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06/21/2021

Wenn Luxus baden geht

Ganze 15 Prototypen brauchte Marinearchitekt Jean-Michel Duacancelle bis seine Anthenea endlich in See stechen konnte. Nun aber ist sein schwimmendes Luxusheim endlich marktreif.

In Wahrheit ist es ein Meeresforschungs-Laboratorium. Aber kein gewöhnliches. Sondern vielmehr eines, das auf dem Meer fahren. Es kann aber auch in den Tauchmodus gehen und sich vor neugierigen Augen verbergen. Zudem verfĂŒgt das imposante Teil ĂŒber einen Anlegeplatz fĂŒr Boote bis zur GrĂ¶ĂŸe von kleineren Motorjachten. Und: ĂŒber einen Hubschrauberlandeplatz. Auf diesem steht in der Regel ein schwarz-gelber Bell 206 JetRanger. Die GĂ€nge im Inneren sind eher metallisch und nĂŒchtern, nur eine Etage ist elegant, luxuriös, prunkvoll gar. Hier residiert Bösewicht Karl Stromberg.

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Die Rede ist von der legendĂ€ren schwimmenden Bond-Bösewicht-Heimat Atlantis im legendĂ€ren 007-Streifen „Der Spion der mich liebte“ mit Sir Roger Moore. An eben diesem futuristischen Bootshaus der Superlative orientierte sich nun der französische Marinearchitekt Jean-Michel Duacancelle. Und entwickelte eine schwimmende Wohnkapsel, die keineswegs Fiktion bleiben wird. Spoiler: Schon im kommenden Jahr werden die ersten fertigen Schwimmheime mit dem klingenden Namen Anthenea aus der Werft auslaufen.

Anthenea soll die Welt retten

Auch wenn sich Architekt Duacancelle von der Bond-HĂŒtte inspirieren ließ, wirklich als Vorlage diente das krakenartige Gebilde aus der Spionagewelt natĂŒrlich nicht. Das fĂ€ngt schon einmal damit an, dass der Franzose keinesfalls die Welt vernichten möchte, wie Filmbösewicht Stromberg. Im Gegenteil. Mit Anthenea möchte er vielmehr unseren blauen Planeten retten. Nachhaltigkeit steht bei dem High-End-Eigenheim schließlich an oberster Stelle.

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Aber drehen wir das Rad der Zeit einfach einmal kurz zurĂŒck. Denn das, was bald serienreif in See stechen wird, hat bereits ein paar Jahre Geschichte auf dem Buckel. Oder, besser gesagt, Prototypen hinter sich. 15 waren es an der Zahl, bis der letzte im Jahr 2019 prĂ€sentierte schließlich die Investoren so begeisterte, dass die Realisierung beschlossen wurde.

Hellseherei oder pures GlĂŒck?

Kleiner Einwurf: Diese Entscheidung passierte nur wenige Monate vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie. RĂŒckblickend betrachtet entpuppt sie sich wohl als unternehmerischer Lotto-Sechser. Schließlich war der Bedarf an eigenstĂ€ndigen Eigenheimen noch nie so hoch, wie heute.

Genau das ist Anthenea jedenfalls! Eine kreisrunde Gondel, die völlig autark auf dem Meer oder einem großen See existiert und ihren Bewohnen Schutz und Luxus bieten kann. Womit wir auch schon bei den Daten und Fakten dieses ungewöhnlichen Objekts angelangt wĂ€ren. Anthenea hat einen Durchmesser von zehn Meter und bietet zwei Erwachsenen oder einer vierköpfigen Familie Platz an Bord.

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Die wohl schönste Eigenschaft von Anthenea ist die FĂ€higkeit, „nahtlos mit der Meereswelt zu verschmelzen“, wie es offiziell heißt. Die Bauer beschreiben ihr Vehikel gar als eine "Lotusblume", die auf dem Meer sitzt und "keinen Einfluss auf das Unterwasser-Ökosystem hat".

Nur saubere Energie

Die Kapsel ist mit Solarzellen ausgestattet und wird mit 100 Prozent sauberer Energie betrieben. Sie ist außerdem mit einem innovativen Verankerungssystem und einer so genannten „Sandschraube“ ausgestattet, die beim Verankern den Meeresboden nur minimal beschĂ€digt.

Eigens zertifiziertes Abfallsystem

ZusĂ€tzliche umweltfreundliche Technologien kommen in Form eines Salzwasser-Filtersystems und eines von der US-KĂŒstenwache sogar eigens zugelassenen Abfallbehandlungssystems. Das Gebilde selbst ist zudem zu 100 Prozent recycelbar. „Somit können wir garantieren, dass auch am Ende des Lebenszyklus kein Abfall anfĂ€llt“, betont man stolz.

Gesteuert wird Anthenea sehr einfach mit einem Joystick. So kann das HĂ€uschen gewisse Distanzen einfach selbst ĂŒberbrĂŒcken. Wer sich mit den Nachbarn streitet, kann also einfach flĂŒchten. Das allerdings in eher ĂŒberschaubarem Tempo von wenigen Knoten. Ist das schwimmende Zuhause aber einmal vertĂ€ut, hĂ€lt es selbst bei WindstĂ€rken von bis zu 27 Knoten (50 km/h) stur seinen Platz. Außerdem passen sich die InnenrĂ€ume dieses Mini-Kreuzfahrtschiffs in einem Temperaturbereich von -30 °C bis +40 °C von selbst so an, dass die darin Lebenden gut behĂŒtet bleiben.

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Wenn man so will, dann umfasst die 50 Quadratmeter große Luxuskapsel drei WohnrĂ€ume: Einen so genannten Tagesraum, der mit einem Sofa, einer Minibar, geschwungenen, mit gewachstem Beton verkleideten Möbeln und einem drei Meter großen und wahrlich spektakulĂ€ren Unterwasserfenster ausgestattet ist.

Wenig Platz, viel Luxus

Der logische Gegenspieler namens Nachtraum besteht aus einem runden Bett mit 2,20 Meter Durchmesser und einer Meer- oder SĂŒĂŸwasser-Badewanne. BefĂŒllbar nach Geschmack. Der Entspannungsbereich schließlich besteht aus einem 360-Grad-Sonnendeck auf dem Dach, das gar zwölf Personen Platz bietet. Bonus-Info: Mittels einer eigenen Ballastierungs-Technik soll Anthenea so stabil im Wasser liegen, dass man gar nicht seekrank werden kann.

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Schlecht wird es dem Normalverdiener aber womöglich schon vorher. Beim Pricing nĂ€mlich. Wer nicht zumindest 450.000 Euro hinblĂ€ttern möchte, wird auch nicht auslaufen. FĂŒr 50 schwimmende Quadratmeter, wohlgemerkt. Wer das aber noch in diesem Sommer macht (Ende der Aktion: Juli 2021), bekommt dafĂŒr die Garantie, schon 2022 mit seiner Anthenea ĂŒber die Weltmeere schippern zu können. In diesem Sinne: Home, ahoi!

Text: Johannes StĂŒhlinger Bilder: Anthenea

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