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freizeit Family

Safer Internet Day: Was ist eigentlich "Sharenting"?

Aktionstag für mehr Sensibilität bei Eltern: Schon früh stellen sie die Bilder ihrer Kinder online. Was dagegen spricht.

von Daniela Davidovits

02/11/2020, 05:00 AM

Wie jeder Trend hat auch dieser einen Namen: "Sharenting" setzt sich aus den Worten "Parenting", englisch für Elternschaft oder Erziehung, und Sharing, dem Teilen von Fotos und Informationen online zusammen. Gemeint ist, dass Eltern ihre Kinder im Internet präsentieren. Geprägt wurde das Wort vom "Wall Street Journal" bereits vor einigen Jahren, aber jetzt steigt die Sensibiliät für das Thema.

Am heutigen Safer Internet Day wird weltweit auf die Sicherheit der Kinder im Internet hingewiesen. "Zwei Drittel aller Fotos auf Kinderpornoseiten stammen mittlerweile aus den sozialen Netzwerken. Eine furchtbare Entwicklung, die die Frage aufwirft: Was haben Fotos von Kindern überhaupt auf sozialen Netzwerken zu suchen - besonders, wenn Kinder selbst noch nicht über ihre Präsenz bestimmen können?", betont die Medienpädagogin Katharina Hochwarter.

Oft wird das Phänomen daher als "Over-Sharenting" bezeichnet, dass nämlich die Eltern zu viel von ihren Kindern zeigen - bereits in den ersten Lebensjahren. Probleme, die sich dadurch ergeben, betreffen das Urheberrecht, den Datenschutz - sowohl online als auch offline, betont Hochwarter. Das kann später zu Konflikten führen, besonders wenn Kinder nicht damit einverstanden sind. Doch wie soll man damit umgehen?

In einer Zeit, in der alles online und digital ist, beginnt unsere Identität längst schon vor den ersten Schritten. Selbst ungeborene Kinder sind bereits online, ohne, dass sie was tun können: Ultraschallfotos werden geteilt und es gibt Tools (ähnlich wie eine Smartwatch ), durch die man Daten vom Kind (Herzschlag) schon vor der Geburt in Sozialen Netzwerken teilen kann. Auch der (digitale) Werbemarkt weiß oft schon alleine durch das Kaufverhalten, dass eine Frau schwanger ist. Manchmal noch bevor es die Frau selbst weiß.

Wo und wann beginnt die Meinungsfreiheit und die Entscheidungsfreiheit der Eltern und Erwachsenen? Wo beginnt die Privatsphäre der Kinder? Sollten Kinder nicht auch - im Sinne der Mediendemokratie - Teil des Internets sein? Sollte man nicht das Recht haben neue innovative Familienmodelle authentisch online zu zeigen? Wie kann ein sicherer Umgang mit Kinderbildern - oder digitale Informationen über Kinder aussehen - welche Möglichkeiten gibt es dabei?

Auch Barbara Buchegger von Safer Internet kritisiert unvorsichtige Eltern. "Sie müssen ja nicht komplett darauf verzichten, Fotos Ihrer Kinder zu veröffentlichen. Fragen Sie Ihre älteren Kinder doch einfach um Erlaubnis. Diese wissen oft gut, welche Bilder für sie in Ordnung gehen und welche nicht. Überlegen Sie sich auch immer, wie Sie sich fühlen würden, wenn von Ihnen selbst so ein Foto im Internet auffindbar wäre."

Diesen Ansatz nutzte auch Bloggerin Toyah Diebel, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Bei ihrer Kampagne #deinkindauchnicht postete sie Fotos von Erwachsenen, die ähnlich peinlich wie Kinder fotografiert wurden (hier können auch Sie solche schrägen Fotos hochladen).

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