexuelle Bereitschaft mit gleichgeschlechtlichen und anderen potenziellen Partnern: Experimentelle Beweise aus der Kneipenszene“. Schlicht formuliert: Forscher erhoben, was B’soffene bei anhaltendem Weitersaufen geil finden. Das Ergebnis: Nach zirka zehn Gläsern Bier fanden heterosexuelle Männer Frauen und Männer gleichermaßen anziehend. Auf die Weihnachtsfeier umgelegt, befinden wir uns mit diesem Hintergrundwissen auf heiklem Terrain. Denn plötzlich stellt sich die Frage, ob die Anbiederung des fortgeschritten alkoholisierten Kollegen aus der IT-Abteilung an den ebenfalls angeheiterten Kollegen aus dem Verkauf nicht mehrschichtig zu betrachten wäre: Was bitte wird das jetzt genau?

Da kann’s schon mal passieren, dass sich das Personal beim betrieblich finanzierten Firmenpunscherl vom Alltag loslöst – und so mancher tut, was er nicht tun sollte.

Und selbst, wenn es nur darum gegangen ist, die kollektive Arbeitssituation gemeinsam weinerlich zu reflektieren: „Diese depperten Veränderungen – warum lass ma’s nicht, wie’s war? Prost, auf den Chef, den Trottel.“ Natürlich ist es von da zum Schmusen noch ein weiter Weg. Aber der nächste Tag! Da wacht man mit dickem Schädel und Sodbrennen auf, wühlt in der trüben Erinnerungssuppe und hat plötzlich dieses komische Bauchgefühl. Das muss nicht sein – daher: Nur neun Gläser Bier trinken! Aber auch so tendieren viele dazu, in diesen Stunden Dinge zu tun, die sie sonst niemals tun würden. Überhaupt, wenn die Führungskräfte wieder einmal diesen „Schwierige Bedingungen“-Blabla abgesondert haben und jeder so ein „Eh-wie-immer-Déja-vu“ hat. Um diesem Immergleichen den finalen Todesstoß zu versetzen, macht man dann halt das arge Andere – und lässt sich auf ein Firmen-Schmusi-Gschpusi ein. Eh lustig. Auf den zweiten Blick: doch nicht so. Weil es, wie erwähnt, den verdammten Tag danach gibt. An dem sich die Ernüchterten wünschen, es möge bitte nicht passiert sein, was passiert ist. Denn nur selten entwickelt sich was Fixes aus der Business-Bumserei, meist bleibt’s bei der schnellen Nummer, über die alle in der Kantine reden, während sie im Leberkäse herumstochern. Wenn’s dennoch sein muss, dann wenigstens richtig: 1. Chefinnen und Chefs sind tabu. 2. Macht es so, dass es niemand sieht. 3. Vor allem aber: Seid nachher so nett zueinander wie vorher. Oder noch netter – dann kann man wenigstens argumentieren, da hätten zwei intensiv daran gearbeitet, das Arbeitsklima zu verbessern.

Großartiger Sex-Podcast für Frauen: Bei clitoriassecrets.de vermitteln Katrin, eine Gynäkologin, und ihre Freundin  Ronja alles, was Frauen über ihren Körper und Sexualität im Allgemeinen wissen sollten. Dabei verstehen sie sich als  „virtuelles Beratungszimmer“. Es geht um „üble, chronische Unterleibsschmerzen“ genauso wie um „das männliche Geschlecht und dessen riff-raff“ (also Masturbation).

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