Die Erle ist der "Baum des Jahres 2020".

© Oliver Mohr / pixelio.de / himmel.at

Wissen Wissenschaft
04/25/2020

Tag des Baumes: Wie es um die Erle und den Wald bestellt ist

Während die heimische Waldfläche insgesamt wächst, gehen Auwälder verloren. Dabei sind sie Lebensraum und Klimaschützer.

von Hedwig Derka

Der Erlenzeisig ist ein kleiner Singvogel, der eine Futtervorliebe für die Samen seines namengebenden Baumes hat. Der Blaue Erlenblattkäfer ernährt sich als Larve und als Krabbler von den Blättern des Birkengewächses. Auch die unscheinbare Erlen-Rindeneule hält sich im Vorstadium zum Schmetterling am Laub von Alnus – so die botanische Bezeichnung – schadlos.

Lebensraum und Klimaschützer

Die Erle ist „Baum des Jahres 2020“. Das Kuratorium Wald und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus begründen am Internationalen Tag des Baumes ihre Wahl und rücken damit den Auwald als Lebensraum für zahlreiche Tierarten und als Klimaschützer ins Bewusstsein der Menschen.

Drei Erlenarten heimisch

In Österreich sind Schwarz-, Grün und Grauerle heimisch. Alle drei Arten stehen mehr oder wenig mit Fließgewässern in Verbindung“, sagt Gerhard Heiligenbrunner vom Kuratorium Wald. Die Erle selbst sei zwar nicht gefährdet, der Bestand aber in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Rodungen, Flussregulierungen und Wasserkraftwerksbau reduzieren den „echten CO2-Senker“.

Wald wächst, Arten nehmen ab

Insgesamt wächst Österreichs Gehölz ständig weiter. „Erstmals hat die Fläche die Marke von 4 Millionen Hektar überschritten“, berichtet das Bundesforschungszentrum für Wald. Knapp die Hälfte des Landes ist jetzt Wald. Trotzdem sind einige Baumarten rar geworden. Außenseiter wie Zwergbirke, Wildapfel und Schneebirne gelten als „stark gefährdet“.

In Zukunft robuste Mischwälder

„Lärchen oder Tannen, die mit zunehmend auftretenden Stürmen besser zurecht kommen und auch mit weniger Niederschlag auskommen, werden zunehmen“, blicken die Bundesforste in die Zukunft. Die Waldbesitzer fördern schon jetzt stabilere Mischwälder statt Monokulturen.

Auwälder fördern

„Wir appellieren an die Politik die Auwaldflächen bis 2030 zu verdoppeln“, sagt Heiligenbrunner. Damit wäre nicht zuletzt der Erle geholfen. Und mit ihr dem Erlenzeisig, dem Erlenblattkäfer und der Erlen-Rindeneule.

10 Zahlen zum Baum

65 verschiedene Baumarten wachsen hierzulande – von Ahorn bis Zirbe. Weltweit gibt es mehr als 60.000 Arten, 10.000 davon sind vom Aussterben bedroht.

391 Bäume kommen durchschnittlich auf jeden Österreicher, in Summe sind es etwa. 3,4 Milliarden.

30 Prozent des Baumbestandes sind Laubbäume. Die Buche ist die häufigste Art.

30.000 Liter Wasser saugt ein ausgewachsener Baum mit seinen Wurzeln im Jahr aus dem Boden. Eine hundertjährige Buche benötigt täglich etwa 50 Liter Wasser.

21.000 Liter Sauerstoff gibt eine 20 Meter hohe Fichte pro Tag rund ab. Das entspricht dem täglichen Sauerstoffbedarf von 35 Menschen.

1000 m² groß, 10 m breit und eine Überschirmung von 30 Prozent mit Holzgewächsen sind laut Forstgesetz Minimum, damit eine Baumansammlung als Wald gilt.

1 m³ Holz wachsen in Österreich pro Sekunde nach, das entspricht 2160 Einfamilienhäusern aus Holz täglich.

2011 brauten die Bundesforste ihr erstes Waldbier. Seit dem „Internationalen Jahr des Waldes“ gab es jedes Jahr einen neuen Geschmack in limitierter Auflage; zuletzt war es Elsbeere.

25 Euro zahlen Erwachsene im Nationalpark Kalkalpen für einen Tag „Wald Yoga“. Motto: Die Natur erdet, der Wald entschleunigt. Vorkenntnis ist nicht nötig, festes Schuhwerk schon.

1782 schrieb Johann Wolfgang von Goethe seine berühmte Ballade "Der Erlkönig". Ein Übersetzungsfehler. Der tragische Stoff stammt aus dem Dänischen, dort ist der Ellerkonge ein Elfenkönig. 

Lateinischer Name: Alnus
Anzahl der Arten: weltweit zirka 40
Verbreitungsgebiet: Europa, Asien, Nord- und Südamerika
Früchte: verholzte Zapfen
Blütezeit: März und April
Höhe: 30 bis 40 Meter
Alter: 80 bis 120 Jahre
Eigenschaften des Holz: weich
Standorte: feuchte Böden
Blatt: 5 bis 10 cm lang, eiförmig, saftgrün

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