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freizeit Leben, Liebe & Sex
09/25/2021

Aufwachsen im Leistungssport und worauf es dabei ankommt

Worauf Eltern achten sollten und was der Sport den Kindern bringt.

von Theresa Bittermann

Im Alter von vier Jahren hat sie ihren ersten Pokal gewonnen, als sie 14 war, ist das Hobby dann zum Leistungssport geworden. Das Fahrrad ist aus dem Leben der heute 18-jährigen Fiona Klien nicht wegzudenken. Neben der Schule trainiert die Korneuburgerin fünf bis sechs Mal die Woche, Wettkämpfe gehören zu ihrem Alltag dazu. Aber erwachsen werden und Leistungssport betreiben, ist nicht immer eine einfache Kombination.

Davon erzählt auch der neue Kinofilm „Madison“ (seit Freitag in den Kinos). Die 13-jährige Madison trainiert ehrgeizig das Radrennfahren. Statt eines Sommers im Trainingscamp kommt dann aber alles anders. Regisseurin Kim Strobl erzählt: „Wenn man – so wie Madison – extrem zielstrebig, fast schon stur ist, dann verfolgt man oft jahrelang sein Ziel, ohne innezuhalten, und sich zu fragen: Will ich das überhaupt noch? Oder verschließe ich mich aus Angst vor etwas Neuem?“

Überwindung

Die 18-jährige Fiona Klien hat den KURIER getroffen und erzählt, wie es ihr dabei ging im Leistungssport aufzuwachsen, was sie alles schon erlebt und erreicht hat und vor welchen Schwierigkeiten sie manchmal steht.

Anders als die österreichische Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer, fährt Fiona Klien ihre Rennen aber nicht auf der Straße, sondern

über Stock und Stein, ihre Disziplin heißt „Cross Country“. Empfindlichkeit was Schlamm oder steile, holprige Passagen angeht, kann man sich dabei nicht erlauben. „Manchmal kostet es mich schon Überwindung, eine steile Passage zu fahren. Aber da hilft mir mein Trainer, er motiviert mich und gibt mir auch die Sicherheit, dass ich das kann“, erzählt sie. Von ihm bekommt sie ihren Trainingsplan, den sie immer nach der Schule noch abgearbeitet hat – im Juni hat sie maturiert.

Der Trainer oder die Trainerin spielt eine Schlüsselrolle für junge Leute im Leistungssport. „Ich rate allen Eltern, dass sie bei der Auswahl des Trainers oder der Trainerin auf ihr Bauchgefühl hören“, sagt Sportpsychologin und Referentin bei der Sportunion, Andrea Engleder, zum KURIER.

Eltern sind die Experten

„Die Eltern sind und bleiben immer die Experten, was das Wohlbefinden des Kindes angeht. Geht es den Kindern nicht gut, sind viele verunsichert und schreiben das einfach dem Leistungssport zu. Aber das muss nicht so sein: sinkt das Wohlbefinden, sollte man sich Unterstützung suchen. Dann ist es wichtig, zu handeln“, Engleder.

Kinder und Jugendliche im Leistungssport stehen vor besonderen Herausforderungen. Zum einen müssen sie Sport und Schule gleichzeitig bewältigen. „Den Druck, der auf den Kindern durch Sport und Schule lastet, sollte man in anderen Bereichen wegnehmen – vor allem in der Familie. Die Kinder sollten dort einfach Kind sein können“, sagt Engleder. Außerdem stecken die jungen Sportlerinnen und Sportler noch mitten in der Persönlichkeitsentwicklung. In dieser Phase ständig bewertet zu werden – „da muss man sehr darauf schauen, dass die Kinder das nicht verinnerlichen und ihren Wert als Mensch nicht nur über die Leistung definieren“.

Aber der Leistungssport kann auch positive Effekte bringen: Sich Ziele setzen, dranbleiben, wenn es schwierig ist, der Umgang mit Misserfolgen, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe und ein gesteigertes Selbstwert- und Körpergefühl.

Auch die 18-jährige Mountainbikerin kennt schwierige Momente. „Bin ich gut genug? Bringt das überhaupt etwas?“ In solchen Phasen ist ihre Mama die größte Stütze. Der Spaß am Sport siegt bis jetzt immer wieder über jeden Zweifel. Und der Spaß sollte immer Ausgangspunkt sein.

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