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freizeit Essen & Trinken
09/12/2020

Warum Tagesbars jetzt angesagt sind

Durch die Pandemie verlagert sich das Nachtleben mehr in den Tag. Und: Je nach Tageszeit gibt es andere Angebote.

von Ingrid Teufl

In der Früh einen schnellen Kaffee im Stehen an der Bar, am Nachmittag ein Glas Prosecco nach dem Einkaufsbummel – und am frühen Abend einen Cocktail und vielleicht eine Kleinigkeit zu essen: Tagesbars erleben gerade einen Aufschwung. Zumindest in Österreich, denn in Italien oder Spanien gehört es zur Tradition, sich in kleinen Bars auch tagsüber kurze Auszeiten zu nehmen.

Zugegeben, das gab es auch schon bisher da und dort. Neu ist jetzt, dass man sich offensichtlich dazu bekennt – ob im Namen oder als Motto: Als Bar, die am Tag und am Abend offen hat. „Das Thema wandelt sich mit dem Tag – vom schnelllebigen Vormittag zur Pause am Nachmittag hin zur Abendstimmung“, erklärt Ali Pasha Ilchanipour. Er ist einer der fünf Gesellschafter des „Everybody’s Darling“, der neuesten Bar in Wien.

Corona-Effekt?

Vielleicht hat auch Corona mit den verordneten frühen Sperrstunden beigetragen, den Trend hierzulande voranzutreiben. Ilchanipour spricht von einem „allgemeinen Schwenk auf den Tag“ durch die Pandemie. Das Nachtgeschäft kenne man seit Jahren als Betreiber des „Club Volksgarten“. „Daher war klar, dass unser nächstes Projekt ein Tageslokal wird.“ Das Wort „Bar“ wollte man aber unbedingt im Namen haben. „Die Bar ist auch architektonisch das Zentrum des Lokals.“

Im Traditionslokal „Zum Schwarzen Kameel“ ist das anders. Wiewohl man hier schon seit vielen Jahren das Konzept Tagesbar betreibt, inspiriert von der Kultur südlicher Länder. Was eine Tagesbar von anderen Lokalen unterscheidet, erklärt Chef Peter Friese, so: „Wenn ein Lokal um 24 Uhr schließt, ist es eine Tagesbar. Dann beginnt das Nachtgeschäft, das ist eine andere Kategorie.“

Essen – oder auch nicht

Als Vorreiter eines Trends sieht sich Friese aber nicht. „Es ist völlig egal, ob man ein Glas Champagner oder Schankwein trinkt. Wichtig ist, dass man eine gute Zeit hat. Es geht um ein demokratisches System – das deckt eine Tagesbar nun einmal am besten ab.

Friese nennt das „Genuss-Trinken“: „Man trifft sich, trinkt etwas – völlig egal, was – und vielleicht bleibt man auch länger sitzen.“ Falls man dann doch etwas essen will, geht auch das. „Das unterscheidet Tagesbars: Man kann etwas essen, muss aber nicht. In Restaurants wird erwartet, dass man etwas isst. Getränke sind die Begleitung.“

Getränke, nicht Essen im Zentrum

Den Ansatz, die Getränke in den Mittelpunkt zu stellen, verfolgt man auch im „Everybody’s Darling“. Ilchanipour: „Was uns von klassischen Bars unterscheidet, ist eine an die jeweilige Tageszeit angepasste Speisekarte.“ Und, ein weiterer Aspekt: In vielen der modernen Tagesbars hat das Thema Drinks mit wenig oder überhaupt ohne Alkohol einen hohen Stellenwert. „Wir wollen den Gästen eine Alternative zu Prosecco oder Spritzer bieten.“

Städtisches Modell

Der einzige Wermutstropfen der Tagesbars ist ihr Umfeld. „Das Prinzip Tagesbar ist etwas sehr Städtisches. Hier funktioniert das gut, man braucht dafür die Beweglichkeit der Gäste“, sagt Friese. Ein Trost ist da das gute, alte Kaffeehaus: „In den Bundesländern sind sie beliebte Treffpunkte zu jeder Tageszeit. Dort kann man ja meist auch gut mal ein Glaserl Wein trinken.“

Die Mischung aus Spirituose, Zitronensaft und Zuckersirup ist zwar gut – ein Whiskey Sour zu Mittag könnte aber den Rest des Tages erschweren.

Nach dem Modell der klassischen Sour-Cocktails  lassen sich auch leichte Drinks mixen. Im „Everybody’s Darling“ gibt es etwal einen „Muskateller Sour“.

Zu Hause kann man  mit Aperol oder Amaretto experimentieren. Dafür 5 cl mit je nach Geschmack 1 bis 2 cl Zitronensaft und Zuckersirup im Shaker mit Eis mixen.

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