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freizeit Leben, Liebe & Sex
04/25/2021

Was Sie am Tag des Baumes über die Linde lernen können

In der Dorfgemeinschaft war das Malvengewächs lange Zeit Zentrum, den sagenhaften Siegfried kostete ein Blatt das Leben.

Sie steht nicht nur viel besungen seit fast 200 Jahren am Brunnen vor dem Tore, sondern heuer auch im Fokus des Öffentlichkeit. Der Verein Kuratorium Wald und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus haben die Linde zum Baum des Jahres 2021 gekürt. Anlässlich des Tag des Baumes am 25. April soll dem Malvengewächs besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Siegfrieds Schulterblatt

Die heimischen Sommer- und Winterlinde spielen schon seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle in fast jeder Dorfgemeinschaft. Den Germanen und Slawen galt der bis zu 30 Meter hohe Baum mit breit ausladender Krone als heiliger Ort und er spielte auch in unzähligen Gedichten, Sagen und Mythen eine Rolle. In der Nibelungensaga etwa kommt ihr sogar eine entscheidende Rolle zu: Beim Bad des Siegfrieds in Drachenblut fällt ein Lindenblatt zwischen seine Schulterblätter und verhindert seine Unsterblichkeit.

Mildes Urteil unter der Krone

Später war in Mitteleuropa an fast jedem Dorfplatz ein Lindenbaum zu finden – als Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens und als Versammlungsort. Vor allem die Sommerlinde, die bis 1.000 Jahre alt werden kann, wurde von vielen Generationen als Sammelpunkt verwendet. Unter der Linde wurden Feste abgehalten, gefeiert und getanzt aber auch Gericht gehalten – unter der Linde erhofften sich die Menschen ein milderes, linderes Urteil als unter Eichen. So findet man auch noch heute in vielen Dörfern eine Linde an zentralen Orten. 

Blütenhonig mit Minz-Note

Dort ziehen die Bäume auch Insekten aller Art an. Durch ihre relativ späte Blüte im Juni bzw. Juli liefern Linden u.a. der Honigbiene reichlich Nektar, wenn nur mehr wenige andere Blüten in der Landschaft zu finden sind. Der typisch intensive Duft der Linde prägt den Geschmack des Honigs und macht ihn zu einer kulinarischen Spezialität. Typisch ist dabei eine einzigartig minzige Note und ein unverkennbar typischer Linden-Geschmack.

Klimakrise braucht Linden

In den vergangenen Jahrzehnten ist die von vielen Dorfplätzen verschwunden. Das Grün musste Parkplätzen oder anderen versiegelten Flächen weichen. „Gerade im Kampf gegen die Klimakrise gilt es nun vermehrt Lindenbäume zu pflanzen. Wir rufen die Bevölkerung auf, ab heuer vermehrt Linden auf Dorf- und Markplätzen, bei Schulen, auf Hügeln, im Garten oder entlang von Straßen zu pflanzen“, sagte Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Kuratorium Wald, anlässlich der Wahl.

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