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Sex in der Freizeit
09/16/2021

Ausziehen!

Manche schauen einem Mann in die Augen, andere auf die Hände – später lohnt sich der Blick auf seine Unterwäsche. Weil nicht egal ist, was er trägt. Mutig gemusterte Modelle mit lustigen Figuren sind ebenso eigen wie exzessive Extravaganz rund ums Genital.

von Gabriele Kuhn

Also gut, dann gibt es laut Medienberichten  bald Unterhosen, die wir nicht mehr zu waschen brauchen. Anziehen, ausziehen, über Nacht lüften – alles wieder picobello. Was angeblich mit der besonderen Zusammensetzung des Wunderstoffs zu tun haben soll, der Bakterien- und Geruchsbildung verhindert. Ob das gut ist? 

Komischerweise muss ich dabei sofort an Herrenunterhosen denken, weil gerade Männer dazu neigen, ihre Dessous einen Hauch länger zu tragen als zuträglich. Außerdem existiert bei manchen ein gewisser Hang zum Hässlich-Lumpigen oder aber zur Komik: Doch nicht alles, was bunt, lustig oder zwanghaft originell  ist, ist zwingend sexy. Im Gegenteil. Das Schlimmste, was mir diesbezüglich in die Augen stach, war ein Slip mit Tapetenmuster aus den Siebzigern und dieses etwas ausgebeulte Modell „Urwald“, mit Affen, Bananen und Lianen. Ich erinnere mich auch noch an diesen grinsenden Halloween-Kürbis an sehr prominenter Stelle.  Freud wäre zu all dem garantiert etwas eingefallen. 

Abgesehen davon finde ich es  äußerst bedauerlich, dass von Frauen diesbezüglich maximaler Einsatz erwartet wird, Männer aber so viel weniger  besonnen mit der Wahl ihrer Unterwäsche umgehen, die in der Fachsprache elegant als Male Lingerie  bezeichnet wird. Von Eleganz keine Spur. Morgens der verschlafene Griff in die Hosenlade – wurscht und aus. So als würde das, was im Slip ruht, so sehr das Epizentrum allen Vergnügens sein, dass es kein Chichi mehr braucht. So gilt das Credo der Bequemlichkeit, das Ding darf nicht kratzen, nicht einengen. Gut, ich kann verstehen, dass der Mann von Welt nicht gerne im Spitzen-String seinem Tagwerk nachgeht – doch für gewisse Stunden könnte er  sich und seinen „besten Freund“ in besseres Zeug legen. 

Das Gros der Herren setzt übrigens auf unauffällige Klassiker – Boxershorts oder Herrenslips, mit oder ohne Bein. Von mir aus. Zum Leidwesen der meisten Frauen stehen allerdings viele auf Prints – zu Weihnachten mit Santas, zu Ostern mit Hasen oder aber vollgepackt mit  Comic-Figuren seines Vertrauens. Merke: Wenn die Dame dann  „Ausziehen!“ keucht, muss das nicht unbedingt mit akuter Geilheit zu tun haben. Also: Wenn schon schlicht, dann bitte in Schwarz, Dunkelgrau oder Blau. 

„Man muss sich da schon die Frage stellen dürfen, ob der Typ mit Schlumpf-Slip wirklich so originell ist wie seine Lingerie oder nicht doch noch davon träumt, wie Harry Potter 
zu sein.“

Möglicherweise lässt ja die Verpackung seines Genitals  auf seinen Charakter schließen. Man muss sich schon die Frage stellen dürfen, ob der Typ mit Schlumpf-Slip wirklich so originell ist wie seine Lingerie ahnen lässt. Oder er nicht doch noch davon träumt, bei Bob, der Baumeister mitspielen zu dürfen. Andererseits sollten wir Damen aber auch bei zu viel modischer Unterhosen-Exzentrik vorsichtig sein. Was will ein Typ mit Boxershorts, Modell Michelangelo (auf die Davids Genital  groß gedruckt ist) genau ausdrücken? Interessant sind auch die Fans von augenfälligen Jockstraps, eine Art Suspensorium mit Loch hier und dort, womöglich mit Elefanten-Rüssel als Stoff gewordene Aufforderung, erst zu staunen und dann zuzugreifen? Es wäre also nicht schlecht, würden Männer da mehr Bewusstsein entwickeln. Muffige oder mutig gemusterte Unterhosen mit laschem Bund und hängender Popschpartie sind genauso befremdlich wie die exzessive Spitzen- und Latex-Zurschaustellung eines – wir wissen es ja eh! – gigantischen Genitals. „Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht“, heißt es in einem Spruch. Auch bei der Herrenunterhose gilt die 3-G-Regel: gewaschen sollte sie sein, geschmeidig sollte sie wirken und, in Bezug auf Farbe, Muster, Stoff: nicht zu grell. Bitte. Danke. 

Endlich!  Ab 17. September ist es so weit: Da startet auf „Netflix“ die dritte Staffel der sehenswerten britischen Serie „Sex Education“ – mit neuen Geschichten rund um die Moordale-Schule, Otis Milburn (der seine Mitschüler aufklärt) und seine Mutter (eine Sexualtherapeutin) Jean, gespielt von Gillian Anderson. Von der Kritik wurde die Serie übrigens hochgelobt – vor allem in Bezug auf den  Umgang mit Jugendlichen und dem Thema Sex.

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