Chronik | Wien
22.08.2018

Wien: Ringen um grüne Nummer eins geht weiter

Klubchef Ellensohn plant für Donnerstag eine Pressekonferenz, Bundesrätin Dziedzic will am Freitag eine Erklärung abgeben.

Bis Freitag dürften zwei weitere Kandidaten im Rennen um den ersten Listenplatz bei den Wiener Grünen feststehen. Nachdem Gemeinderat Peter Kraus am Sonntag vorgeprescht war und seine Kandidatur per Online-Video bekannt gab, wollte sich Klubchef David Ellensohn frühestens am Mittwoch über eine etwaige Kandidatur äußern. Dem Vernehmen nach plant er nun für morgen, Donnerstag, eine Pressekonferenz.

Er selbst war bislang für keine Stellungnahme erreichbar. Dass Ellensohn antritt, gilt grün-intern nur mehr als Frage der Zeit.

Bundesrätin Ewa Dziedzic, die ebenfalls als Anwärterin auf die Spitzenkandidatur gehandelt wird, will am Freitag eine Erklärung abgeben. Sie bereite ein Video vor, sagt sie auf KURIER-Nachfrage.

Ob sich die bisherige Front-Frau Maria Vassilakou bewirbt, ist offen. Sie hat sich bisher nicht zu dieser Frage geäußert - in grünen Parteikreisen wird eher nicht mit ihrer Kandidatur gerechnet.

Neues Auswahlverfahren

Den grünen Spitzenkandidaten küren dieses Mal nicht nur die Parteimitglieder, sondern auch sogenannte registrierte Wähler. Grün-affine Stadtbewohner können sich seit Montag gegen eine Gebühr von 15 Euro auf einer eigens kreierten Website eintragen, um über die Nummer eins mit zu entscheiden. 

Gleichzeitig können sich auch die Kandidaten bewerben. Sie müssen nicht nur persönliche Details bekanntgeben, sondern auch ihre Pläne für die Grünen bzw. für Wien darlegen. Bewerben kann sich im Prinzip jeder. Eine Parteimitgliedschaft oder ein Mandat sind nicht nötig.

Nach der Registrierung folgt die Nominierungs- und Präsentationsphase, in der für die Kandidaten Unterstützungserklärungen abgegeben werden können. Vermutlich im Oktober werden dann jene Bewerber, die über einen entsprechenden Support verfügen, präsentiert. Es folgen mehrere öffentliche Hearings, in der die Spitzenplatz-Aspiranten Rede und Antwort stehen müssen.

Dann wird abgestimmt - per Brief. Parteimitglieder und registrierte Wähler können sich dabei für jeweils einen Lieblingskandidaten entscheiden. Das Ergebnis soll noch heuer - angepeilt wird dem Vernehmen nach der November - feststehen.