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02/15/2021

Ab in die vierte Dimension

Für die Besucher des neuen 4D-Theaters Singha d‘Luck in Thailand geht der Spaß schon vor den Toren los: Das Gebäude selbst verblüfft mit einem ganzen Potpourri an architektonischen Illusionen.

Angefangen hat alles irgendwann im Jahr 1830 in der indischen Stadt Chennai (vormals Madras). Damals, so erzählt man sich bis heute, lebte der mysteriöse Wundermann Shesal.

Wenn die Schwerkraft wirkungslos wird

Er verblüffte die Menschen der Stadt vor allem mit seiner Gabe, die Schwerkraft auszuhebeln. Vereinfacht ausgedrückt: Shesal setzte sich kurzerhand 120 Zentimeter hoch in die Luft. Nur ein Handgelenk stützt sich auf einen undefinierbaren Gegenstand, der den Kontakt zur Erde herstellte.

Klar, wir kennen diese Zaubertricks inzwischen zur Genüge. Und ein Magier von Welt muss schon mit anderen Illusionen als der so genannten „Levitation“ antanzen, um uns in seinen Bann zu ziehen. Dass das Schwebenlassen von Dingen jedoch in einem anderen Setting sehr wohl noch für Aufsehen sorgen kann, beweisen derzeit die kreativen Planer von Architects 49.

Singha d’Luck als Ort der Illusion

Sie haben mit dem Singha d‘Luck in der thailändischen Stadt Pattaya ein Theater hingestellt, das als abertausende Tonnen schweres Bauwerk tatsächlich zu schweben scheint!

Eines gleich vorweg: Dies zu realisieren war alles andere als ein Kinderspiel. Allerdings hatten die Auftraggeber explizit ein außergewöhnliches architektonisches Konzept gesucht, um die Besonderheit ihres neuen Theaters zu verdeutlichen. Singha d’Luck ist nämlich ein so genanntes 4D-Theater, das seinen Besuchern ein besonders spektakuläres Abenteuer für fast alle Sinne bietet.

Wer hier in den Genuss einer Vorstellung kommt, wird nicht nur visuell und akustisch auf eine besondere Reise mitgenommen, sondern auch in Form von physischen Wahrnehmungen. Sprich: Die Sessel bewegen sich. Der Raum fängt an Gestalt anzunehmen. Man wähnt sich wahrhaftig inmitten des Geschehens.

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Und den Architekten von Singha d’Luck ist es in der Tat gelungen, mit Hilfe unterschiedlicher Illusionen das Gebäude selbst zu einem magischen Ort zu machen. Wagen wir also einen Blick hinter die architektonischen Kulissen.

Wie Tonnen schweben lernen

Um den Effekt des Schwebens zu erreichen, also diese überdimensionale Levitation zustande zu bringen, wurden mehrere Techniken integriert. „Wichtig war es in erster Linie, die Form des Objektes simpel zu halten“, erklären die Architekten. Daher kam von vornherein bloß eine Art Box in Frage. Eine Form, die das visuelle Verständnis des Menschen erleichtert, wird betont. In weiterer Folge rückte man das Untergeschoß um ein paar Meter ein. So besteht das Singha d’Luck baulich betrachtet aus einer kleinen Box, auf der eine größere thront.

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Im Untergeschoß jedenfalls sind die Funktionsräume wie Garderoben, Technik und Lager untergebracht. Von außen betrachtet existieren sie allerdings nicht. Diesen Effekt erzielten die Architekten in erster Linie einmal mit dem Einsatz von großflächigen Spiegeln. Diese reflektieren die Umgebung so, dass man schon einmal einen ersten Eindruck von „Durchsichtigkeit“ bekommt.

Um diesen Effekt zu intensivieren, wurde das Gebäude selbst mit einem Teich umrahmt. In Kombination mit einem speziellen Beleuchtungskonzept wird so suggeriert, dass die Theaterbox selbst in luftigeren Höhen schwebt, als man sonst annehmen würde.

Richtig speziell wird es aber, wenn man das Obergeschoß des schwebenden Theaters Singha d’Luck genauer betrachtet. Diese haben die Architekten nämlich nicht einfach mit einer güldernen Schicht überzogen, sondern mit gefalteten und gold lackierten Aluminiumblechen.

Damit wird einerseits auf die traditionelle thailändische Kunst Bezug genommen, andererseits aber vor allem die vorherrschende Küstenbrise in das Bauwerk integriert. Diese bewegt die 30.000 einzelnen Teilchen in einem unvorhersehbaren Schema und sorgen so für einen weiteren, so genannten kinetischen Effekt.

Der Wind, der Wind ...

Immer, wenn der Wind auffrischt, meint man, die Wellen des Meeres auf der Fassade sehen zu können. Oder aber man glaubt, die Wolken würden in den Wänden einfach weiterziehen. Die jeweilige Interpretation darf man als Besucher selbst anstellen.

Wer nun aber davon nicht genug hat, der darf sich auf das freuen, was im Inneren wartet. Hierbei kommen vor allem auch Elemente der so genannten Projection-Mapping-Technologie zum Einsatz. Das bedeutet, es werden alle Oberflächen, egal ob eben, rund oder strukturiert, mittels animierter Projektionen zum Leben erweckt.

Eben mit jenen magischen Möglichkeiten, die in der heutigen Zeit das bewirken, was einst Wundermann Shesal mit seiner weltersten Levitation: Erstaunen.

Text: Johannes Stühlinger Bilder: Chaovarith Poonphol

Lesen Sie weiter im UBM Magazin, der Plattform für Immobilienwirtschaft, Stadtplanung und Design.

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