Wer sorgt dafür, dass die ganzen Blätter wieder bis zum nächsten Herbst verschwinden?

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freizeit Fragen der Freizeit
09/28/2021

Wohin verschwindet das Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt?

Wie viele Blätter in einem Hektar Wald liegen. Und wer aller beim großen Aufräumen mitmacht.

von Daniel Voglhuber

Eine einzige hundertjährige Buche lässt im Herbst rund eine halbe Million Blätter fallen. Ein Hektar Mischwald – das sind eineinhalb Fußballplätze – bringt es auf rund fünf Tonnen Laub und abgefallene Holzreste. Fragen Sie lieber nicht, wie viele Badewannen das sind. Wer das wissen will, bis alle Blätter herunten sind, hat aber ohnehin noch Zeit, das auszurechnen. Derzeit sind sich Bäume und Blätter noch zu grün, als dass sie sich im Farbenrausch voneinander verabschieden würden.

Wenn es so weit ist, liegt das Laub zentimeterhoch. Und dennoch sieht es nach ein paar Monaten wieder aus wie vor dem Herbst. Der Boden ist beinahe aufgeräumt. Und das nicht nur dort, wo fleißige Menschen das Laub zusammenrechen und weniger fleißige mit dem Laubbläser die Luft verpesten. Aber warum ist das so? Da werden sich jetzt manche sicher denken: „Was für eine depperte Frage. Das weiß man doch, dass das die Organismen in der Erde sind.“

Das passiert mit dem Laub

Stimmt. Aber es ist doch ein bisschen komplizierter. Und interessant.

Aber ja, es hat mit Bodentieren, Pilzen und Bakterien zu tun. „Die Zersetzer sind für den Wald, was die Müllabfuhr für unsere Städte ist“, hat einmal Professor Ulrich Brose vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung gesagt, der sich mit Waldböden beschäftigt.

Die Zersetzung beginnt nicht erst, wenn die Blätter am Boden liegen. Nein, schon am Baum. Das Chlorophyll verlässt die Blätter – die so übrigens ihre bunte Farbe erhalten – und wird wieder in den Kreislauf des Baumes rückgeführt. Und noch dort hängend, fallen bereits Pilze und Bakterien über das Laub her.

Fruchtbarer Boden

Am Boden angelangt, feiern die dortigen Tierchen – Asseln, Milben, Käfer, Schnecken, Würmer oder Tausendfüßler – ihr Festmahl. Was sie nicht schaffen – etwa schwer verdauliche Blattreste – bauen Pilze und Bakterien ab, wie auch die Stoffwechselprodukte der Insekten. Der Tierkot wird in Humus umgewandelt, der dem Boden Nährstoff liefert.

Und die Moral zum Schluss überlassen wir Professor Brose: „Je mehr einzelne Tiere vorhanden sind und je größer deren Artenreichtum, umso besser funktioniert das System.“

Hier schreiben Autoren und Redakteure abwechselnd über Dinge, die uns alle im Alltag beschäftigen.

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