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Interview
05/08/2021

Sarah Lombardi: „Man ist nie zu alt für Kuscheltiere“

Nur die Liebe zählt: Sarah Lombardi über Dating-Apps, wann der beste Zeitpunkt ist "Ich liebe dich" zu sagen – und wie sie lernte, nach Niederlagen wieder aufzustehen.

von Alexander Kern

Normalität. Sehnen wir uns nicht alle wieder danach? Mit Freunden treffen, Restaurants besuchen – Sarah Lombardi geht es da nicht anders. Viel Zeit mit der Familie hat sie verbracht im vergangenen Jahr, viel Zeit mit Innenschau, erzählt sie beim Videointerview aus Köln. Und viel Zeit im Studio. Das Resultat: ein neues Album, das jetzt erscheint.

Seit zehn Jahren ist Lombardi dick im Geschäft: Bei ihrem dritten Antreten bei „Deutschland sucht den Superstar“ wurde sie Zweite, bildete mit Sieger Pietro Lombardi ein Traumpaar, machte danach erfolgreich Musik und war Star zahlreicher Pärchen-Doku-Soaps. Ihr Liebesleben mitsamt der Trennung ging schlagzeilenträchtig durch die Medien. Höchst öffentlichkeitswirksam ist die verlobte 28-jährige Mutter des sechsjährigen Alessio auch heute noch. Millionen folgen ihrem Leben auf Instagram und YouTube. Beim Interview ist Lombardi bestens gelaunt. Das Hauptthema: die Liebe.

freizeit: Sarah, Ihr neues Album trägt den Titel „Im Augenblick“. Wann können Sie sich denn so richtig fallen lassen?

Sarah Lombardi: Ich bin jemand, dem es eigentlich sehr schwer fällt, sich fallen zu lassen. Wenn es mir aber einmal gelingt, geschieht es im Kreis meiner Familie. Dann ist es ein unfassbar schönes Gefühl, die ganze Welt rund um mich zu vergessen.

Gehören Sie zu jenen, die angesichts eines Sonnenuntergangs, statt ihn einfach zu genießen, zum Handy greifen, um den Moment festzuhalten – und ihn dadurch eigentlich versäumen?

Das kommt hin. Meistens denke ich aber eher daran, was ich gleich als Nächstes erledigen muss. Ich lebe gedanklich quasi unentwegt in der Zukunft. Dadurch kann ich den Augenblick oftmals gar nicht richtig genießen.

Ihr Tag, Ihr Leben ist durchgetaktet?

Total. Ich bedenke nicht nur jeden Schritt im Voraus, sondern auch jeden zweiten. Planung ist alles. Mit Kind ist das auch wichtig. Aber manchmal wünschte ich mir mehr Spontanität. Dass ich mir sage, es muss nicht immer alles bis ins letzte Detail geplant sein. Dass das nicht schlimm ist.

Welchen Augenblick würden Sie sich dennoch gerne einrahmen, weil er so schön war?

Die Geburt meines Sohnes war so ein Augenblick, der unvergessen bleibt. Aber auch während meines unfassbar schönen letzten Urlaubs auf den Malediven gab es viele wundervolle Augenblicke. In meiner Erinnerung laufen sie vor meinen Augen ab wie ein schöner Film. Aber auch im Herzen bleiben sie verankert.

Lassen Sie uns über die Liebe reden. Ihre neuen Songs handeln allesamt von diesem Thema.

Die Liebe ist ein Gefühl, das wir alle gerne spüren. Egal, ob wir lieben oder geliebt werden. Etwas, mit dem sich jeder identifizieren kann und das wir alle kennen. Die Liebe ist was Schönes.

Warum ist sie für manche so schwierig zu finden?

Ich glaube, je älter man wird, desto höher werden unsere Ansprüche. Aber so schwierig ist es ja vielleicht auch wieder nicht. Ich glaube, dass es für jeden Topf den passenden Deckel gibt. Manchmal dauert’s eben länger, diesen zu finden. Bei anderen wiederum geht’s ganz schnell.

Jemals eine Dating-App ausprobiert?

Ich habe das einmal für ein paar Stunden ausprobiert, gefallen hat es mir allerdings nicht besonders. Ich habe die App dann auch ganz schnell wieder gelöscht. Potentielle Partner nach links und rechts zu wischen, das ist nicht so meins.

Ihre Message in Sachen Liebe?

Love is Love: Jeder darf und soll seine Liebe ausleben, ohne dafür verurteilt zu werden. Ganz egal, wen oder was er liebt, die Mama, den Partner oder das Kuscheltier.

Mama haben Sie, Partner ebenso, ein Kuscheltier auch?

Mein Sohn Alessio natürlich ganz viele. Aber auch ich habe tatsächlich ein Kuscheltier. Mein Mann hat mir schon das eine oder andere geschenkt, eines liegt jetzt bei uns auf dem Bett. Warum auch nicht? Man ist nie zu alt für Kuscheltiere.

Sie haben vorhin das Lieben und Geliebt-werden angesprochen. Welches Gefühl ist schöner?

Wenn man liebt und dieses Gefühl erwidert wird – dann ist das das allerschönste Gefühl. Unerwiderte Liebe tut weh. Sowohl dem Zurückgewiesenen als auch demjenigen, der die Liebe nicht spürt und deshalb zurückweisen muss. Die Antwort ist also: beide Gefühle, lieben und geliebt werden im Einklang miteinander.

Wie lange sollte man warten, bis man dem anderen zum ersten Mal sagt, ich liebe dich?

Sobald man so empfindet, denke ich, sollte man es auch sagen. Da gibt’s eigentlich auf nix zu warten (lacht). Auf was denn auch, das ideale Wetter vielleicht?

In einem Lied geht es darum, als Paar auch gemeinsames Schweigen zu ertragen. Nicht so einfach.

Ich bin ein Freund davon, alles zu besprechen. Und zwar offen und ehrlich. Klar, wenn man 24 Stunden sieben Tage die Woche zusammen verbringt, kommt es auch zu Minuten, in denen man schweigt. Aber alles, was Probleme in einer Beziehung betrifft oder einem sonst am Herzen liegt, sollte man auf jeden Fall direkt ansprechen.

Angesprochen haben Sie im Song „Ich“ viel Persönliches, Sie singen etwa „ich weiß, ich bin nicht fehlerfrei.“

Kein Mensch ist fehlerfrei. Und ich finde es extrem wichtig, dass wir uns erlauben, auch mal Fehler machen zu dürfen. Nach einer Niederlage wieder aufzustehen: Dadurch werden wir reifer und stärker. Zu lernen, mich so zu akzeptieren wie ich bin, war für mich ein enorm wichtiger Prozess. Zu verstehen, dass ich nicht perfekt bin und auch nie sein werde. Diese Message möchte ich auch jungen Mädels mit auf den Weg geben. Soziale Medien gaukeln uns oft eine perfekte Welt vor. Viele Mädchen schämen sich deshalb oder trauen sich manches nicht zu. Ihnen möchte ich Mut machen. Und sagen, dass jeder von uns besonders ist, dass uns das auch ausmacht.

Wie haben Sie es geschafft, Fehler und Niederlagen zu überwinden?

Dafür musste ich erst ordentlich hinfallen, um es zu lernen. Ich bin jetzt zehn Jahre in diesem Geschäft. Da erlebt man Vieles. Man springt ins kalte Wasser, lernt so viele neue Menschen kennen. Und glaubt am Anfang auch, dass jeder es gut mit einem meint. Aber es kommt natürlich auch mal anders und es wird einem klar, dass man demjenigen vielleicht nicht vertrauen hätte dürfen oder sich vor der Kamera besser anders verhalten hätte. Aber das gehört zum Leben.

Zu Ihrem Leben gehört auch Ihr Sohn Alessio. Wie ziehen Sie ihn groß?

Die Aufteilung des Familienlebens mit seinem Vater läuft gut. Ich bin diesbezüglich eine Meisterin der Planung und organisiere alles. Was die Werte betrifft, möchte ich ihm dieselben vermitteln, die mir auch meine Eltern auf den Weg gegeben haben.

Welche wären das?

Dazu gehört, dass man sich auch mit Ruhm und Geld die wichtigsten Dinge im Leben nicht kaufen kann, wie etwa Liebe und Gesundheit. Dass die Familie immer an erster Stelle steht und Zusammenhalt bei uns ganz großgeschrieben wird.

Wie sind Sie so als Mutter?

Eigentlich bin ich ganz cool und mache so ziemlich jeden Blödsinn mit. Aber wenn es um Regeln geht, die eingehalten werden müssen, kann ich auch mal sehr streng sein.

Zum Beispiel?

Etwa, wenn mein Sohn weiß, es gibt heute keine Nachspeise. Dann gibt es auch wirklich nichts Süßes. Er quengelt dann stundenlang rum, weil er denkt, irgendwann gebe ich doch noch nach. Aber das wäre der größte Fehler. Da muss man konsequent bleiben. Auch wenn es nicht immer leicht ist.

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