© Getty Images/iStockphoto/jacoblund/istockphoto.com

freizeit Mode & Beauty
08/24/2021

Warum jede Frau den Beautytrend Microdosing kennen sollte

Unzählige Kosmetika versprechen einen Traumteint. Wie jedoch zu viele Inhaltsstoffe die Haut irritieren können.

von Maria Zelenko

Die Beautyindustrie weiß ihre Kundschaft um den Finger zu wickeln: Während im Fernsehen gerade noch die neueste Anti-Aging-Creme beworben wird, trudelt am Handy der nächste Newsletter eines Kosmetik-Onlineshops rein – und auf Instagram verleiten Firmen mit Rabattcodes deren Neulancierung flugs zu bestellen.

Vor allem Frauen wird damit vermittelt: Nur wer jeden neuen kosmetischen Inhaltsstoff in die Beautyroutine integriert, kann Falten mit maximaler Effizienz im Zaum halten und sich über strahlende Haut freuen.

Die Auswirkungen dieses „Mehr ist mehr“-Ansatzes, der bei so mancher das Badezimmer einem Parfümerie-Regal gleichen lässt, sieht Dermatologin Barbara Franz täglich in ihrer Ordination: „Frauen fühlen sich unter Druck gesetzt, möglichst vieles zu verwenden. Sie probieren zahlreiche Produkte mit verschiedensten Inhaltsstoffen aus – und entwickeln dadurch häufig Hautirritationen.“

Entlehntes Konzept

Immer öfter ist deshalb vom sogenannten Microdosing die Rede. Hierbei werden gewisse Inhaltsstoffe bewusst sehr gering dosiert – ohne dabei auf deren positive Effekte verzichten zu müssen.

„Das bietet sich besonders bei Retinol, Peelingsäuren und Vitamin C an“, sagt Franz. „Also jenen Wirkstoffen, die sehr potent sind, jedoch auch ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben.“ Statt die Haut mit der am Markt größten frei verfügbaren Dosierung täglich zu überladen, soll eine geringe Konzentration potenziellen Überreaktionen wie Rötungen und Trockenheit vorbeugen.

Entlehnt ist das Konzept des Microdosing der Medizin, wo minimale Dosierungen von Arzneistoffen oder gar Halluzinogenen eingesetzt werden.

Retinol
Retinol (= Vitamin A) und seine Derivate  gelten als die effizientesten Inhaltsstoffe in puncto Faltenbekämpfung, da sie die Zellerneuerung der Haut stark ankurbeln

Vitamin C
Ascorbinsäure und andere Vitamin-C-Formen schützen die Haut vor freien Radikalen und können vor Pigmentflecken schützen

Säuren
Milchsäure und Glykolsäure befreien die Haut von
abgestorbenen Schüppchen

Keinesfalls täglich

Dermatologin Barbara Franz empfiehlt außerdem, die Haut an neue, hochpotente Wirkstoffe stets langsam zu gewöhnen – selbst, wenn sie in einem Produkt nur in geringer Dosis enthalten sind. „Vor allem sehr helle Hauttypen müssen vorsichtig sein, da sie empfindlicher sind.“

Gerade bei Retinol, das nach wie vor als Goldstandard der Anti-Aging-Pflege gilt, rät die Wiener Hautärztin, keinesfalls sofort mit einer täglichen Anwendung zu starten: „Ein- bis zweimal pro Woche reicht zu Beginn. Die Haut profitiert auch bei so einer geringen Menge.“

Auch bei anderen Inhaltsstoffen gilt jedoch: „Wird die Haut plötzlich rot, schuppt sich oder entwickelt gar eine Periorale Dermatitis (Ausschlag im Mundbereich), handelt es sich meist nicht um eine Unverträglichkeit, sondern eine Überdosierung“, weiß Barbara Franz. „Dann sollte ein paar Tage lang gar nichts angewendet werden – und danach der Inhaltsstoff sehr langsam wieder integriert werden.“

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.