Kpop-Star Jimin (Mitte) ist das große Idol von Influencer Oli London

© REUTERS/KIM KYUNG-HOON

freizeit Leben, Liebe & Sex
06/24/2021

Britischer Influencer outet sich als "nicht-binär koreanisch"

Social-Media-Star Oli London wolle der koreanischen LGBTQI-Community Mut machen und endlich zu seiner wahren Identität stehen.

Immer mehr Künstler - zuletzt Popstar Demi Lovato - möchten sich nicht mehr in das zweigeschlechtliche System einordnen und identifizieren sich als nicht-binär. Das heißt, dass sie sich weder als Frau noch als Mann sehen und neutrale Pronomen - im Englischen "they/them" bevorzugen.  

Dazu zählt nun auch die britische Instagram-Persönlichkeit Oli London mit immerhin 260.000 Followern. London outete sich jedoch nicht bloß als "non-binary", sondern als "non-binary Korean", also als "nicht-binär koreanisch".

"Ja, ich identifiziere mich als koreanisch", sagte London in einem Youtube-Video. "Es fühlt sich so gut an, nachdem ich mein ganzes Leben im falschen Körper und in der falschen Kultur gefangen war. Das ist meine Entscheidung, meine Wahl. Es tut niemandem weh." Neben they/them gab London auch kor/ean und ji/min (nach einem Kpop-Star) als neue Pronomen an.

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Ein Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten - Korea sei eine Nation, kein Geschlecht, schimpften viele in den sozialen Medien. Andere argumentierten, dass die gewünschten Pronomen die Anliegen nicht-binären Community ins Lächerliche ziehen würden. London rechtfertigte sich daraufhin in einem Instagram-Posting: "Ich hatte immer Identitätsprobleme und war verwirrt, wer ich als Person bin." Nun sei London endlich die Person, die London immer sein wollte, und niemand könne London davon abhalten.

Das öffentliche Outing solle andere Mitglieder der LGBTQI+-Community, Kpop-Fans und Koreanern Mut machen und Selbstbewusstsein geben. "In Südkorea gibt es Millionen LGBTQI-Personen, die keine Stimme haben, von der Gesellschaft verbannt und ihren eigenen Familien abgelehnt werden. Ich wollte ein Leuchtturm für diese Menschen sein und ihnen sagen, dass es okay ist, sich selbst auszudrücken und sich als das zu outen, als das man sich identifiziert", so London.

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Dies sei kein Grund, London zu entmenschlichen oder diskriminieren. "Es kostet nichts, freundlich und respektvoll zu sein und Liebe zu verbreiten", lautet der Appell am Ende der Botschaft. "Lasst uns zusammenkommen, um Homophobie zu bekämpfen und allen Menschen die selben Rechte zu ermöglichen, egal, als was sie sich identifizieren."

London hatte sich zuvor zahlreichen Operationen unterzogen, um wie der Kpop-Star Jimin auszusehen. Der neue offizielle koranische Name von London sei nun Park Jimin HueningKai Taeyong Imnida.

Nach vielen Anfeindungen im Netz meldete sich auch Londons Manager zu Wort. Abgesehen von seiner Gender-Fluidität habe sich Oli immer stärker zu Korea und der koreanischen Kultur hingezogen gefühlt - viel mehr als zu seiner eigenen, heißt es in dem Statement. "Er hofft, dass ihn die Menschen für das akzeptieren und lieben, was er ist."

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