Heteromysis schoenbrunnensis tauchte schon vor Jahren im Zoo auf.

© Helmuth Goldammer

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06/17/2021

Neue Garnelenart entdeckt: Der Neo-Wiener stammt aus dem Indopazifik

Der Tiergarten Schönbrunn nennt den 6,1 mm kleinen Aquarien-Bewohner Heteromysis schoenbrunnensis. Er tritt meist in Schwärmen auf.

Der Lockdown machte es möglich: Endlich war genug Zeit, den unbekannten Aquarium-Bewohner genau unter die Lupe zu nehmen. Jetzt steht fest, dass im Tiergarten Schönbrunn eine noch nie beschriebene Garnelenart schwimmt.

Normalerweise werden neue Tierarten in unerforschten Wäldern oder tief am Meeresgrund entdeckt. Doch nun ist ein Meeresbiologe im Tiergarten Schönbrunn im Riffaquarium und den angeschlossenen Filteranlagen im Aquarien-Terrarienhausauf eine neue Schwebgarnelenart gestoßen.

Schwebgarnelenart tauchte schon vor Jahren auf

"Seit vielen Jahren sehen wir diese Schwebgarnelen immer wieder herumschwimmen, wenn wir die Becken kontrollieren oder die Fische füttern. Die maximal 6,1 Millimeter großen Tiere treten meist in Schwärmen auf und haben sich zahlreich vermehrt", erklärt Anton Weissenbacher, zoologischer Abteilungsleiter in Schönbrunn. Da 2019 im Haus des Meeres bereits eine Garnelenart entdeckt wurde, nahm er Kontakt mit den Kollegen auf. "In den Lockdowns hatte ich genug Zeit für diese Forschungsarbeit. Ein Meeresbiologe in Wien ohne Möglichkeit zu reisen, sitzt ja quasi am Trockenen", sagt Daniel Abed-Navandi, Kurator im Haus des Meeres.

Vergleich mit 107 Verwandten

Wochenlang wurden die Garnelen akribisch unter dem Mikroskop untersucht. Jedes noch so winzige Körperteil wurde mit den 107 eng verwandten Schwebgarnelen-Arten verglichen. Tatsächlich gab es mikroskopisch auffällige Unterschiede in der Anzahl, Länge und Dicke der Borsten. Eine neue Art war entdeckt. Abed-Navandi: "Wir haben diese Garnelenart nach ihrem Fundort Heteromysis schoenbrunnensis benannt."

Ein Neo-Wiener aus dem Indopazifik

Heimisch sind die Schönbrunner Schwebgarnelen mit ziemlicher Sicherheit im Indopazifik. Weissenbacher: "Vermutlich sind sie vor rund 20 Jahren als blinde Passagiere in Spalten von Steinen mitgereist, als wir unser Riffaquarium eingerichtet haben." Dies ist bereits die zweite Tierart, die im Tiergarten Schönbrunn entdeckt wurde. 2010 stießen Wissenschafter im Regenwaldhaus auf eine neue tropische Landschneckenart aus Borneo, die nach dem damaligen stellvertretenden Direktor Harald Schwammer, Schwammeria, benannt wurde.

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