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06/12/2021

Diamantentaucher: Die Jagd nach Edelsteinen auf dem Meeresgrund

Vor der Küste Namibias und Südafrikas liegt ein Vermögen im Wasser. Wie die Edelsteine dort hingelangen – und wie schwierig die Suche ist.

von Maria Zelenko

Auf den ersten Blick sah das, was das Boot mitgebracht hatte, nach nichts weiter als Kies aus. Doch Robert Gooddens Freund hatte für den Ausflug an der namibischen Küste nicht zu viel versprochen. „Die Taucher warfen die Steine in die Waschtrommel und plötzlich tauchte dieser 14-karätige Diamant auf. Es war unglaublich.“

Das war vor über 15 Jahren. Seitdem haben die Meeresdiamanten Goodden nicht mehr losgelassen – und ihn schließlich dazu inspiriert, seine Firma Ocean Diamonds ins Leben zu rufen, die ausschließlich im Ozean gefundene Edelsteine anbietet.

Die Diamantminen in Afrika sind seit jeher weltbekannt. Dass sich die Kostbarkeiten auch entlang der Küste im Wasser aufspüren lassen, wissen nur wenige. Dorthin gespült werden sie über Jahrmillionen hinweg von den Bergen in die Flüsse – und schließlich ins Meer. Nahe der Mündung des Oranje ist die Chance für erfolgreiche Tauchgänge dementsprechend hoch. Einfacher wird die Arbeit im Wasser im Gegensatz zu jener in den Minen dadurch jedoch nicht – ganz im Gegenteil.

Wandernde Edelsteine

Nur an wenigen Tagen pro Monat können die Boote ausfahren. Dann, wenn sich der raue Atlantik von seiner vergleichsweise ruhigen Seite zeigt, geht es ab ins durchschnittlich zehn Grad kalte Wasser.

Bis zu 20 Meter tief tauchen die Männer auf der Suche nach den Kostbarkeiten, die sich einst unter extremem Druck und unter immens hohen Temperaturen tief unter der Erde gebildet haben. Einzeln unter Wasser herauspicken, ist unmöglich. Stattdessen müssen die Rohdiamanten, die sich im ungeschliffenen Zustand noch nicht durch ein Funkeln verraten könnten, quasi blind gesucht werden.

Es heißt also, ein Gespür dafür zu entwickeln, an welcher Stelle entlang der gigantischen Küste das große Glück liegen könnte. Denn an einem Ort bleiben die Diamanten auch nach ihrer Ankunft aus dem Fluss nicht. Goodden: „Durch den Wellengang bewegen sie sich natürlich weiter. Man wird sie also meist unter großen Felsbrocken finden, an vor Stürmen geschützten Stellen. Und da sie schwerer als Kies sind, befinden sie sich in der Schicht darunter.“

Für den Briten sind Meeresdiamanten nicht nur aufgrund ihres Fundortes etwas Besonderes. Da die Rohsteine im Laufe ihrer langen Reise zahlreichen Aufschlägen und Reibungen ausgesetzt sind, durchlaufen sie laut Goodden sozusagen eine Qualitätskontrolle der Natur: „Nur die besten schaffen es bis dorthin, ohne irgendwann davor gespalten zu werden.“ Denn obwohl Diamanten das härteste Mineral der Welt sind, können sie, wenn exakt die richtige Stelle getroffen wird, zerteilt werden.

Rückverfolgbarkeit

Bisher wurden Meeresdiamanten mit jenen aus den Minen vermischt. Dass diese nun extra als solche ausgewiesen werden, ist auf veränderte Kundenwünsche zurückzuführen. Diese interessieren sich immer mehr dafür, woher genau ein Produkt stammt – mit dem Thema Transparenz hat die Diamantbranche jedoch seit jeher ihre Schwierigkeiten. Bis heute erfährt die Kundschaft nicht, aus welcher Mine genau der gekaufte Edelstein stammt. „Wo unsere herstammen, wissen wir genau“, sagt Goodden.

Die Rückverfolgbarkeit mag das große Verkaufsargument der Edelsteine sein, den Briten selbst treibt jedoch ein weit simplerer Grund an: „Was könnte romantischer sein, als ein im Ozean gefundener Diamant?“

Chemie
Diamanten  bestehen aus reinem, kristallisiertem Kohlenstoff. Der Gehalt an Stickstoff und Spurenelementen ist für die Färbung (z. B. gelblich) verantwortlich

Geschichte
Es ist nicht bekannt, wann genau die ersten Diamanten gefunden wurden. Belegt ist jedoch, dass dies in Indien der Fall war. Das Land war bis 1725 diamantführend. Dann wurden in Brasilien die ersten Diamanten von Goldwäschern gefunden. In Südafrika entdeckte erst im Jahr 1866 ein 15-Jähriger den ersten Diamanten – dieser wog im ungeschliffenen Zustand 21,25 Karat

Lagerstätten
Bei primären Lagerstätten erfolgt der Abbau der Edelsteine am Entstehungsort. Hierzu gehören die Minen. Meeresenden und Flüsse sind sekundäre Lagerstätten


250 Tonnen
Gestein werden durchsucht, um einen Karat geschliffene Diamanten zu erhalten. Im Meer deutlich weniger

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