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Wiener Freibäder im Hitzestress: Warum 40 Grad kein Segen sind

Auf heißen Juni folgte durchwachsener Juli. Sowohl zu niedrige als auch zu hohe Temperaturen sind schlecht für das Geschäft.
Viele Menschen, darunter Kinder und Erwachsene, genießen einen sonnigen Tag in einem Freibad mit flachem Wasser und umgebenden Bäumen.

Extreme Trockenheit, extreme Hitze – ja sogar erstmals Temperaturen von 40 Grad in Wien: Gefühlt ist dieser Sommer ein Sommer der Rekorde. Optimale Bedingungen für Freibadbetreiber, sollte man meinen. Tatsächlich seien die Besucherzahlen aber „noch nicht die Welt“, wie es Martin Kotinsky, Sprecher der Wiener Bäder, formuliert.

Nach einem eher kühlen und verhaltenem Start wurde es in der zweiten Junihälfte so richtig heiß. Das motivierte natürlich viele, sich im Freibad abzukühlen. „Nicht rekordverdächtig, aber schon sehr gut“ sei dieser Monat verlaufen, so Kotinsky. 

Insgesamt zählte man im Juni fast 712.000 Besucher in allen Sommerbädern der Stadt. „Es war sonnig, es war noch keine Urlaubszeit – das haben die Leute für einen Besuch im Freibad genützt.“

Sinkende Temperaturen

Das änderte sich mit Juli: „Da war bisher noch nicht viel los“, so Kotinsky. „Der stärkste Tag war bisher der 11. Juli mit 25.000 Besuchern.“ Zum Vergleich: Am Sonntag, den 28. Juni – als also die Hitzewelle Wien fest im Griff hatte – zog es 88.300 Menschen in die städtischen Freibäder.

Marco Ebenbichler, Betreiber des Schönbrunner Bads, erlebt die Saison ähnlich: „In den letzten beiden Juniwochen war bei uns Vollgas – da ist es drunter und drüber gegangen“, erzählt er und lacht.

An einem Sonntag im Juni gab es zwischenzeitlich sogar einen Einlass-Stop: „2.700 Gäste sind unser Maximum, sonst wäre es für Besucher und Personal unangenehm.“ Doch dann kam der Juli: „Und der war bisher sehr schlecht.“ Er brachte gemäßigte Temperaturen, oft mit Wind und Wolken: „Die helfen uns nicht. Da kommt keiner ins Bad.“

Kann es eigentlich auch zu heiß sein für einen Freibad-Besuch?

„Also bei 40 Grad sind alle am Limit, die braucht niemand“, erwidert Ebenbichler. „Die Leute schlafen schlecht, alles ist anstrengender, auch die Anreise ist mühsamer: Man merkt schon, dass die Gäste bei so hohen Temperaturen etwas gereizter sind.“ Zudem dürfe man nicht vergessen, dass die Hitze auch den Mitarbeitern zu schaffen mache. Diese müssen praktisch den ganzen Tag im Freien verbringen – und das nicht immer nur im Schatten.

Ist es hingegen zu lange zu heiß, kann dies ebenfalls die Lust aufs Freibad schmälern, weiß Kotinsky: „Dann war man eh schon ein paar Mal schwimmen, man möchte einmal etwas anderes machen oder man bleibt gleich an einem kühleren Ort.“

Die Kosten steigen und steigen

Dennoch hoffen Ebenbichler und Kotinsky, dass die anstehende Hitzewelle die Menschen wieder in die Bäder lockt. „Denn wir haben noch einiges aufzuholen“, sagt der Chef des Schönbrunner Bads. Immerhin sei man mit stetig steigenden Personal- und Energiekosten konfrontiert.

Auch hier spielt übrigens die Temperatur eine Rolle: „Unser Becken hat immer zwischen 24,5 und 25,5 Grad. Ist es kühl, brauchen wir Strom zum Heizen“, erklärt Ebenbichler. Umgekehrt: „Je heißer es ist, desto mehr Frischwasser brauchen wir zum Abkühlen. Und dem frischen Wasser muss man wiederum frische Chemie zusetzen.“ All das kostet.

Was wäre also die ideale Temperatur für einen Badetag? 

„30 Grad und Sonne. Das ist perfekt, mehr braucht man nicht“, erwidert Ebenbichler.

Aktuell nähert sich übrigens Hoch Olaf, das subtropische Luft nach Wien bringt. 30 Grad werden sich wohl nicht ganz ausgehen – der Wetterdienst Ubimet prognostiziert für Mittwoch Höchstwerte von 35 Grad. Am Donnerstag sollen es 37 werden, am Freitag gar 39. Aus diesem Anlass verlängern übrigens vier Wiener Bäder ihre Öffnungszeiten. Vielleicht geht sich ja ein neuer Temperaturrekord aus – oder doch noch ein Besucherrekord in den Bädern.

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