freizeit | Salz und Pfeffer
21.04.2018

Florian Holzers Restauranttest: Tata

Im Siebenten wird jetzt vietnamesische Küche mit Lifestyle aufgepeppt.

Ein lebendiges, jugendliches Grätzel, ein Eck-Lokal, das offensichtlich irgendwann einmal ein China-Restaurant war, in dem man die chinesische Fliesen-Decke aber einfach übermalt, riesige Kreidetafeln an die Wand montiert, ein paar Regale aus Holzkisten gebastelt und natürlich orientalische Fliesen an die Bar geklebt hat. Das Publikum ist jung, Männer tragen Bart, Frauen Dutt, man spricht französisch, portugiesisch, englisch ... Berlin, London, Barcelona? Nein, dieses Schaubild urbanen Zeitgeistes findet man in der Seidengasse im siebten Bezirk, wo vor knapp zwei Jahren ein bisher unauffälliges vietnamesisches Restaurant zum lifestyligen Lokal mit „Vietnamese Fusion Kitchen“ aufgepeppt wurde. Soll heißen: Hier wird nicht unbedingt gekocht, was in Saigon, Hanoi oder Hué Tradition ist, stattdessen setzt man  eher auf geschmackvolle Interpretation und Kombination. Wobei die „Vietnamesische Crêpe“, ein köstlicher, knuspriger Fladen mit Rindfleisch-Shrimps-Sprossen-Fülle, noch relativ authentisch wirkte (5,90 €) und man den Entensalat wohl auch so ähnlich bekommen kann. Zumindest in Vietnam, in Österreich ist er so saftig und zugleich knusprig wirklich selten (5,50 €). Warum das knusprige, gut gewürzte Rinder-Geschnetzelte mit Salat „Shaking Beef“ heißt, bleibt rätselhaft, gut ist es auf jeden Fall (9,90 €) und der vietnamesische Streetfood-Klassiker Bo la lot – eine Art vietnamesische, mit Faschiertem gefüllte Weinblätter – war überhaupt großartig, die in Stücke geschnittene Frühlingsrolle hätte es gar nicht gebraucht. Aber wie auch immer, junges, fröhliches, städtisches Essen.

Tata,
Wien 7, Seideng. 23
Tel: 01/956 81 05,
Mo-Fr 11.30-23, Sa, So 12-23,
www.fabido.at

Bewertung:
   Küche: 25 von 35
   Keller: 5 von 10
   Service: 11 von 15
   Atmosphäre: 12 von 15
   Preis/Wert: 17 von 20
   Familie: 3 von 5
Gesamt: 73 von 100

florian.holzer@kurier.at