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© APA/HERBERT NEUBAUER / HERBERT NEUBAUER

Chronik Wien
11/15/2021

Wiener Stadthotellerie: 64 Hotels mussten für immer schließen

Die Branche beklagt eine miserable Buchungslage. Auch ausbleibende Weihnachtsfeiern führen zu Umsatzverlusten.

von Agnes Preusser

Kurz konnte die Stadthotellerie aufatmen: Der Herbst war nicht so schlecht und die angekündigten Weihnachtsmärkte brachten einen Aufwind bei den Buchungen. Damit ist es nun vorbei.

„Die Telefone stehen nicht mehr still, weil minütlich jemand storniert“, sagt Dominic Schmid, Hotellerie-Obmann in der Wirtschaftskammer Wien und Chef der „NH Hotel Group“.

Im Jänner seien wienweit nur acht Prozent der Zimmer gebucht. Dieser Monat ist traditionell schlecht ausgelastet, aber nie so schlecht. In der Vorkrisensaison 2019 betrug die Auslastung 56,1 Prozent. 

Russen bleiben aus

Problematisch sind dieses Jahr  die strengen Regeln und die deutsche Reisewarnung. Stark ins Gewicht fällt auch, dass die mit Sputnik V geimpften Russen  nicht einreisen dürfen.  Dezember und Jänner ist üblicherweise die Hauptreisezeit für russische Gäste.

Ein weiteres Problem sind die Weihnachtsfeiern – beziehungsweise deren Absagen. „Innerhalb von nur einer Woche sind hundert Prozent des Weihnachtsgeschäfts in unserem Hotel Stefanie weggebrochen“, sagt Peter Buocz, Geschäftsführer der Schick Hotels. 30 Weihnachtsfeiern fallen weg.

Kein Einzelfall. 

Trotz der katastrophalen Buchungslage muss man sich aber um Wiens ältestes Hotel, das Hotel Stefanie, nicht  sorgen. „Wir haben vor der Krise so gesund gewirtschaftet, dass das Hotel auch die heurige Saison „ganz sicher überleben wird“, sagt Buocz.


64 andere Hotels in Wien haben dieses Jahr für immer ihre Pforten geschlossen. Aufgeben mussten vor allem die kleineren. Schmid fordert nun weitere Corona-Hilfen.

Beim Wien Tourismus ist man zumindest bezüglich des Images nicht besorgt: „Insgesamt  wird Wien mit einem  besseren Hotelinventar aus der Krise gehen, als es vor der Krise hatte“, sagt Norbert Kettner, Direktor des Wien Tourismus. Zwar würden viele  Betriebe die Krise nicht überstehen, gleichzeitig eröffne in den kommenden Monaten jedoch „ein ausgewogener Mix von Luxushotel bis Hostel“.

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