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Chronik Wien
12/03/2021

Wiener Reaktionen auf den Blümel-Rücktritt: "Viel aufgebaut", "überfällig"

In der Wiener ÖVP herrscht Zufriedenheit mit der Wahl des neuen geschäftsführenden Obmanns Karl Mahrer. Für Gernot Blümel findet man Worte des Danks.

von Christoph Schwarz, Agnes Preusser

Der Rücktritt von Gernot Blümel als Wiener ÖVP-Chef kam überraschend. Noch vor wenigen Wochen hielt der 40-Jährige eine große, grundsätzliche Wien-Rede, in der er die Parteilinie der Wiener ÖVP nachschärfen wollte. Jetzt ist Blümel zurückgetreten - und der 66-jährige Karl Mahrer übernimmt interimistisch. Heute, Freitag, am Abend werden ihn die Gremien bestätigen.

In der Wiener ÖVP zeigt man sich mit der Personalentscheidung zufrieden. Mahrer ist tief verankert im Arbeitnehmerbund ÖAAB, Geschäftsführer im Seniorenbund und hat ein enges Verhältnis zu Wirtschaftsbund-Obmann Walter Ruck. Vor allem letzterer hatte immer seine liebe Not mit Gernot Blümel.

„Gernot Blümel hat die Wiener Volkspartei in einer sehr schwierigen Lage übernommen und sie erfolgreich zu einer 20-Prozent-Partei aufgebaut. Für seinen Einsatz in Wien, aber auch in der Bundespolitik, danke ich ihm sehr herzlich und wünsche ihm auf seinem neuen Weg alles Gute“, so Ruck.

ÖVP-Klubchef Markus Wölbitsch bedankte sich in einer ersten Reaktion auf Facebook bei Blümel: "Du hast die neue Volkspartei Wien zur stärksten Oppositionspartei gemacht." Wölbitsch bezeichnet Blümel als "herausragende Persönlichkeit und Freund".

Der Wiener JVP-Chef Harald Zierfuß sicherte auf KURIER-Anfrage dem neuen Parteichef seine Unterstützung zu: "Politik ist ein Teamsport. Und Karl Mahrer ist der richtige Teamchef zur richtigen Zeit." Jetzt gehe es darum, "gemeinsam nachhaltige Lösungen zu finden". Der Rückzug von Blümel ist für Zierfuß "persönlich verständlich. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute."

Das Ergebnis der Regierungsumbildung auf Bundesebene sei aus JVP-Sicht erfreulich, sagt Zierfuß. "Dass die Junge Volkspartei jetzt ein Regierungsmitglied stellt, ist ein gutes Zeichen." JVP-Bundesschefin Claudia Plakolm ist neue Staatssekretärin.

Grüne: Konsequenter Schritt

Der Wiener Grünen-Chef Peter Kraus hält Blümels Rückzug für einen "konsequenten Schritt" nach dem Abgang von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. "Er war sein enger Vertrauter. Logisch, dass er nun den gleichen Weg einschlägt."

Für Wien mache der Abgang Blümels keinen Unterschied: "Er war nicht spürbar in der Wiener Politik", so Kraus. Er halte Mahrer für eine "Übergangslösung", einen logischen Nachfolger sehe er nicht.

Der Wiener FPÖ-Obmann, Stadtrat Dominik Nepp, bezeichnet den Rücktritt von Gernot Blümel als „späte, aber richtige Entscheidung. Ich wünsche Gernot Blümel persönlich alles Gute. Allerdings hat er auch bei der Wiener ÖVP einen Scherbenhaufen hinterlassen."

Neos-Landesgeschäftsführer Philipp Kern bezeichnet den Rücktritt als "überfällig". Blümel habe "als Finanzminister schwere Fehler gemacht und ist Teil des Systems Kurz. Als Chef der ÖVP Wien hat man bis auf das Gastspiel im Wahlkampf 2020 wenig von ihm mitbekommen." Es sei zu hoffen, dass "die Wiener Volkspartei den Weg zurück zu konstruktiver Arbeit für Wien findet". Persönliche wünsche man Blümel aber alles Gute für die Zukunft.

 

 

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