Dromedar-Kolonie im Nationalpark "Timanfaya"

© Turismo Lanzarote

freizeit Reise
01/24/2019

L wie Lava: Lanzarote, eine Insel voller Naturschauspiele

Lanzarote: erstarrte Lavaflüsse und tiefblaues Meer. Die Insel besticht mit einzigartiger Natur und angenehmen Temperaturen.

von Anna-Maria Bauer

Der Nationalpark-Guide leert einen Kübel Wasser in das Erdloch vor sich, ruft „¡Atención!“, zählt bis zwei – und mit einem Knall schießt eine Wasserfontäne empor. Die umstehenden Urlauber zucken kurz zusammen, bevor sie erleichtert auflachen.

Der Guide geht zur nächsten Station im Nationalpark „Timanfaya“, hält einen Heuballen in eine kleine Erdmulde. Nach wenigen Sekunden ist ein Knistern zu hören – das Heu brennt.

Das Geheimnis dahinter: unterirdische Vulkanhitze. Selbst der Griller im RestaurantEl Diablo“ wird so betrieben.

Ein Naturschauspiel.

Das ist eigentlich ganz Lanzarote: Die östlichste der acht Kanarischen Inseln ist zu einem Großteil mit erstarrter Lava bedeckt, die Mitte des 18. Jahrhunderts von rund 100 Vulkanen ausgespieen wurde. Das Ergebnis ist eine unwirkliche Schönheit: Gegen die tiefschwarze Erde der schroffen Lavalandschaft strahlt das Weiß der würfelförmigen Häuser, das Grün der Kakteen und das Blau des Atlantiks noch heller. Besonders beeindruckend ist das Farbspiel bei der grünen Lagune nahe des Fischerorts „El Golfo“.

Farbspiel

„Es ist die Insel der anderen Farben“, meint unser Guide Philine, (gebürtige Deutsche, die vor 20 Jahren hierherzog), während wir den 200 Quadratkilometer großen Nationalpark „Timanfaya“ mit seinen 25 ruhenden Kratern hinter uns lassen, eine Dromedar-Kolonne passieren und Richtung Norden fahren – zum Aussichtspunkt „El Mirador El Río“ und zum Kakteengarten.

Beide Sehenswürdigkeiten und viele andere Attraktionen – darunter Gärten, Meeresschwimmbäder oder auch Konzertsäle in Lavaröhren – wurden von jenem Mann errichtet, an dem man auf Lanzarote nicht vorbeikommt: César Manrique.

Der Universalkünstler hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Insel zu bewahren und sanften Tourismus einzuführen. (siehe rechts). Während Philine über ihn erzählt, passieren wir etliche Kreisverkehre (diese ersetzen die Ampeln) und erreichen schließlich den Aussichtspunkt.

Von außen ist der gläserne Erker kaum zu erkennen. Wie bei vielen seiner Werke bemühte sich César Manrique darum, seine Attraktionen behutsam in die Natur zu integrieren. Ebenso beeindruckend ist die Höhle „Jameos del Agua“. Hier ließ er einen Pool, ein Restaurant und einen Konzertsaal in die teilweise eingestürzte Lavaröhre eines Vulkans einbauen.

Während wir bei El Mirador aufs Meer schauen, scheint die Sonne angenehm warm. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Jänner und Februar 18 Grad; mit der Sonne fühlt es sich aber deutlich wärmer an. Regentage sind auf der Insel außerdem die Ausnahme.

Dieses Wetter eignet sich zum Sportmachen. Immer wieder kommen wir an Radfahrern vorbei, der Anbieter „Lanzarote Eco Insider“ bietet zudem Wanderungen an; etwa vom Fischerdorf Famara auf den Peñas del Chache, mit 670 Metern die höchste Erhebung Lanzarotes.

Ein besonderes Gustostück: ein Tagesausflug nach La Graciosa, jener anmutig kargen Insel im Norden Lanzarotes, die vergangenes Jahr als achte Kanarische Insel anerkannt wurde.

Sie ist mit der Fähre von Órzola rasch erreicht. Es gibt keine asphaltierten Straßen, knapp 700 Einwohner, abgelegene Strände sowie vorzüglichen Fisch. Außerdem ist man nach der Wanderung so aufgeheizt, dass der 20 Grad kühle Atlantik genau die richtige Erfrischung bietet.

Infos und Details

Anreise: Von Wien fliegt  Laudamotion (ryanair.com/la/de/) dienstags  direkt (4,5 h)  nach Lanzarote.  Weiter  am besten  mit dem Mietwagen. Z. B.:  www.sunnycars.at

Übernachten: Ideal für Familien und „Best Ager“: Hotel Princesa Yaiza, Playa Blanca(am Südzipfel der Insel). www.princesayaiza.com/de

Kulinarik: Castillo de San Jose in Arrecife (Restaurant im Untergeschoß einer Burg, im Obergeschoß  befindet sich ein Museum für zeitgenössische Kunst)
El Diablo im Nationalpark Timanfaya (gekocht wird mit der Hitze des Vulkans)
– Casa Emiliano in Femes (uriges Lokal mit tollem Ausblick, bekannt für Lamm, Zicklein und Meeresfrüchte)

Erleben:

– Nationalpark Timanfaya (auch die Feuerberge genannt, beeindruckende Lavalandschaft)
– Höhle Jameos del Agua  (Restaurant und Konzertsaal in einer Lavaröhre)
Informationen zu diesen Sehenswürdigkeiten gibt es hier.
El Golfo (Naturschauspiel: schwarzer und roter Strand, dazu grüne Laguna)
Fundación César Manrique in Tahíche
 (Wohnhaus von César Manrique)

Sport: Lanzarote eignet sich aufgrund seiner gemäßigten Temperaturen und dem kühlenden Passatwind zum Sportmachen: Vor allem zum Radfahren oder Wandern. Spannende Touren bietet etwa „Lanzarote Eco Insider“ an.

Tagesausflug: Die kleine, kaum bevölkerte  Insel „La Graciosa“, mit der Fähre von Órzola erreichbar, eignet sich für Wanderungen. Herrlich unberührt.

Buchtipp: Neujahr“ von Juli Zeh, (Luchterhand), 192 Seiten, 20,60 Euro

Auskunft: Spanisches Fremdenverkehrsamt Wien per Mail erreichbar unter: viena@tourspain.es, zur Homepage geht es hier.

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