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02/12/2021

WERK12 ist Deutschlands Nummer 1

Das Rennen um Deutschlands begehrten DAM Preis ist entschieden: Platz eins des Architektur-Awards geht heuer ans Mixed-Use-Projekt WERK12. Der von MVRDV designte Neubau mit den bunten Comic-Sprüchen gilt somit als bestes Gebäude des Landes.

Wenn Architektur sprechen darf und soll, kann nicht alles nur Hintergrundgemurmel sein”, erklärt Jurymitglied Anne Femmer anlässlich der Vergabe des DAM Preises 2021. Mit gutem Grund. Denn das Design des Projekts, das jüngst zum Sieger auserkoren wurde, wirkt in der Tat nicht „leise“. Mit seiner ausdrucksstarken Fassade, an der fünf Meter hohe Comic-Ausrufe prangen, ist es auf keinen Fall zu übersehen. Oder, wie’s die Jurorin formuliert: „Das WERK 12 schreit – aber es hat Wichtiges zu sagen: Wer wirklich will, der kann flexibel, universell, robust, offen, geformt und trotzdem auch noch heiter sein.”

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Ein Blick aufs nun mit Deutschlands begehrtem DAM-Preis ausgezeichnete Projekt bestätigt diese Expertise. Das niederländische Büro MVRDV hat sich für den Mixed-Use-Neubau im Münchner Werksviertel-Mitte viel einfallen lassen. WERK12 passt ideal in das frühere Industriegebiet, das sich zusehends zum wichtigen Stadtteil für Kreativwirtschaft und Freizeit mausert.

Kunst mit Augenzwinkern

Schon der, von den lokalen Künstlern Engl & Engelmann kreierte, riesige Schriftzug an der Außenfront gibt dem Gebäude eine spielerische Attitüde. Auf auffällige, „heutig“ sympathische Art: Ein urbanes Kunstwerk, das Passanten mit bunten Comic-Ausdrücken förmlich zuzwinkert, als wolle es der Welt mehr Heiterkeit bescheren.

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Für OTEC GmbH & Co.KG entwickelt, bietet WERK12 alles, was ein moderner City-Neubau braucht. Als Partner für die Umsetzung holte sich MVRDV Architekt Nuyken von Oefele Architekten BDA ins Boot. Ebenso, wie die Statiker Wolf + Bogatic und die MEP-Ingenieure Teuber + Viel. Das 2019 fertiggestellte Ergebnis: Fünf stylish-einladende Stockwerke, die flexiblen Raum für verschiedenste Nutzung schaffen.

Im Inneren: Bunter Mix

Im Erdgeschoss beherbergt WERK12 Restaurants und Bars. Darüber logieren Büros von Audi Business Innovations und ein dreigeschossiges Fitness-Studio mit Pool.Die Größe der Schwimmzone könnte sogar für Dagobert Ducks geliebtes Geldbad reichen. Denn sie nimmt immerhin eine ganze Etage ein, geizt also nicht mit Platz. Insgesamt stehen 7.700 Quadratmeter Mixed-Use Fläche zur Verfügung.

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Raumhohe Glaswände eröffnen von den oberen Etagen aus eine famose Aussicht Richtung Münchner Innenstadt. Stellenweise unterbricht die kunstvolle Beschriftung der Terrassen zwar den Ausblick. Doch auch dies zeitigt durchaus heitere Effekte. Denn viele der verbalen „Donald Duck“-Anleihen bekommen beim Lesen von der Innenseite plötzlich neue Bedeutung.

Luftig und transparent

Schlichte Form, transparente Fassaden und wohldurchdachte Materialwahl bestimmen das WERK12 Design. Die Nutzer genießen im Gebäude größtmögliche Bewegungsfreiheit. Der äußere Erschließungskern auf der Nordostseite wird durch 3,25 Meter breite Terrassen ergänzt, die jede Etage umgeben.

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Die großzügigen Freiräume werden durch Außentreppen verbunden, die sich um das Gebäude winden. So ergibt sich ein öffentlicher Weg durchs gesamte Bauwerk, der die Grenzen zwischen Innen und Außen verschwimmen lässt. Auch jene zwischen Räumen und halböffentlichen externen Zonen.

WERK12 ist einerseits stylisch und cool, nimmt sich aber andererseits nicht so ernst: Es scheut sich nicht, die Passanten mit ,PUH‘ anzusprechen!

Jacob van Rijs, Architekt und MVRDV-Gründungspartner

Um größtmögliche Flexibilität zu erreichen, entwarf MVRDV den Neubau mit besonders hohen Decken. 5,5 Meter zwischen den einzelnen Stockwerken ermöglichen es künftigen Nutzern, im WERK12 Zwischengeschosse einzuziehen. Auch anderen, bedarfsgerechten Modifikationen öffnet die Konstruktion des Bauwerks Tür und Tor.

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Die Anordnung der Umlaufflächen an der Außenseite des Gebäudes erlaubt einfache Umgestaltung der Innenräume. Für Stabilität garantieren die diagonal verlaufenden Treppenhäuser. Dies – und mehr – war von Beginn an Teil der Strategie. WERK12 soll das aufstrebende Stadtrevier langfristig und nachhaltig bereichern.

Heitere Coolness heißt WERK12!

„Das Areal des Werksviertel-Mitte hat bereits so interessante Veränderungen erfahren. Es hat sich von einer Knödelfabrik zu einem legendären Unterhaltungsviertel entwickelt“, meint MVRDV-Gründungspartner Jacob van Rijs.

Mit dem unkonventionellen Design habe man diese Geschichte respektieren, feiern und zugleich eine Grundlage fürs nächste Kapitel schaffen wollen: „WERK12 ist einerseits stylisch und cool, nimmt sich aber andererseits nicht so ernst: Es scheut sich nicht, die Passanten mit ,PUH‘ anzusprechen!“

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Ein nutzerfreundliches und zugleich erfrischend witziges Konzept, das jetzt mit dem DAM-Preis belohnt wurde. Seit 2007 wählt das Deutsche Architekturmuseum in Kooperation mit JUNG den besten Neubau des Landes. Jedes Jahr – aus einer Liste von 100 Nominierten.

Erfolgskette für MVRDV

Hohe Anerkennung also, das entsprechende Prädikat „Bestes Gebäude 2021“ für sich zu verbuchen. Auch für international erfolgreiche Büros wie MVRDV. Das niederländische Architekten-Team macht aktuell auch mit spektakulären Projekten in aller Welt Furore. Zum Beispiel mit „The Sax“ und dem Boijmans van Beuningen Museums-Kunstdepot in Rotterdam. Aber auch mit„Red 7“ in Moskau, einem innovativen Terrassenbau in Shenzhen oder dem grünen Wohnkomplex „New Bergen“ in Eindhoven.

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WERK12 ist das jüngste Projekt von vielen, mit denen MVRDV ehemalige Industriegebiete in Städten revitalisiert. Im Februar 2019 wurde der Masterplan „RockMagneten“ fürs dänische Roskilde fertiggestellt: In einer ehemaligen Betonfabrik entstehen ein Rockmusik-Museum und eine Schule für kreative Kunst. Und im norddeutschen Kiel wird bald ein ehemaliges Schiffslager, das als Medienzentrum diente, neu auferstehen – mit zeitgemäßen Wohnungen, Büros und Hotel.

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MVRDV-Co-Gründer Jacob van Rijs hat also allen Grund zu feiern. Obwohl die Verleihung des aktuellen Awards der Pandemie wegen nur online zelebriert werden konnte. Was dem Architekten besondere Freude macht: „Es ist eine Ehre, den DAM Preis zu erhalten. Besonders für ein Gebäude wie WERK12, das sich auf so unbeschwerte Weise präsentiert“.

Unterhaltsame Architektur

Die Welt der Architektur könne ziemlich ernst, manchmal sogar langweilig sein. Deshalb, so van Rijs, „ist es beruhigend, dass die Jury den Wert des WERK12 als unterhaltsame Ergänzung zum Werksviertel-Mitte zu schätzen wusste.“

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Ganz ohne öffentliche Präsentation werden der DAM-Preis 2021 und sein Sieger-Projekt trotz Covid-Restriktionen zum Glück ohnehin nicht bleiben. Sobald das Architekturmuseum in Frankfurt am Main wieder sicher geöffnet werden kann, wird dort eine Ausstellung dazu geboten. Bis dahin sind einige Teile online unter www.dam-preis.de und www.dam-online.de zu sehen. Und das Deutsche Architektur Jahrbuch 2021 ist beim DOM Verlag schon jetzt erhältlich – natürlich mit WERK12 als Titelstory.

Text: Elisabeth Schneyder Bilder: Ossip van Duivenbode / MVRDV

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