Pünktlich zu den Hundstagen: Nächste Hitzewelle rollt auf Österreich zu
Die nächste Hitzewelle steht bevor (Symbolfoto)
Wahre Horrorwerte geistern in diesen Tagen durch allerlei Onlineforen und soziale Medien: Bis zu 43 Grad heiß soll es Anfang August in Österreich werden. Solche Werte würden den bisherigen Temperaturrekord von 40,5 Grad, aufgestellt am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich), in den Schatten stellen.
Doch was ist da dran? Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet kann sich ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. „Das passiert, wenn man aus 50 Modellen das Extremste nimmt.“
Meteorologen haben rund 50 Rechenmodelle zur Verfügung, um kurzfristige wie langfristige Prognosen erstellen zu können. Akkurat sind die Vorhersagen für bis zu fünf Tage, ab Tag 6 und 7 werde die Vorhersage schon „relativ unsicher“, erläutert Zimmermann.
Wie heiß wird es?
Alles darüber hinaus beschreibt nur noch Großwetterlagen für 10 bis 14 Tage. Die weisen für den Monatswechsel Juli auf August tatsächlich wieder auf deutlich höhere Tageshöchstwerte hin, auch für Österreich: „Wenn man den Medianwert aus den Modellen nimmt, kommt man auf 38 bis 39 Grad im Flachland“, rechnet der Experte vor. Auch nicht gerade wenig angesichts der ohnedies vorherrschenden extremen Trockenheit und großteils niedrigen Grundwasserspiegel.
Ausreißer nach unten wie oben sind freilich möglich, ein kostenloses und frei im Netz verfügbares US-Rechenmodell wirft eben jene ominösen bis zu 43 Grad für Mitteleuropa Anfang August ins Rennen, für Wien um die 42 Grad. Diese Höchsttemperatur wäre dort nach dieser Prognose am 4. August erreicht. Ein europäisches Modell weist für 5. August rund 40 Grad in Wien aus.
35 Grad? Nicht mehr außergewöhnlich
Ist es aber möglich, dass genau diese Extremprognosen wahr werden? „Eher nicht“, überlegt Meteorologe Zimmermann. Aber gesichert sei, es werde sehr heiß bei 35 bis 39 Grad. „Mittlerweile ist es ja schon so, dass 35 Grad als Normalität angesehen werden. Vor zehn, 15 Jahren wäre das noch außergewöhnlich gewesen.“
Außergewöhnlich war jedenfalls die Hitzewelle, die Österreich im Juni im Griff hatte. Eine Art Hitzeglocke legte sich über weite Teile Europas, schuld war eine sogenannte Omega-Lage: Links und rechts zwei Tiefdruckgebiete, in der Mitte wölbte sich ein Hochdruckgebiet, das festsaß.
Die „Hundstage“ kommen
Zwar macht sich auch kommende Woche ein neues Hochdruckgebiet auf den Weg, vermutlich „Olaf“ bezeichnet, es löst das aktuell regierende Hoch „Norbert“ ab. Aber im Gegensatz zum Juni sei keine Omega-Wetterlage zu erwarten, betont Zimmermann. Das Hoch trifft aber fast pünktlich ein, am Donnerstag beginnen die „Hundstage“, damit wird die heißeste Phase des Sommers bezeichnet.
Das Hitzetelefon 0800/880-800 ist aus ganz Österreich kostenlos erreichbar
(Montag bis Freitag von 6 bis 22 Uhr; Samstag von 8 bis 20 Uhr; Sonntag von 8 bis 18 Uhr)
Tipps gegen die Hitze:
- Genug trinken: zwei bis drei Liter pro Tag, bei körperlicher Belastung mehr.
- Sonnencreme verwenden
- Auf die Ernährung achten: Gedünstetes Gemüse, Getreidesalate aus Bulgur, Couscous oder Hirse, Tofu-Spieße oder Suppen sind ideal.
- Wohnung kühl halten: Wer ohne Klimaanlage in der Wohnung auskommen muss, sollte tagsüber die Fenster schließen und die Räume verdunkeln.
- Körper und Kleidung: Füße in kaltes Wasser halten, ein feuchtes Tuch in den Nacken legen. Bei der Kleidung sollte man auf Leinen, Baumwolle oder Seide setzen. Diese Stoffe sind atmungsaktiv, nehmen Feuchtigkeit auf und fördern die Luftzirkulation, was zu einer natürlichen Kühlung führt.
- Direkte Sonne meiden: Besonders zwischen 11 und 17 Uhr möglichst im Schatten bleiben und körperliche Aktivitäten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Körperliche Anstrengung reduzieren: Sport und schwere körperliche Arbeit möglichst vermeiden oder auf kühlere Tageszeiten verschieben.
- Kopf schützen: Im Freien einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch tragen.
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