Vor allem während der Menopause leiden viele Frauen unter Scheidentrockenheit.

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freizeit Leben, Liebe & Sex
03/18/2021

Die "Tage": Orgasmus statt Schmerzpille

Viele Frauen ertragen ihre monatlichen Schmerzen still und verdammen ihre Tage. Eine Studie zeigt nun die lindernde Rolle eines Höhepunkts während dieser Zeit – ohne den Partner.

von Gabriele Kuhn

Ich mag das Wort Mumu-Missachtung, – entdeckt habe ich es bei „The Female Company“, deren Gründerinnen sich auf die Produktion von Produkten für die Frau spezialisiert haben, vor allem rund um die Periode. Es fasst das Tabu zum Thema perfekt zusammen. Demnach kommen viele Frauen mit ihren „Tagen“ nicht zurecht und nehmen sie als lästige Ingredienz ihrer Weiblichkeit hin.

Auch gesellschaftlich gilt das Menstruieren als Thema, das nur bedingt beplaudert werden muss. Mumu-Missachtung, eben: Die Periode, so verdammt wie gefürchtet und nicht als etwas zutiefst Weibliches integriert. Der Umgang damit steht symbolisch für den Umgang mit der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft. Das schafft Normen, Werte – und Realität. Zumindest ein paar „Periodenwitze“ kursieren, etwa: „Was ist ein Blutfleck auf dem Feldweg? Eine alte Bauernregel.“ Und ja, es darf gelacht werden – so wie über jeden mittelmäßigen Herrenwitz. Allemal besser, als sich zu schämen.

Die Hälfte der Menschheit menstruiert – es ist das, was alle Frauen verbindet. Eine besondere Zeit, in der Frau ihrer Weiblichkeit und Kraft nahekommen könnte und den ewigen Zyklen der Natur. Stattdessen fokussieren wir uns auf das Negative, wie etwa Schmerzen oder psychische Verstimmungen. Etwas, das sich wohl nur langsam verändern kann, weil die positiven Vorbilder fehlen. Die Symptome, sind also nicht wegzudiskutieren. Und mangelhaft erforscht, als weiterer Aspekt des „Gender Health Gap“. Also begnügen wir uns mit Schmerzmittel, Wärmeflasche und ein paar Tagen Unglück. „Wir brauchen mehr Vagina-Hacks oder Perioden-Revolutionen, heißt es bei „The Female Company“. Richtig.

Die Menstrubation-Studie

Alsdann, was hilft? Zum Beispiel ein Orgasmus. Hm, heikles Thema, dieses „Periode & Sex“-Ding. Aber relevant. Deshalb hat sich die „Female Company“ mit dem Sextoy-Hersteller „Womanizer“ zusammengetan und im Mai des vergangenen Jahres die erste „Menstrubation-Studie“ (ein Wort, das sich aus Menstruation und Masturbation zusammensetzt) ins Leben gerufen. Sie wurde gemeinsam mit einem klinischen Psychologen und Sexualtherapeuten durchgeführt, knapp 20.000 Menstruierende folgten dem Aufruf beider Unternehmen. Schlussendlich nahmen insgesamt 486 Frauen daran teil.

Sie alle wurden für einen Zeitraum von drei Monaten gebeten, auf die üblichen Methoden zur Schmerzkontrolle zu verzichten und stattdessen zu masturbieren. Sämtliche Symptome mussten dokumentiert werden. Das Ergebnis ist eindeutig: 90 Prozent der Frauen empfehlen Masturbation zur Schmerzbekämpfung weiter, die Intensität und Häufigkeit der Schmerzen sank nachweislich, aber in unterschiedlichem Ausmaß. Manchen half ein individueller Mix aus Masturbation, Medikament, Wärme, CBD-Öl, Schlaf und Bewegung.

Dass ein Orgasmus schmerzlindernd sein kann, ist bekannt: Durch das Erleben des Höhepunkts schüttet der Körper Hormone aus, allen voran Dopamin. Das reduziert Stress, schafft innere Ausgeglichenheit und wirkt sich so, indirekt, auf die Schmerzen aus. Aber auch sonst geht’s im Körper nach einem guten Orgasmus richtig schön rund: Alles ist durchblutet, der Stoffwechsel wird intensiviert.

Das Wichtigste betrifft wohl die Kontraktionen, die durch einen Orgasmus im Unterleib entstehen. Wohliges Anspannen, Entspannen – so lösen sich Krämpfe. Aber vielleicht geht’s in diesen Momenten schlicht auch um eine gute Zeit, die eine Frau mit sich allein verbringt und nur sich selbst widmet. Als ein Akt der Selbstliebe, und die schadet nie.

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