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freizeit Mode & Beauty
08/05/2021

Kurzhaar-Boom nach Ende der Lockdowns: "Wie Befreiungsschlag"

Viele Frauen trennen sich derzeit von ihrem Haar – und somit dem seelischen Ballast.

von Maria Zelenko

Für Frauen ist ein Beziehungsende häufig Anlass für eine Veränderung auf dem Kopf. Lust auf einen neuen Haarschnitt macht US-Amerikanerinnen derzeit jedoch ein ganz anderes einschneidendes Erlebnis. Wie das Wall Street Journal kürzlich berichtete, hinterlässt auch die Pandemie optische Spuren. Mussten zwischen den Lockdowns vor allem Hoppalas vom selber färben und schneiden von den Friseuren korrigiert werden, sind seit Beginn der Lockerungen Kurzhaarfrisuren gefragt wie noch nie.

Sal Salcedo, Haarstylist aus Los Angeles, verriet dem Magazin, dass zuletzt satte 70 Prozent seiner Kundschaft mit dem Wunsch nach einer radikalen Veränderung bei ihm erschienen ist. Das sei laut ihm eine 50-prozentige Steigerung im Vergleich zu vor der Pandemie.

Auch in Österreich werden die Erlebnisse der vergangenen eineinhalb Jahre teils im Friseurstuhl verarbeitet. „Zuletzt haben sich einige Stammkundinnen, die normalerweise nach Standardfrisuren fragen, zu einer größeren Veränderung entschieden“, beobachtet Hannes Steinmetz vom Steinmetz-Bundy Privatsalon. Ähnlich dem Neuanfang nach einer Trennung vom Partner, wollen mit einem neuen Look viele jetzt den seelischen Ballast nach vielen Monaten Pandemie abwerfen. „Das Abschneiden der Haare ist wie ein Befreiungsschlag.“

Die Bobfrisur ist derzeit besonders beliebt – und wird laut Friseur Patrick Raitz von der Ultimativ Group auch in den kommenden Monaten der Renner bleiben: „Kurze Haare werden ein großer Trend sein, unter anderem auch in Form des Pagenkopfs.“ Gefärbt wird hauptsächlich in warmen Tönen. „Kühle Nuancen treten eher in den Hintergrund.“

Ist die Trennung von drei Zentimetern Haarlänge für viele Frauen schon eine Überwindung und die Entscheidung zu einem deutlich kürzeren Bob eine dementsprechend große, erfordert ein so kurzer Schopf wie bei Verena Altenberger nochmals eine Extraportion Selbstbewusstsein. Haarprofi Hannes Steinmetz ist gespannt, wie sich die mutige Entscheidung der Schauspielerin auf die Wünsche der Kundinnen in seinem Salon auswirken wird.

„Andere Frauen sehen hier den Mut einer medial sehr exponierten Person“, sagt der Experte. „Das könnte sie selbst wiederum darin bestärken, sich endlich an kürzere Haare heranzutrauen.“

Auch wenn das Ergebnis meist nicht so radikal wie bei Verena Altenberger ausfallen dürfte, sieht Steinmetz in einer großen Veränderung auf dem Kopf vor allem eines: „Es ist der proaktive Beginn von etwas Neuem – sozusagen eine Bejahung des Lebens.“

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