Gunter Sachs mit seiner Angetrauten Brigitte Bardot in Saint Tropez.

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freizeit
03/23/2021

Luxus Fliegen: Urlauben wie die Reichen und Schönen des Jet Set

Wenige Menschen heben in Corona-Zeiten ab. Das ist ein bisschen wie in den 60ern. Wer auf hohem Niveau feierte.

von Daniel Voglhuber

Sie sind wenige geworden, aber es gibt sie noch: die Menschen, die Corona zum Trotz in sonnige Gefilde fliegen (was immer man davon halten mag). Ob Dubai, oder die Malediven, Fliegen und Urlaub sind wieder ein Privileg. Das erinnert an den mondänen Jet Set der 1950er und 60er, bevor das Fliegen in den 70ern für die breitere Masse leistbarer wurde.  

Vertreter von Unternehmerfamilien, Adelige, betuchte Künstler und Stars hauten ihr Geld in St. Tropez, Cannes, auf den Bahamas oder Acapulco bei rauschenden Partys auf den Kopf. Als die Fete und der Kater vorbei waren, zog der Tross weiter. Ein süßes Nichtstun, aber auf hohem Niveau - und mit vielen Höhenmetern.

Deutschlands Vertreter in Hollywood, Curd Jürgens (der später auch Österreicher wurde), soll laut Rheinischer Post einmal gesagt haben: "Man muss im Jahr mindestens 20.000 Meilen geflogen sein, um dazuzugehören. So ist es." Und dass man dazugehörte, das zeigte man gerne. Die aufkommenden Klatschmagazine sowieso.

Und wo immer er auftauchte, waren die Fotografen nicht weit. Mit offenen Hemdknöpfen, blonder Mähne war Gunter Sachs der Parade-Jet-Setter. Er war es, der den Typus den Playboys, der sich mit schönen Frauen umgab, so richtig bekannt machte. Einer der schönsten Frauen der damaligen Zeit, Brigitte Bardot, soll er 1966 in St. Tropez einen spektakulären Heiratsantrag gemacht haben. Natürlich aus der Luft. Der Urenkel Adam Opels soll von einem Helikopter heraus jede Menge roter Rosen auf Bardots Villa lassen haben. So zumindest die Legende. Dabei soll es ohnehin nur eine gewesen sein.

Hochzeitsnacht auf der Couch

Es muss BB trotzdem beeindruckt haben. "Im Juli 1966 heirateten sie in Las Vegas, verbrachten die Hochzeitsnacht auf der Couch des Friedensrichters, der sie traute. Die Liebe hielt nur wenige Monate, die Ehe auf dem Papier drei Jahre", weiß die Rheinische Post zu berichten.

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Kein Jet Set ohne Aristoteles Onassis. Der Tankerkönig war zwar nicht ansehnlich wie andere Playboys, hatte aber als damals reichster Mann der Welt Geld wie Heu. Wo immer er war, gab es Partys. Mit einer Frau sollte ihn (neben seiner ersten Frau) dann aber doch mehr verbinden als eine flüchtige Affäre: Opern-Diva Maria Callas.

Sie machten - in einem jahrelangem Auf und Ab - die Hot Spots unsicher. Auch, als er schon mit Jackie Kennedy (dann "Jackie O") verheiratet war. "Supertanker" nannte Aristoteles die Ex-First-Lady, weil sie ihn so viel kostete. Sie hatte hohe Ansprüche und flog gerne zum Einkaufen in der Welt herum. Jet Set, halt.

Aber nicht nur der Geldadel ließ es krachen. Prinzessin Margaret bereitete ihrer Schwester, Königin Elizabeth, wegen ihres exzessiven Lebensstils durchaus Sorgen. Sie machte es sich auf der Insel Mystique in der Karibik bequem. Und das zog auch die Promis an, die dort das Lotterleben hochleben ließen.

Mick Jagger und Anhang amüsierten sich in den 70ern "königlich im Rausch der Kette kiffenden Bohemiens, sorglos, leicht und definitiv nicht jugendfrei. Ihre Kinder nahm Margaret deshalb nicht mit auf die bis heute sagenumwobene Insel", weiß etwa die Welt zu berichten. Und auch sonst war sie gerne in der Karibik unterwegs. Mit ihrem Lord Snowden - einem feschen  wie unsteten Fotografen - urlaubte sie in den 60ern gerne auf den Bahamas.

Nicht immer nahm man es in der Gesellschaft mit der Treue (wie bei Margaret und ihrem zum Lord gemachten Angetrauten) genau. "Liebe ist etwas für Dienstmädchen", sagte einmal der Autoerbe Gianni Agnelli einmal, der auch gerne ins Flugzeug stieg. Aber es musste nicht immer nur das sein.

Marbella Beach Club

Auf einem orientalisch ausstaffierten Esel kam Alfonso Prinz zu Hohenlohe im Scheichkostüm auf die Party geritten. „Arabian Nights“ lautet das Motto der Sause im berühmten Marbella Club Hotel. „Damals gab es jede Woche eine Themen-Party“, erinnerte sich Rudolf Graf von Schönburg an die Golden Sixties und die Glorious Seventies, wie er jene Jahrzehnte nennt, in denen der internationale Jetset an Marbella und Alfonso (1924-2003) nicht vorbeikam.

"Conde Rudi", wie er genannt wurde, führte den Club später jahrzehntelang als Direktor. Sein Cousin war viel in St. Moritz und Hollywood unterwegs und rührte fleißig die Werbetrommel für das kleine Paradies in Südspanien. Alfonso galt nicht nur als galanter Playboy, sondern war auch für Skandale gut - etwa, als er 1955 im Alter von 31 Jahren die erst 15-jährige Ira von Fürstenberg ehelichte.

Im Club selbst waren alle da, die Rang und Namen hatten: Gunter Sachs und Brigitte Bardot, Audrey Hepburn und Sean Connery, Maria Callas und Aristoteles Onassis, James Stewart, Gina Lollobrigida, Kim Novak, Rennfahrer-Legende James Hunt und Milliardär Adnan Kashoggi - auch Bundeskanzler, Aristokraten, Monarchen.

Und ein Geheimnis, warum alle da waren: Die reichen Promis wurden für ihren Aufenthalt auch belohnt: „Sie wohnten schließlich nicht in schablonenartigen Hotelzimmern, sondern in Gästezimmern wie in einem Schloss, mit viel persönlichem Charme.“ Reich und Schön schaute eben darauf, dass es dabei blieb.

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