Drunk man in traditional bavarian clothes holding beer mugs

© Getty Images/iStockphoto / Halfpoint/iStockphoto

freizeit Fragen der Freizeit
08/18/2020

Warum heißt der Radler eigentlich Radler und nicht Roller?

Fragen der Freizeit ... und Antworten, die Sie überraschen werden.

von Andreas Bovelino

Nein, keine b’soffene G’schicht. Ganz im Gegenteil. Also: Es ist heiß, man will eine Erfrischung. Aber keinen Softdrink, der besteht nur aus Zucker und macht letztendlich, das haben uns unsere Eltern vor Jahrzehnten schon ganz richtig erklärt, nur noch durstiger. Wasser wäre am gesündesten, natürlich, aber irgendwie will man etwas mit Geschmack. Ein Bier! Großartig, aber bei 35 Grad kann’s auch dem stärksten Mann passieren, dass der Tag danach vorbei ist. Also? Ein Radler, klaro! Halb Bier, halb Sprudel, im Wilden Westen trinken wir ihn auch gern als sauren Radler mit Mineralwasser. Nur 2 statt den beim Bier sonst üblichen 5 %, das macht doch Sinn!Nur, warum heißt das Teil ausgerechnet Radler?

Es könnte doch genau so gut Wanderer oder Läufer oder Schwimmer heißen. Roller vielleicht oder Walker. Ich persönlich fände Fitter auch nicht schlecht. So als Statement. Aber stattdessen übernimmt der Name Radler gar die Weltherrschaft, verdrängt das norddeutsche Alsterwasser, den britischen Shandy, erobert die USA und sogar Neuseeland. Die Erklärung, dass Radfahrer  als Verkehrsteilnehmer nicht bedudelt sein sollten  greift meiner Meinung zu kurz, weil das ja auf Autofahrer auch zutrifft. Da muss doch mehr dahinter sein!

Und tatsächlich stößt man nach ein wenig Suche auf eine hübsche Gründungsgeschichte: Die 1920er erlebten wegen technischer Neuerungen und sinkender Preise einen regelrechten Fahrrad-Boom. Im Biergarten von Franz Kugler in Oberhaching drohte an einem Wochenende im Jahr 1922 das Bier auszugehen, weil dermaßen viele Münchner einen Fahrrad-Ausflug dorthin gemacht hatten. Der Wirt streckte das Bier zur Hälfte mit Zitronen-Limo und erklärte seine Kreation kurzerhand zur „Radler-Maß“.

„Eine schöne Legende“, erklärt der Bayerische Brauerbund. Tatsächlich sei der Begriff schon Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Damals gab es einfach viel mehr Fahrräder als Autos, deshalb der Name. Gesetzliche Alkoholgrenzen für Verkehrsteilnehmer gibt es übrigens erst seit 1953. Bei 1,5 Promille waren das doch einige Radler. Und ja, damals war das dann wohl doch eine b'soffene G’schicht.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.