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09/29/2020

Wohnturm auf klein(st)em Fuß

Rentabel bauen auf minimalem Platzangebot ist in vielen Ballungszentren wegen der hohen Grundstücks- und Baukosten zur großen Herausforderung geworden. René van Zuuk Architekten ließ sich für den Wohnturm „Belvedere“ in Hilversum etwas Besonderes einfallen.

Was tun, wenn die Baufläche sehr begrenzt ist, der „architektonische Fußabdruck” daher klein sein muss, gleichzeitig aber ein bestimmtes Maß an Wohnfläche nötig ist und auch architektonische und optische Ansprüche erfüllt werden sollen? Das niederländische Architekturbüro René van Zuuk Architekten B.V. stand in Hilversum vor genau dieser Herausforderung. Und hat sie mit dem Wohnturm "Belvedere" meisterhaft gelöst.

Die innovative Form des Belvedere-Wohnturms ist durch die Gegebenheiten des Standortes definiert. Dem Entwurf ging eine gründliche Analyse der urbanen Umgebung und der städtebaulichen Situation voraus, heißt es.

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Das Gebäude befindet sich in einem Gebiet mit unscheinbaren, miteinander verbundenen vierstöckigen Wohngebäuden – ein Nachkriegsbau. In den 1980er Jahren wurden an der Südseite des Areals sechs weitere, modernistische Türme errichtet.

Klare und logische Symmetrie

Aufgrund der exponierten Lage des Turms als Abschluss dieser Bauwerke wünschte sich die Gemeinde ein Gebäude, das skulptural und von ikonischer Form sein sollte. Die Lage bedeutete auch, dass das geplante Gebäude von allen Seiten sichtbar sein würde. Deshalb war es wichtig, ein Gebäude mit einer klaren und logischen Symmetrie zu entwerfen.

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Das Baulos hat eine dreieckige Form, die Grundfläche selbst ist wegen der einzuhaltenden Abstände und der Begrenzungen etwa durch Versorgungsleitungen und die Umfahrungsstraße Oosterengweg, eine Hauptverkehrsader durch die Kleinstadt, auf 450 Quadratmetern beschränkt – etwa 15 Prozent des Grundstücks.

Diese Einschränkung in Verbindung mit der Festlegung einer maximalen Gebäudehöhe von elf Stockwerken bedeutete, dass eine traditionelle Konstruktion nicht mehr als 44 Wohneinheiten hergeben würde. Die hohen Grundstückspreise machen einen Wohnkomplex in dieser Lage jedoch erst dann wirtschaftlich, wenn mindestens 55 Einheiten möglich sind.

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Die Lösung: „Ein Gebäude, dessen Grundfläche im Höhenverlauf steigt, wobei die oberen Stockwerke aus dem zentralen Kern auskragen und die Nutzfläche so maximieren”, sagt das Architektenteam. Der Grundriss in Kreuzform macht das Bauwerk stabiler.

Belvedere: Schöne Aussicht

Die 55 Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Fläche von 64 bis 126 Quadratmetern sind so angeordnet, dass jede Wohnung zwei Orientierungsrichtungen hat. Dies gewährleistet ein hohes Maß an Gestaltungsflexibilität. Zudem verfügt so jede Einheit über einen Balkon mit Sonneneinstrahlung; im Norden geben sie den Blick auf die Stadt frei und im Süden auf den umliegenden Wald. Keine zwei Wohnungen sind in diesem Wohnhaus ident. „Die gewählten Materialien und offenen Balkons lassen den Wohnturm freundlich wirken”, so der Auftraggeber Novaform.

Ein besonderes Gebäude bedeutet, dass es sich auch nach Jahren noch lohnt, das Gebäude zu erhalten.

René van Zuuk Architekten

René van Zuuk Architekten verschreibt sich auch stark der Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern in den Gestaltungsprozess eingebunden. Anpassungsfähigkeit, Energie- und Umweltaspekte werden berücksichtigt, um ein nachhaltiges Design zu schaffen. Dazu trägt auch das gesamte Erscheinungsbild des Gebäudes bei. Ein besonderes Gebäude bedeutet, dass es sich auch nach Jahren noch lohnt, das Gebäude zu erhalten.”

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Sieger des Betonpreis 2019

René van Zuuk Architekten B.V. steht für die Realisierung kostenbewusster Projekte mit hohem architektonischen Qualitätsanspruch. Jedes Projekt hat seine eigene Designsprache und seinen eigenen Charakter. Zuletzt hat das Architekturbüro den niederländischen Betonpreis 2019 in der Kategorie Wohnungsbau mit dem Projekt Belvedere gewonnen. Es gab drei Nominierungen.

Text: Linda Benkö Fotos: René van Zuuk Architekten B.V., Peter van Mierlo, Novaform, klokgroep

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