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freizeit Leben, Liebe & Sex
10/11/2020

So wohnt Modemacherin Eva Poleschinski

Die Modedesignerin Eva Poleschinski mag es farbenfroh, hat ein Herz für Souvenirs und liebt es, regelmäßig umzudekorieren. Der freizeit öffnete sie die Türen für einen Blick in ihr Zuhause.

von Alexander Kern

Wie wohnt eine Frau, die von Berufs wegen Menschen kleidsam in Szene setzt? Als Modemacherin setzt Eva Poleschinski, so heißt es, auf drei Eigenschaften: Der Materialmix muss stimmen – sprich spannend sein. Sie steht für Individualität – die Facetten jeder Dame, die sie einkleidet, sollen auch von einer großen Robe nicht verschluckt werden. Und: Die Steirerin hat einen Sinn für Extravaganz. Ob sich all das wohl auch bei ihr daheim wiederfinden lässt, innerhalb der eigenen, heimeligen vier Wände? Fern der Modewelt, die gern mit artifiziellen Schauwerten experimentiert und auf aufsehenerregende Effekte setzt? Wir schauen nach – und klingeln an der Tür ihrer 120 Quadratmeter großen Altbauwohnung in Wien-Alsergrund.

Den Mantel im Vorzimmer aufgehängt, marschieren wir schnurstracks ins Wohnzimmer. Und entdecken da schnell ein Musterbeispiel schnittiger Extravaganz: Ein Gemälde, auf dem eine martialische Micky Maus mit Schwert einem Captain America auf dem Richtblock den Kopf abschlägt. Blutige Gesellschaftskritik? Satire? „Schlicht und einfach Kunst“, erklärt Poleschinski. Erstanden hat sie das Werk während eines Aufenthalts in Kuba. Mit ihrem Mann Oliver, beide waren von Beginn an fasziniert – und zwar gleichermaßen vom Bild, wie vom Künstler namens Ernesto, der Ikonenmalerei gekonnt mit historischen Kontexten kombiniert.

Lebendig und bunt soll es sein

Das Insel-Souvenir, das über dem rubinroten Sofa prangt und das Wohnzimmer für sich einnimmt, ist bezeichnend für eine Vorliebe Poleschinskis. Keine Sorge, mit Köpfen hat die nichts zu tun. Aber: Mit ihrem Mann – die zwei sind seit sieben Jahren verheiratet, sie ist in seine Wohnung zugezogen – verreist sie gerne. Frischt ihre Inspiration auf, entdeckt neue Zugänge zu ihrer Arbeit. Und ersteht vor Ort in Boutiquen oder Galerien oft charmante Kleinode, die später ihre Wohnung schmücken. Der mit einem Kelim-Teppich bezogene Sessel etwa stammt von einer Reise in die Türkei. Diese mobiliaren Erinnerungen koppelt sie mit Familienstücken wie den grünen Lederfauteuils, die vonseiten ihres Mannes kommen. Oder einer Standuhr, die sie von einer Oma vererbt bekommen hat. Der Mix macht’s.

Und der sollte nicht nur möglichst lebendig ausfallen – eine tibetische Klangschale steht hier gleich neben einem Gebilde aus Bergkristall, das gute Energie ausstrahlen soll. Die Einrichtung soll grundsätzlich einen bunt-vergnügten Eindruck provozieren. „Ich mag es, die hohen Räume mit den unterschiedlichsten Elementen farbenfroh zu gestalten“, so Poleschinski. „Unser Alltag ist oft ohnehin grau genug.“ Für die nötige Abwechslung sorgt sie selbst. „Ich stelle immer wieder um oder hole neue Teile hervor und dekoriere die Wohnung damit neu, ich genieße das.“ Es sei ähnlich wie mit der Mode. „Zweimal im Jahr wird ja auch der Kleiderschrank umgeräumt – einmal kommen die Sachen für Herbst und Winter nach vorne, dann wieder jene für Frühling und Sommer. So halte ich es mit der Wohnung auch.“

Die Modemacherin liebt die hohen Räume ihrer Altbauwohnung

Der mit einem Kelim-Teppich überzogene Sessel ist aus der Türkei

Blumen machen das Zuhause heimelig 

Poleschinski vor ihrem Wandregal mit Kleinoden

Schnitzwerk: Dieses Holzauto ist von einer Reise nach Kuba

Drei Derwische von einem Besuch in der Türkei 

Der süße Schirm stammt aus Myanmar 

Ein weiterer Blick ins Wohnzimmer 

Die Standuhr ist ein Familienstück

Das Schlafzimmer trumpft mit einer farbenfrohen Blumentapete auf

Die Modedesignerin im Porträt 

Regal der Erinnerungen

Und, eines sieht man auch gleich: „Ja, ich bin eine leidenschaftliche Sammlerin“, gibt Poleschinski zu. Das macht sich verstärkt im nächsten Raum bemerkbar. Ein hohes Holzregal erstreckt sich hier über die gesamte Wand – beladen mit Kostbarkeiten, gespeist aus Nostalgie, Liebhaberei und persönlichen Reminiszenzen. Eine weiße Maske aus Namibia gibt es hier ebenso zu entdecken wie drei Porzellan-Derwische aus der Türkei, das gerahmte Foto von Eva Poleschinskis 98-jähriger Großmutter findet hier genauso Platz wie ein handgefertigtes Sonnenschirmchen aus Myanmar, eine Lomo-Kamera oder das Redoutekrönchen, das sie für den heurigen Opernball designt hat. Vervollständigt wird diese bunte Galerie durch viele Paare High Heels, darunter die mit Federn bestückten Schuhe, die Poleschinski zu ihrer standesamtlichen Hochzeit getragen hat – hochhackige Vervollständigung eines Schaukastens mit persönlichem Flair.

Trends und das Hochhalten wertvoller Erinnerungen sind Eva Poleschinski wichtig. Auch in Sachen Ehe: Jedes Jahr feiert die Modemacherin ihren Hochzeitstag an einem neuen Ort und schneidert sich dafür ein neues Kleid. „Ich bin Romantikerin.“

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