© Hunza G

freizeit
08/11/2019

Dank besonderem Stoff: Diese Bademode passt jeder Figur perfekt

Nach dem Hype in den Achtziger-Jahren geriet Seersucker fast in Vergessenheit. Jetzt erlebt es ein Revival.

von Maria Zelenko

Frustrierend. So empfand Georgiana Huddart noch vor einigen Jahren die Suche nach neuen Bikinis und Badeanzügen. Verrutschende Oberteile, zu knapp geschnittene Höschen und einschneidende Nähte – die Liste an Mankos, die sich oft in der Umkleidekabine auftun, ist lang. "Es kann ein sehr deprimierendes Erlebnis sein, vor allem weil die Größen bei jeder Marke anders ausfallen", weiß die Designerin. Als sie bei der Modemarke Hunza G als Kreativdirektorin anheuerte, beschloss Huddart einen anderen Weg zu gehen: Sie entwarf Bademode in Einheitsgröße und beendete damit das ewige Konfektionsproblem.

Möglich machte dies ein besonderes Gewebe: Seersucker. Der Name des Materials leitet sich aus dem Persischen ab, "shir o shekar" bedeutet übersetzt "Milch und Zucker". Das Kreppgewebe zeichnet sich durch eine geraffte Oberfläche aus.

Dehnbar und atmungsaktiv

"In den Achtzigern war das Material sehr populär, aber zuletzt hat daraus niemand mehr Bademode hergestellt", erinnert sich Huddart. Seersucker verleiht den Entwürfen nicht nur die typische geriffelte Optik, sondern wird von Hunza G aus einem Nylon-Elastan-Mix so gestrickt, dass es sich auf ein Vielfaches ausweiten kann. Huddart: "Es ist extrem dehnbar und geht trotzdem in seine ursprüngliche Form zurück. Ein normaler Bikinistoff kann das nicht."

Huddart ist nicht die einzige Modemacherin, die die Vorteile von Seersucker zu schätzen weiß. Bei Armani finden sich regelmäßig Anzüge aus dem Kreppgewebe in den Kollektionen, die Dänin Cecilie Bahnsen entwirft aus Seersucker am liebsten romantische Kleider.

"Er ist das ultimative Sommermaterial", sagt Stylist Simon Winkelmüller über den Stoff, der üblicherweise aus Baumwolle, jedoch auch aus Leinen oder Seide hergestellt wird. "Durch die geriffelte Oberfläche liegt er nicht am Körper an und ist sehr atmungsaktiv."

Ein Grund, warum der Stoff häufig auch bei Bettwäsche zum Einsatz kommt: Er muss nicht gebügelt werden. "Man soll ihn sogar nicht glätten, sonst könnte die Struktur beschädigt werden", weiß der Modeexperte.

Gestylt wird Seersucker nach Lust und Laune: "Blusen aus dem Trendmaterial können gleichermaßen zu weiten Röcken oder lässigen Jeans kombiniert werden." Ein Statement setzen Modefans laut Simon Winkelmüller mit Seersucker von Kopf bis Fuß: "Verschiedene Krepp-Teile in einem Outfit lassen den Gesamtlook sehr weich wirken."