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freizeit Salz und Pfeffer
09/16/2019

Florian Holzers Restauranttest: Hefenbrüder

Die "Hefenbrüder"-Pizzen erinnern an Flammkuchen und sind auch außergewöhnlich belegt.

von Florian Holzer

Es gibt wahrscheinlich nicht sehr viele Pizzerien in Österreich, an denen ganze zwei Jahre lang gebaut wurde. Und dabei wirkt das neue „Hefenbrüder“ nicht mal so, als ob es schon fertig wäre: Mauerwerk ist unverputzt, Traversen liegen offen. Ist aber alles genau so gewollt, erklärt Mit-Eigentümer Christoph Wagner. Dass es bei dem riesigen Lokal – 400 Quadratmeter auf drei Ebenen – um Craftbeer gehen soll, stand schon von Anfang an fest. Die Sache mit der Pizza kam hingegen erst im Lauf der Zeit dazu, nämlich als Wagner & Co (ihnen gehören auch die Lokale „Freiraum“, „Stadtcafé“ und „Blaustern“) von einem Craftbeer-Macher Gabriele Bonci vorgestellt bekamen, einen Kult-Pizzaiolo aus Rom, der die Pizza quasi neu erfunden hat: Der Teig – zubereitet mit einer speziellen Hefe aus Italien – ist recht flüssig, wird auf Bleche „gegossen“, geht dann knusprig auf.

Die „Hefenbrüder“-Pizzen erinnern an Flammkuchen und sind auch außergewöhnlich belegt. „Käse & Kartoffel“ etwa, ein altes, süditalienisches Rezept, knusprig und köstlich. Auch bei „Parmigiana & Melanzani“ bedient man sich einer traditionellen Rezeptur aus Kampanien, bei „Kümmel & Kraut“ mit Kümmelbraten, Weißkraut, Kren und Zwiebel wird’s hingegen austrophil, bei der wirklich gelungenen Kreation „Hendl & Kraut“ – mit Thai-Huhn, Erdnuss-Creme, Rotkraut, Koriander und Mandarine – umso exotischer. Man wählt zwei oder drei Sorten, von denen man dann je drei Stück „Pizza-Sandwich“ bekommt (10,90/16,70 €), knapp 30 Craftbeers sind im Format 0,1, 0,2 und 0,4 l abzurufen. Neu, frisch, jung und sehr interessant.

Hefenbrüder
Wien 6, Mariahilfer Str. 117,
Tel: 01/940 94 00,
Mo-So 11.30-24,
www.hefenbrueder.at

Bewertung:
   Essen: 32 von 50
   Service: 8 von 10
   Weinkarte: 13 von 15
   Ambiente: 22 von 25
Gesamt: 75 von 100


florian.holzer@kurier.at