Chronik | Wien
12.04.2017

Wien: U4 fährt von Freitag bis Montag nur bis Schottenring

Teilsperre auch von 29. April bis 1. Mai. Grund der Sperre sind Bauarbeiten im Zuge der groß angelegten U4-Renovierung.

Die Wiener U-Bahnlinie U4 fährt am Osterwochenende - konkret von 14. bis 17. April - nur zwischen Hütteldorf und Schottenring.

Grund der Teilsperre sind Bauarbeiten im Zuge der groß angelegten U4-Renovierung. Fahrgäste müssen zwischen Heiligenstadt und Schottenring auf die Ersatzstraßenbahnlinie E4 auf der Route des D-Wagens ausweichen, teilten die Wiener Linien am Mittwoch mit: Damit die Fahrgäste weiterhin vom Schottenring Richtung Heiligenstadt kommen, fährt die Ersatzstraßenbahnlinie E4 auf der Strecke der Linie D nach Nußdorf. Auch der D-Wagen fährt während der Dauer der Bauarbeiten über den Kai und unterstützt somit die Ersatzlinie. Mit den Linien E4 und D stehe somit am Wochenende tagsüber alle fünf Minuten eine Straßenbahn zwischen Schottenring und Nußdorf zur Verfügung.

Die Sperre muss am Wochenende vom 29. April bis 1. Mai wiederholt werden. Grund für die abermalige Betriebsunterbrechung sind einmal mehr Weicheneinbauten zwischen den Stationen Spittelau und Roßauer Lände.

Trotz der abgeschlossenen Sanierung des westlichen Streckenabschnitts befinden sich die Wiener Linien nach wie vor mitten in den Arbeiten zur Modernisierung der U4. Der Großteil der Arbeiten findet im laufenden Betrieb statt, dennoch kommt es in den nächsten Jahren immer wieder zu Einschränkungen in einzelnen Streckenabschnitten bzw. Stationen. In der Station Friedensbrücke beginnt etwa im Laufe des Jahres die wechselseitige Sanierung der Bahnsteige. Die U4-Großsanierung läuft noch bis 2024.

Die grüne Linie steht immer wieder wegen ihrerStörungsanfälligkeitin der Kritik. Fast den ganzen Sommer 2016 mussten Fahrgäste zudem auf den Schienenersatzverkehr zwischen Hütteldorf und Schönbrunn umsteigen, da die U4 saniert wurde. Die Hoffnung auf weniger Störungen nach der Teilsanierung erfüllte sich aber nicht. Ein Zwischenfall Ende 2016 brachte die Fahrgäste dabei in echte Gefahr: Wie KURIER-Recherchen ergaben, fuhr am siebten Dezember eine Garnitur der U4 zwischen den Stationen Schwedenplatz und Landstraßemit einer offenen Tür.
Wie aus Statistiken der Verkehrsbetriebe hervorgeht, war die U4 nach der Renovierung weit störanfälliger. Seit der Wiedereröffnung am 5. September 2016 gab es bis Jahresende acht Weichen- und 13 Signalstörungen. 45-mal kam es wegen einer schadhaften Garnitur zu Verzögerungen. Drei Mal störte ein Gleisschaden den Betrieb (siehe Grafik). Im Vergleichszeitraum 2015 kam das Problem mit den Gleisen zwar ebenso oft vor, die anderen Defekte waren aber marginal; nur drei Weichen-, eine Signalstörung und sieben schadhafte Fahrzeuge. 2017 setzt sich das Muster fort. Es gab bereits neun schadhafte Fahrzeuge, drei Signalstörungen und eine Weichenstörung.
Der Musterschüler war 2016 die U2. Sie stand in der untersuchten Zeitspanne nur drei Mal wegen einer Weichenstörung und ein Mal wegen Gleisschadens still. So problemlos soll bald auch die U4 dahingleiten. "Bald" ist aber relativ, denn die Arbeiten zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf sollen bis 2024 dauern. "Die U4 ist eine Baustelle. Trotzdem soll alles so ablaufen, dass die Fahrgäste sie weiter benützen können", sagt Answer Lang, Kommunikationschef der Wiener Linien. Generell seien von den 700 Zügen, die täglich auf der Linie fahren, nur rund ein Prozent von den Störungen betroffen. "Ich verstehe, dass das den Fahrgästen nicht viel hilft, wenn sie auf einen Zug warten, der nicht kommt. Trotzdem betrifft es im Schnitt sehr wenige Garnituren."