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freizeit Leben, Liebe & Sex
05/21/2021

Was bedeutet es, sich als "nicht binär" zu definieren?

Popstar Demi Lovato überraschte mit einem Coming-out. Mit der sexuellen Orientierung hat "non binary" aber nichts zu tun.

Es ist ein Phänomen, das vor allem in der jungen Generation immer häufiger wird: In ihren Social-Media-Profilen geben sie die Pronomen an, mit denen sie angesprochen werden möchten. Meist auf Englisch, denn dort ist Gechlechtsneutralität einfacher zu handhaben als im Deutschen. Neben "he/him" und "she/her" kann dort auch "they/them" stehen, wie auch seit Kurzem in den Profilen von Pop- und Filmstar Demi Lovato.

"Ich bin stolz, euch wissen zu lassen, dass ich mich als nicht binär identifiziere", schreibt Lovato. Auch andere Prominente wie zum Beispiel Sam Smith sehen sich als nicht binäre Personen und gingen damit an die Öffentlichkeit. 

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Auf die Outings folgten teilweise Shitstorms und verächtliche Kommentare in den sozialen Medien. Vielen ist nicht klar, was es bedeutet, sich als "nicht binär" zu sehen. 

"Binär" bedeutet grundsätzlich, dass es zwei Dinge von etwas gibt. Im Kontext der Geschlechter bezieht sich binär also auf das männliche und weibliche Geschlecht. Manche Personen definieren sich aber nicht als eindeutig weiblich oder männlich, sondern als nicht binär - weder noch also. "Nicht binär" ist eine sogenannte soziale Geschlechteridentität ("Gender") - es hängt also nicht damit zusammen, welche sexuelle Orientierung oder welches biologische Geschlecht man hat, sondern wie man sich selbst definiert. 

Fließende Übergänge

Während manche die Kategorisierung mittels Geschlecht grundsätzlich ablehnen, bewegen andere sich fließend zwischen traditionell weiblichen und männlichen Rollenbildern hin und her (genderfluid). 

"Nachdem ich ein Leben lang auf Kriegsfuß mit meinem Geschlecht war, habe ich beschlossen, mich selbst so anzunehmen, wie ich bin - innerlich und äußerlich", erklärt Sam Smith in einem Interview mit The Guardian

„Seit einigen Jahren nehmen wir verstärkt wahr, dass sich Jugendliche unter dem Überbegriff ,non binary gender‘ definieren, sprich, sich nicht eindeutig einem Geschlecht im Sinne der strengen Zweigeschlechtlichkeit zuordnen“, berichtete Johannes Wahala, Psychotherapeut, Sexualwissenschafter und Leiter der Beratungsstelle Courage, vor einiger Zeit im KURIER.

Sprachlich gibt es im Deutschen jedenfalls noch einiges aufzuholen. Während man im Englischen auf das neutrale Pluralpronomen "they/them" ausweicht, hat sich im Deutschen noch keine Alternative zu den männlichen und weiblichen Pronomen durchgesetzt. 

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