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Chronik Wien
09/17/2021

Wohnen um 6,7 Prozent teurer, Immobilien mit Balkon beliebt

Der Trend geht weg von „Mikrowohnungen“. Immobilien mit Freiflächen durch die Corona-Pandemie noch gefragter.

von Marlene Penz

Während der Pandemie wurde vielen Wienerinnen und Wienern klar: Sie brauchen mehr Platz. Und am besten auch etwas Grün – zumindest aber einen Balkon oder eine Terrasse.

So, und auch wegen den anderen durch die Pandemie bedingten Unsicherheiten, kam es, dass sich viele um eine Wohnimmobilie, um „sicheres Betongold“, umsahen. Das trieb laut Wohnimmobilienreport der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Raiffeisen Research und Raiffeisen Immobilien die Preise in der Bundeshauptstadt 2020 um 6,7 Prozent nach oben. „Die Pandemie und das damit verbundene Streben nach Sicherheit waren ein Turbo für die Preisrally“, erklärt Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research.

Wohnungen mit Freiflächen um ein Fünftel teurer

Und auch 2021 stehen die Zeichen auf Höhengewinne. Und dabei ist klar: Für die Bedürfnisse nach Freiraum muss man noch tiefer in die Tasche greifen. Der Aufschlag für Außenflächen bei ansonsten gleicher Wohnungsfläche belief sich 2020 auf knapp ein Fünftel.

Die „Balkonprämie“ betrug in Wien exakt 24,8 Prozent (2019: 23,5 Prozent) oder anders gesagt: Für die Verfügbarkeit von Freifläche musste man zusätzlich 1.032 Euro pro Quadratmeter drauflegen.

Wohnen am Land

Vielen reicht aber etwas (teures) Grün in der Stadt nicht aus. Laut einer von Raiffeisen Immobilien im Herbst 2020 bei Gallup beauftragten Umfrage, gaben 78 Prozent an, dass es sich in der Krise besser am Land leben lässt. Von den Städtern, die dieser Meinung waren, spielten 41 Prozent mit dem Gedanken, in den ländlichen Raum zu ziehen.

Davon profitiere der niederösterreichische Wohnimmobilienmarkt, besonders beliebt seien Einfamilienhäuser, führt Peter Weinberger, Geschäftsführer Raiffeisen Immobilien aus. „Sie bieten mehr Platz, der in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling besonders wertvoll ist“. Regional konzentriert sich die Nachfrage speziell auf den „Wiener Speckgürtel“. Dazu zählen unter anderem die Bezirke Mödling, Baden, die Gemeinden im ehemaligen Bezirk Wien Umgebung sowie Korneuburg. Weil es dort kaum noch erschwingliche Immobilien gebe, werde der Radius aber größer: „Im Umkreis von circa 50 Kilometer rund um Wien findet man noch Einfamilienhäuser unter 500.000 Euro“, so Weinberger.

Keine Kleinwohnungen

Durch den Homeoffice-Trend werden aber auch das Burgenland oder Zweitwohnsitze im Waldviertel stärker nachgefragt. „Derzeit registrieren wir hier eine steigende Transaktionsgeschwindigkeit.“

Generell spricht Weinberger davon, dass sich Immobilienentwickler in Wien in Zukunft weg von Mikrowohnungen bewegen und die Wohnraumaufteilung überdenken – Wohn-Küchen könnten wieder kleiner werden, um bei gleicher Fläche einen zusätzlichen Raum zu schaffen.

Der Preisanstieg bei den Immobilien wirke sich auf das Bankgeschäft aus, teilt Reinhard Karl, Generaldirektor-Stellvertreter der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, mit. Die durchschnittlich aufgenommene Kreditsumme habe sich in den vergangenen zwei Jahren um 10 Prozent erhöht und belaufe sich auf rund 330.000 Euro.

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