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freizeit Leben, Liebe & Sex
05/20/2021

Reiben, reizen, drücken: Sex mit Wow-Effekt

Ran, rauf, rein, raus. Vielen Frauen reicht das nicht, um zu kommen. Eine neue Studie zeigt nun, was wirklich Lust macht.

von Gabriele Kuhn

So funktioniert das – dachten alle einmal. Dann warteten Frauen äußerst gespannt darauf, dass ein Mann sie besteigt, um mit seinem mächtigen Ding in sie einzudringen. Der Rest ist Geschichte: Einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer. So haben wir’s gelernt – aus Büchern und Erzählungen, aus Pornos und Hollywoodfilmen. Ein Mann, eine Missionarsstellung, allenfalls eine Nummer im Stehen, rein, hin, her, ächzen, schreien, stöhnen, kommen. Super. Eh. Zumindest für die Männer – bei denen funktioniert das wunderbar. Weil er für ihr Hollodero samt Höhepunkt nicht viel braucht. Etwas Reibung, und das Gefühl in Madame zu stecken, geht schon, gemma. Aber was ist mit ihr? Stimmt, wir haben es jetzt wirklich oft, sehr oft, gehört und gelesen, dass die weibliche Lust komplex ist. Nicht schon wieder! Abgehakt, nächstes Thema bitte.

Sorry. Geht nicht. Und zwar so lange, bis alle Frauen und Männer verstanden haben, dass theoretisches Wissen und ein paar feuchtfröhliche Fakten nett sind – aber keinen Orgasmus garantieren. Ich sag’s einmal salopp: Mit Reinraus kommen wir nicht allzu weit. Das mag für die ersten gemeinsamen intimen Momente gelten, weil es da reicht, den Partner endlich in sich zu spüren – diese ersehnte Nähe, der Akt, der Atem, die Lust. Aber irgendwann braucht’s mehr. Erst dann kommen wir weiter – weiter, als wir bisher gedacht haben. Dafür lohnt es sich, auf der Website „OMGyes“ vorbeizuschauen – eine Plattform, die sich seit 2015 der weiblichen Lust widmet. Wissenschaft wird mit Praxis anschaulich verbunden, Frauen werden gefragt, Videos und Anleitungen gezeigt, die man sich – wie im Kino – allein oder mit dem Partner ansehen kann. Umsonst ist das Geschäftsmodell im Namen der Lust nicht, aber es gibt ödere Dinge, in die Menschen Geld stecken.

Vaginale Penetration - da geht noch mehr

Erst unlängst machte „OMGyes“ mit einer neuen Studie auf sich aufmerksam – zum spannenden Thema „vaginale Penetration“. Die ist ein bisserl in Verruf geraten, oder sagen wir so: Die Damen lieben sie, haben aber mitunter das Gefühl, dass was fehlt. Um herauszufinden, was genau, befragten Forscher der Universität Indiana gemeinsam mit „OMGyes“ etwas mehr als 3.000 Frauen im Alter von 18 bis 93 Jahren, wie sich die Lust im Rahmen des Klassikers so steigern lässt, dass was Großes passiert.

Herausgekommen sind vier Methoden, die den penetrativen Sex zur Erlebnisshow machen. Da wäre zunächst das, aus meiner Sicht, sehr wichtige Rocking: Frauen mögen es, wenn Reibung und Druck an der Klitoris konstant bleiben, heißt für Männer: Dringt ein, bewegt euch in ihr, bleibt aber drin, nix reinraus. Dann das Angling: Das ist nix anderes als ein leichtes Drehen des Beckens oder der Hüfte, auch ein Anheben oder Absenken, mit dem Ziel, maximal-vaginale Reibung zu erzeugen und intensiv zu spüren. Numero 3: Pairing. Quasi das Stimulationsduett, weil viele Frauen die Penetration lustvoller empfinden, wenn gleichzeitig die Klitoris in den Fokus rückt. Ergänzende Fingerspiele sehr erwünscht. Und schließlich das Shallowing als reizvolles Spiel: Dafür wird die Vagina vor dem Eindringen sanft berührt, gereizt, angeturnt, in Spannung versetzt – am besten mit den Fingern, der Penisspitze, mit einem Sextoy, mit dem Mund oder der Zunge. Für ganze 83,8 Prozent der befragten Frauen steigert das nicht nur die Lust, sondern erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Höhepunkt dramatisch. Ja, und was für wen genau passt, gilt es nun herauszufinden. Keine Frau ist wie die andere – und manchmal trennen uns nur Millimeter, Mini-Bewegungen oder feinste Berührungen vom himmlischsten Gefühl der Welt.

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