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Leben Reise

Nahaufnahme: Stiller Advent in Traunkirchen

Der idyllische Ort am Traunsee ist heur noch ruhiger als sonst. Doch auch ohne Kripperlroas und Wirtshauseinkehr geht's einem gut.

von Ingrid Teufl

12/14/2020, 05:00 AM

Traunkirchen, das kleine Örtchen an den Ufern des Traunsees nahe Gmunden in Oberösterreich, ist durchaus als ruhiger Geheimtipp fĂŒr Stressgeplagte zu sehen. Das gilt das ganze Jahr ĂŒber. Aber im Winter besonders. Und im Advent liefert die stimmige Kulisse vom stillen See vor dem markanten Traunstein einen wohltuenden Gegenpol zum geschĂ€ftigen stĂ€dtischen Treiben. Schön kann man dann eintauchen in die alten Traditionen des Salzkammerguts, die auch im 1.600-Seelen-Ort nach wie vor gepflegt werden.

Dazu zĂ€hlt zum Beispiel die „Kripperlroas“. Zahlreiche der liebevoll-aufwendig gestalteten, handgeschnitzten Krippen werden normalerweise im Advent ausgestellt. Nicht nur in privaten HĂ€usern, sondern auch in den WirtshĂ€usern und in der Pfarrkirche.

Doch im Jahr 2020 ist auch das anders und so besonders still mĂŒsste sich Traunkirchen nun wirklich nicht geben (mĂŒssen). Doch mit der Corona-Pandemie und dem Lockdown ist heuer alles anders. Höchst bedauerlich, dass nicht nur die diesjĂ€hrige „Kripperlroas“ auf den 7. JĂ€nner 2021 verschoben wurde, sondern auch die WirtshĂ€user erst dann wieder aufsperren. Ob nachtrĂ€glich auch der alljĂ€hrliche Glöcklerlauf stattfindet, wird sich zeigen.

WinterspaziergÀnge

Nun soll man den Blick in schwierigen Zeiten nicht auf das Verlorene, sondern vor allem auf das Vorhandene richten. Und da hat Traunkirchen auch heuer einiges zu bieten. Es lohnt sich also, am Traunsee eine kurze Auszeit zu nehmen. Denn die imposante Naturkulisse trotzt der Pandemie ebenso wie die alten Klostermauern. Deren tausendjĂ€hriges Bestehen wurde ĂŒbrigens heuer begangen. Ebenfalls etwas ruhiger als geplant.

Wer einen Winterspaziergang mitten im Ort beginnt, wird das alte Kloster und die Pfarrkirche auf einer kleinen Halbinsel nicht verfehlen. Noch immer ist es das Zentrum des Orts. Schon vor Jahrhunderten wurde es aufgelassen, als Veranstaltungsort und Sitz einer wissenschaftlichen Gesellschaft fand es eine neue Bestimmung.

Nebelschwaden

Der See wiederum entfaltet jetzt, im Advent, eine ganz andere Art von ewiger BestĂ€ndigkeit. Ob nun morgendliche Nebelschwaden ĂŒber ihn ziehen oder die winterliche Sonne strahlt – es ist diese ganz besondere Stimmung, die jeden Besucher in ihren Bann zieht. Und dann wĂ€re da noch der Schnee, mit dem in dieser naturgemĂ€ĂŸ eher raueren Gegend durchaus frĂŒh zu rechnen ist.

Dann empfiehlt sich nicht nur festes Schuhwerk und warme Kleidung, sondern der eine oder andere Tipp von Ortskundigen. Da bietet sich zum Beispiel eine moderate Wanderung ĂŒber den Kalvarienberg an, die mit einem herrlichen Seeblick belohnt. Oder man spaziert am Seeufer entlang und auf der Halbinsel zur Johanneskapelle hinauf und genießt die Beschaulichkeit.

 

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