Mit feiner Crema: Hierzulande schlürfen 85 Prozent täglich Kaffee.

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freizeit Leben, Liebe & Sex
03/09/2020

Einfallsloser Genuss: Koffein lässt keine Ideen sprudeln

Kaffee hilft uns laut einer psychologischen Studie aber, Probleme zu lösen.

von Marlene Patsalidis

Ob Melange, Kleiner Brauner, Espresso, Cappuccino oder Milchkaffee: Die Österreicherinnen und Österreicher lieben ihren Kaffee. Über 1.000 Tassen werden hierzulande pro Jahr getrunken. Im Schnitt gönnt man sich zwei Tassen pro Tag – meist mit Milch und ohne Zucker.

Mit Blick auf die Effekte des koffeinhaltigen Getränks ist das kaum verwunderlich. Koffein beflügelt erwiesenermaßen kognitive Funktionen im menschlichen Gehirn: Problemlösungskompetenz, Konzentration, Aufmerksamkeit und Wachheit, etwa. Auch in puncto motorische Leistungsfähigkeit profitieren Trinkerinnen und Trinker.

Kein kreativer Kick

Der mentale Boost geht offenbar auf Kosten der Kreativität, wie Psychologin Darya Zabelina von der US-amerikanischen University of Arkansas zusammen mit Kolleginnen und Kollegen erforscht hat.

Unter Kreativität versteht man allgemein erfinderische und unbekannte Ideen, Gedanken und Lösungswege. Für diese Art des Denkens prägte Intelligenzforscher Joy Paul Guilford den Begriff "divergentes Denken". Das Gegenstück dazu ist das "konvergente Denken". Es beschreibt das gewöhnliche, lineare, streng rational-logische Denken. Dieser Einteilung bediente sich auch Zabelina in ihrer Erhebung, die kürzlich im Fachblatt Consciousness and Cognition erschienen ist. Darin führt sie vor Augen, dass Koffein konvergente Gedankengänge verbessert. Auf divergente kognitive Prozesse hatte die stimulierende Substanz keinen Einfluss.

Für die Studie erhielten 80 Freiwillige per Zufallsprinzip entweder eine 200-Milligramm-Koffeinpille (entspricht einer starken Tasse Kaffee), oder ein Placebo. Anschließend wurden sie auf ihr konvergentes und divergentes Denken getestet. "Die 200 Milligramm Koffein verbesserten die Problemlösung erheblich, hatten aber keinen Einfluss auf das kreative Denken", sagt Zabelina.

Interessant: Forscher der Peking University stellten 2018 fest, dass der Konsum von Tee sich durchaus positiv auf die Kreativität auswirkt.

Mit allen Sinnen

Wer übrigens denkt, dass man Kaffee hierzulande lediglich wegen seines wachmachenden Koffein-Kicks schätzt, irrt. Zu den Trink-Motiven zählen vor allem Genuss und Erlebnis, ergab eine Umfrage des Kaffeeautomatenherstellers De'Longhi vor zwei Jahren.

Die gute Nachricht: In Zabelinas Studie schien Koffein dem Einfallsreichtum zwar nicht zuträglich zu sein, "es hat es aber auch nicht schlimmer gemacht". Kaffeeliebhaber dürfen also auch künftig morgens getrost zur Tasse greifen.

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