Neue Hitzewelle rollt über Europa: Temperaturen bis zu 40 Grad
Zusammenfassung
- Ab Mittwoch erfasst Italien die vierte Hitzewelle des Sommers mit 35 bis 40 Grad, die laut Meteorologen bis mindestens 10. August andauern könnte.
- Die Kombination aus anhaltender Hitze, Tropennächten und Trockenheit erhöht die Gesundheitsrisiken, besonders für ältere Menschen, und verschärft die Lage in der Landwirtschaft.
- Sinkende Pegel der norditalienischen Seen und Wasserknappheit in der Po-Ebene setzen Ökosysteme unter Druck und verschärfen die Bewässerungsprobleme.
Nach einigen Wochen mit gemäßigteren Temperaturen steht Österreich nun eine Hitzewelle bevor: Ab Mittwoch heizt es sich hierzulande ordentlich auf. Sehr heiße Luft aus Nordafrika gelangt über Südwesteuropa bis zu den Alpen. Dadurch steigen die Temperaturen in den nächsten Tagen kräftig an. In allen Bundesländern klettern die Temperaturen deutlich über die 30-Grad-Marke, wobei Niederösterreich, Wien und das Burgenland als Hotspots gelten.
Bereits am Dienstag werden die ersten Werte über 30 Grad erreicht, ab Mittwoch steigen die Temperaturen dann kräftig an.
Laut Geosphere Austria ist der Mittwochnachmittag der Auftakt einer neuen Hitzewelle mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 29 und 36 Grad. Der Wetterdienst warnt die Bevölkerung: Ab Donnerstag sind die Gebiete im Nordosten und Süden Österreichs bereits orange eingefärbt.
Für Freitag, an dem bis zu 39 Grad erwartet werden, ist nahezu das gesamte Land orange markiert. Die Farbe Orange entspricht der zweithöchsten Warnstufe. Das bedeutet, dass die aktuelle Wettersituation zu Beeinträchtigungen des Alltags führen und/oder Schäden verursachen kann. Die Geosphere warnt: „Verfolgen Sie die aktuellen Wetterprognosen!“
Die Lage in Europa
Überhaupt ist ganz Europa von Extremwerten geprägt: Auf der Iberischen Halbinsel werden mehr als 40 Grad erreicht. Knapp darunter liegen die Werte in Südfrankreich und Teilen Italiens. Nach Angaben des Wetterdienstes Météo-France wird in weiten Teilen Frankreichs eine Hitzeperiode erwartet, die am Mittwoch im Südwesten des Landes Spitzenwerte von bis zu 40 Grad Celsius bringen soll - und aktuell mit ein Grund für die hefitgen Waldbrände ist.
Auch Kroatien steuert auf eine neue Hitzewelle mit Höchstwerten von bis zu 40 Grad am Wochenende zu. Der kroatische Wetterdienst DHMZ gab eine orangefarbene Warnung heraus. Ende der Woche legt die Hitze auch in Süddeutschland und Ungarn zu, wie der ORF berichtet.
Wer allerdings Abkühlung sucht, findet sie in den nördlichen Ländern Europas, wo gemäßigte Sommertemperaturen herrschen: In Kopenhagen etwa schwanken die Temperaturen diese Woche zwischen 20 und 23 Grad, in Stockholm zwischen 21 und 23 Grad. In Reykjavik werden Höchstwerte von bis zu 15 Grad erreicht.
Italien: Temperaturen um die 40 Grad
Auch Italien steht vor einer weiteren Hitzewelle. Ab Mittwoch werden in weiten Teilen des Landes Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad erwartet. Nach Prognosen der Meteorologen dürfte die Hitze bis mindestens zum 10. August anhalten und von einer nahezu vollständigen Trockenheit begleitet werden.
Es handelt sich um die vierte Hitzewelle des Sommers. Nach Einschätzung des Meteorologen Andrea Vuolo könnte sie noch intensiver ausfallen als die vorherigen. Verantwortlich ist ein Nordafrika-Hoch, das zunächst Sardinien erreicht und sich anschließend über den Nordwesten bis auf das gesamte Staatsgebiet ausbreiten soll.
Null-Grad-Grenze könnte auf über 5.000 Meter steigen
In den Westalpen könnte die Null-Grad-Grenze auf über 5.000 Meter steigen, warnen Meteorologen. Zudem werden vielerorts wieder sogenannte Tropennächte erwartet, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad und teils nicht einmal unter 25 Grad fallen. Vor allem für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen erhöht dies wegen der Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit die gesundheitliche Belastung.
Die anhaltende Trockenheit verschärft zugleich die Lage in der Landwirtschaft. Flüsse und natürliche Wasserspeicher führen nach Angaben von Experten immer weniger Wasser, auf den Almen wird bereits über eine vorzeitige Rückkehr des Viehs ins Tal nachgedacht.
Besonders in den Städten der norditalienischen Ebene des Flusses Po wächst die Sorge vor gesundheitlichen Folgen. In Turin wurden zwischen dem 25. Mai und dem 30. Juni bei den über 65-Jährigen 136 Todesfälle mehr als im langjährigen Durchschnitt registriert, ein Anstieg um 19 Prozent. Davon entfielen 98 auf den Zeitraum vom 17. bis 30. Juni, als an mehreren Tagen Hitzewarnstufe Rot galt und die Höchsttemperaturen dauerhaft über 35 Grad lagen. Italienweit lag die Übersterblichkeit im selben Zeitraum nach den verfügbaren Daten bei drei Prozent.
Pegel der großen norditalienischen Seen sinkt
Wegen der starken Trockenheit sinkt der Pegel der großen norditalienischen Seen. Der Wasserstand des Lago Maggiore sinkt weiter und legt immer größere Teile der Ufer frei. Die anhaltende Trockenheit belastet zunehmend das empfindliche Ökosystem des 212 Quadratkilometer großen Voralpensees. Mit dem Rückgang des Wassers verlieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum in den flachen Uferzonen. Schilfgürtel bleiben auf Sandflächen zurück und vertrocknen, wodurch wichtige natürliche Gleichgewichte gestört werden, warnen Experten.
Die Artenvielfalt, die zusammen mit der Landschaft zu den größten Schätzen der Region zwischen dem Piemont, der Lombardei und der Schweiz zählt, gerät dadurch unter Druck. Seit zwei Monaten wird Wasser aus den großen norditalienischen Seen entnommen, um die Bewässerung der Po-Ebene zu unterstützen. Ein Gewitter am vergangenen Wochenende brachte nur kurzzeitig Entlastung.
- Genug trinken: zwei bis drei Liter pro Tag, bei körperlicher Belastung mehr.
- Sonnencreme verwenden
- Auf die Ernährung achten: Gedünstetes Gemüse, Getreidesalate aus Bulgur, Couscous oder Hirse, Tofu-Spieße oder Suppen sind ideal.
- Wohnung kühl halten: Wer ohne Klimaanlage in der Wohnung auskommen muss, sollte tagsüber die Fenster schließen und die Räume verdunkeln.
- Körper und Kleidung: Füße in kaltes Wasser halten, ein feuchtes Tuch in den Nacken legen. Bei der Kleidung sollte man auf Leinen, Baumwolle oder Seide setzen. Diese Stoffe sind atmungsaktiv, nehmen Feuchtigkeit auf und fördern die Luftzirkulation, was zu einer natürlichen Kühlung führt.
- Direkte Sonne meiden: Besonders zwischen 11 und 17 Uhr möglichst im Schatten bleiben und körperliche Aktivitäten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Körperliche Anstrengung reduzieren: Sport und schwere körperliche Arbeit möglichst vermeiden oder auf kühlere Tageszeiten verschieben.
- Kopf schützen: Im Freien einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch tragen.
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