© Getty Images/iStockphoto/IRA_EVVA/iStockphoto

freizeit Mode & Beauty
06/26/2020

Beautywunder Hanf? Warum Kosmetik immer öfter CBD enthält

Kosmetik mit Hanföl sowie CBD boomt. Warum die Beautybranche verrückt danach ist.

von Maria Zelenko

Gefühlt wöchentlich tauchten sie im vergangenen Jahr auf: CBD-Shops boomen in Großstädten, auch in Wiens Einkaufsmeilen stechen die oft grün leuchtenden Auslagen ins Auge. Kein Wunder, lässt sich mit gestressten Körpern und Seelen bekanntlich viel Geld verdienen.

Ebenso wie THC, welches für seine psychoaktive Wirkung bekannt ist, ist auch Cannabidiol (CBD) eines von über 100 Canabinoiden, die in der Hanfpflanze vorkommen. High wird von den zahlreichen Aromaölen in diesen Shops niemand. Dass es unter anderem sowohl bei Schlaf- und Angststörungen sowie innerlichen Entzündungen helfen kann, wurde jedoch mittlerweile in zahlreichen Studien nachgewiesen. Dieser Hype um die sogenannten Wellbeing-Produkte geht auch an der Beauty-Branche nicht spurlos vorbei.

Verwechslungsgefahr

Immer mehr Kosmetikfirmen springen nun auf den Trend auf und lancieren Produkte mit Inhaltsstoffen der Hanfpflanze. Für den Kunden eine teils verwirrende Angelegenheit: Während die einen auf der Verpackung Hanföl als Teintschmeichler anpreisen, weisen andere ihre Cremen als CBD-haltig aus. 

„Zwischen diesen beiden Inhaltsstoffen gibt es aber einen großen Unterschied“, sagt Svetlana Ilic. 2019 gründete die Wienerin ihre Firma Sveta, mit der sie regional hergestellte CBD-Aromaöle in Bio-Qualität anbietet. „Hanföl wird aus gepressten Hanfsamen gewonnen. Aufgrund seines hohen Omega-Gehalts und vieler Antioxidantien ist es sehr gut für die Haut.“

CBD hingegen wird mittels -Verfahren aus den Blüten und Blättern der weiblichen Hanfpflanze isoliert. Im Gegensatz zum Hanföl erfüllt es in der Kosmetik nicht nur eine feuchtigkeitsspendende Funktion. „Es wirkt durchblutungsfördernd, regenerierend und entzündungshemmend“, erklärt Ilic. Laut einer Studie der University of Colorado soll Cannabidiol in der Lage sein, geschädigte (Haut)-Zellen schneller zu reparieren.

Deshalb hat die ehemalige Medienmanagerin, die nach einem Burn-out vor einigen Jahren erstmals mit dem Thema in Berührung kam, nun mit CBD angereicherte Kosmetik kreiert: Neben einem Desinfektionshandspray, kommen bald auch ein Serum sowie Balsam auf den Markt.

Sahnehäubchen

Damit diese überhaupt wie gewünscht wirken können, setzt die Sveta-Gründerin auf einen vergleichsweise hohen CBD-Anteil von zwei Prozent. „Dass es mittlerweile in vielen Kosmetika eingesetzt wird, finde ich toll. Das Problem ist, dass viele Firmen ihren Produkten nicht mehr als 0,25 Prozent CBD zufügen.“ Der erhoffte Effekt bleibt somit aus.

Und auch wenn Hanföl im Grunde nicht besser als beispielsweise das ebenso hochgelobte Kokosöl ist, weiß Svetlana Ilic: „Jedes der in der Kosmetik eingesetzten Öle hat seine Berechtigung, weil jedes der Haut auf andere Weise guttut. CBD jedoch ist das Sahnehäubchen für ein Kosmetikprodukt.“