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04/06/2021

Leben wie Gott in Griechenland

Auf der Insel Korfu wollen griechische Architekten mit einem Ferienhaus aus massivem Beton an die Rettung des Odysseus erinnern. Kein Wunder, dass der Bau unter dem Namen Casa Odyssia läuft.

Es waren schon siebzehn Tage ins Land gezogen, an denen der schiffbrüchige Odysseus verzweifelt gen Osten segelte. Da, endlich. Am achtzehnten Tag sah er endlich rettendes Land vor sich. Doch auch wenn die Rettung nahe war, die Odyssee noch nicht zu Ende. Poseidon, Gott des Meeres wühlte mit seinem Dreizack das Meer auf und schickte die Orkane gegen Odysseus.

Gestrandet auf - Korfu!

Auf und ab tanzte das Floß, bis es schließlich zerbarst. Verzweifelt klammerte sich Odysseus an die Reste seines Floßes. Da erbarmte sich Göttin Leukothea seiner und riet ihm, sein wasserschweres Gewand auszuziehen, sich nicht mehr an dem Floß festzuklammern und stattdessen durch die Wellen ans Ufer zu schwimmen.

Der Held tat wie ihm die Göttin geraten hatte. Und unter ihrem Schutz erreichte er schließlich die Insel Scheria, die von den Phäaken bewohnt wurde. Erschöpft legte sich Odysseus in einem Wald zum Schlafen nieder.

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Laut Historikern ist eben diese Insel unter dem heutigen Namen Korfu uns allen ein Begriff. Ein wunderschönes und besonders fruchtbares Eiland, das alljährlich Sommerurlauber an seine Strände lockt. Eben dort hat nun das griechische Architektur-Studio KRAK Architects ein Feriendomizil errichtet, das mit der griechischen Mythologie bewusst kokettiert: Wer hier wohnt, solle sich als moderner Odysseus fühlen, so die architektonische Botschaft dieses imposanten Betonbaus.

Casa Odyssia: Schutz vor der Stadt

Konkret meint Konstantinos Stathopoulos, der leitende Architekt der Casa Odyssia: „Es ist ein Haus, das inmitten der wilden felsigen Umgebung plötzlich auftaucht. Wie ein Ankerplatz soll es eine Station der Ruhe, der Meditation, der Gastfreundschaft sein. Ein rettendes Floß aus dem stürmischen städtischen Leben.“

Eines ist also klar: Der 250 Meter über dem Meer thronende Bau will als Casa Odyssia eine Art Enklave für Gestrandete der Jetztzeit werden. Um die Unverrückbarkeit zu demonstrieren, die dem Bau innewohnende Sicherheit, entschieden sich die Architekten dafür, sämtliche Elemente aus rohem Beton zu fertigen. „Kombiniert mit einfachen Geometrien verleiht diese Materialität dem Haus visuelles Gewicht“, heißt es offiziell. Außerdem würde man so den Eindruck gewinnen, Casa Odyssia würde wohl schon seit vielen Jahrtausenden an eben diesem Ort stehen und Schutz bieten.

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Um aber auch von seiner Umgebung als Ort der Zuflucht und nicht als Fremdkörper aufgenommen zu werden, suchten die Architekten einen logischen Weg. Es galt die 142 Quadratmeter große Casa Odyssia mit ihrer Umgebung zu verbinden. „Wir haben eine Reihe überdimensionaler Öffnungen in den Beton geschnitten“, erläutert Stathopoulos. Diese würden das Haus mit der Landschaft eins werden lassen, so die Überlegung. Zumal die den Öffnungen vorgelagerten Bereiche in den Sommermonaten allesamt als unterschiedlich große Außenterrassen verstanden werden sollen.

Okular in den Himmel

Besonders spektakulär ist allerdings ein großer kreisförmiger Dachausschnitt im zentralen Wohnbereich. So ist es möglich, dass das Herz des Hauses, sein wohnliches Zentrum, fast durchgehend mit Sonnenlicht geflutet wird. Dadurch würde nicht nur das Göttliche vom Himmel Einlass bekommen, sondern vor allem spannende Spiele aus Licht und Schatten entstehen lassen.

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Außerdem aber befindet sich ebenfalls unter dem großen Loch im Dach ein wunderschöner Infinity-Pool. Und man braucht jetzt kein griechischer Philosoph zu sein, um zu erahnen, was hinter diesem Bildnis steckt: Wer in diesem künstlichen Meer badet, wird von den Göttern des Olymp beobachtet. Und legt sein Lebensglück in deren Hände. So wie es einst Odysseus getan hat.

Text: Johannes Stühlinger Bilder: KRAK Architects & Kontantinos Stathopoulos

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