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Fernsehgeräte
08/21/2021

Das TV-Gerät wird 90: Happy Birthday, Flimmerkiste!

1931 präsentierte Manfred von Ardenne seine Erfindung. In der Nachkriegszeit gehörte das Gerät in jedes Wohnzimmer.

von Ute Brühl

Patschenkino, Flimmerkiste oder Glotze: Das Fernsehgerät hat in jeder Familie einen anderen Spitznamen. Als das Empfangsgerät am 21. August 1931 auf der Funkausstellung in Berlin erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, nannte man es auch noch ganz offiziell Ferntonkino.

Am heutigen Samstag feiert der vollelektronische Fernsehempfänger also seinen 90. Geburtstag. Erfunden hat ihn der Technik-Freund und Schulabbrecher Manfred von Ardenne – mit gerade einmal 24 Jahren. Der Tüftler hatte sich wohl keine Technik-Ausstellung entgehen lassen. Als er bei der Internationalen Funkausstellung im Jahr 1928 das mechanische Vorgängermodell des Fernsehgeräts entdeckte, muss er sich gedacht haben: „Das geht noch besser.“

In die Röhre schauen

Es ging besser: Die „Braunsche Röhre“ war es, die den entscheidenden Durchbruch brachte und die stark modifiziert noch bis zur Jahrtausendwende in fast jedem Gerät verbaut war. Ohne sie konnte man also nicht in die „Röhre“ schauen.

Die Deutschen – zumindest die, die in der Nähe von Berlin wohnten – konnten schon seit dem Jahr 1935 drei Mal in der Woche das Programm über den Bildschirm flimmern lassen. Deutschland war damit Pionier. In keinem anderen Land gab es so früh ein TV-Programm.

So richtig zum Erfolgsmodell wurde die „Glotze“ allerdings erst in der Nachkriegszeit. Die erste Life-Übertragung, die Österreicherinnen und Österreicher mitverfolgen konnten, war die Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper im Jahr 1955. Programme gab es damals nur stunden- oder tageweise. Erst seit 1959 wird täglich gesendet. Am Abend war dann nur das Testbild zu sehen. Die meisten gingen zum Fernschauen ins Gasthaus oder an sonstige öffentliche Plätze.

Straßenfeger

In den 60er-Jahren konnten sich dann immer mehr Familien eine „Mattscheibe“ leisten. Manche Programme erwiesen sich geradezu als Straßenfeger, etwa die Skirennen von Toni Sailer, die Edgar-Wallace-Krimis oder Samstag-Abend-Shows wie „Einer wird gewinnen“ oder „Wetten, dass..?“. Da saß die ganze Familie gebannt vor dem Gerät. Das gibt es heute kaum noch: Seit man Sendungen streamen kann und jeder einen – wenn auch kleinen – Monitor am Handy hat, hat das Fernsehen als wichtigste Unterhaltungs- und Informationszentrale ausgedient.

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