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Favoriten: Neues Sicherheitszentrum, aber nicht mehr Polizeikräfte

In der Keplergasse zieht wieder eine Polizeiinspektion ein, errichtet wird ein Sicherheitszentrum. Mehr Beamte für den Bezirk bedeutet das aber noch nicht.
++ THEMENBILD ++ MEDIENTERMIN LPD WIEN: "SCHWERPUNKTAKTION DER WIENER POLIZEI IN WIEN-FAVORITEN"

Eigentlich würde man meinen, dass ein Großaufgebot der Polizei entlang der Favoritenstraße niemandem mehr ungewöhnlich vorkommt. Vom Reumannplatz über den Keplerplatz bis zum Hauptbahnhof (Grafik unten) gilt schon seit März 2024 eine Waffenverbotszone.

Die Gründe sind altbekannt: Die Gegend ist ein Hotspot für Straftaten aller Art und Bluttaten. Erst am vergangenen Samstag wurden zwei Männer bei einem Messerangriff lebensgefährlich verletzt.

Beim Anblick der vielen Beamten und Kamerateams auf einer Baugrube in der Keplergasse 10 will am Montag ein neugieriger Passant jedoch wissen, was vor sich geht: Es ist der Spatenstich für die neue Polizeiinspektion samt Sicherheitszentrum. „Für a Polizei so a Auflauf. Is des was besonderes“, will der Mann wissen. Ja, irgendwie schon.

Waffenverbotszone Favoriten

Die Waffenverbotszone Innerfavoriten rund um die Fußgängerzone Favoritenstraße samt Reumann- und Keplerplatz.

Die Inspektion hätte mit Abriss des Hauses geschlossen werden sollen, was für ordentlich Polit-Wirbel sorgte. Nach reichlich Kritik wurde der Neubau des Hauses verschoben, bis die Polizei im Herbst 2024 in ein Ausweichquartier ganz in der Nähe in der Columbusgasse ziehen konnte.

Polizei und Ermittler ab Anfang 2028 unter einem Dach

Am Montag setzten Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Landespolizeivizepräsident Franz Eigner nun den symbolischen Spatenstich für den Neubau um 8,8 Millionen Euro. Die Kosten werden von der ARE Austrian Real Estate vorfinanziert und durch die spätere Miete abbezahlt.

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Symbolischer Spatenstich mit Wiener Landespolizeivizepräsident Eigner, ARE-Geschäftsführerin Dornaus, ÖVP-Innenminister Karner, SPÖ-Gemeinderat Schober.

++ THEMENBILD ++ LOKALAUGENSCHEIN ZUR WAFFENVERBOTSZONE IN WIEN-FAVORITEN

Nach mehreren Bluttaten wurde im März 2024 entlang der Favoritenstraße eine Waffenverbotszone verordnet.

Bis Herbst 2027 soll der sechsstöckige Bau fertig sein und Anfang 2028 in Betrieb gehen. Einziehen werden die Polizeiinspektion sowie Ermittlungseinheiten des Landeskriminalamts und des Landesamts für Staatschutz und Extremismusbekämpfung. Entstehen werden auch Bereitschaftsräume für längere Einsätze von Sonderkommandos. Mit rund 2.100 Quadratmetern wird der Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise dreimal so viel Raum bieten wie der Altbau.

Mit dem Bau alleine ist es in der Problemzone freilich nicht getan, oder wie Karner es ausdrückt: „Wir wissen alle, dass ein Gebäude noch nie einen Verbrecher gefangen hat.“ Der Spatenstich sei jedoch ein Zeichen, dass auch künftig in „schlagkräftige und zeitgemäße Infrastruktur sowie die weitere personelle Stärkung“ investiert werde.

Griss um neue Polizeikräfte

Mehr Polizei fordert bekanntlich seit Jahren der beim Spatenstich anwesende SPÖ-Bezirkschef Marcus Franz, zuletzt auch per Petition. Auf die Forderung angesprochen, verweist Karner auf die in diesem Jahr geplanten Neuaufnahmen bei der Polizei: 1.400 in ganz Österreich, 800 davon sind für Wien vorgesehen.

Die Polizeikollegen werden dadurch nicht mehr. Die Menschen wollen Uniformierte auf der Straße sehen.

von Marcus Franz

SPÖ-Bezirkschef

Wie viele davon Favoriten bekommt? Eigner betont eine ausgewogene Verteilung, auch wenn er Verständnis dafür habe, dass die Bezirke gerne mehr Polizei hätten: „Wir sind in Favoriten auf einem sehr guten Weg. Monatlich gibt es bis zu 10 Schwerpunktaktionen, damit sind wir sehr erfolgreich.

Für Bezirkschef Franz eine eher ausweichende Antwort, auch wenn er den Neubau begrüßt: “Die Polizeikollegen werden dadurch nicht mehr. Die Menschen wollen Uniformierte auf der Straße sehen. Dafür mehren sich Meldungen von Anwohnern, dass ihnen beim Notruf gesagt wird: Wenn es nicht um Delikte gegen Leib und Leben geht, sind keine Einsatzkräfte verfügbar. Das ist das Traurige.„

Die vielen Uniformierten fallen später auch einer älteren Dame auf. Auch sie will wissen, was los ist. Antwort eines Beamten: “Nix Tragisches.„ Heute zumindest. Ein weiteres Sicherheitszentrum für Favoriten ist bereits in der Gudrunstraße in Bau. Fertig soll es im zweiten Quartal des Jahres 2027 und in 2027 die LPD Wien einziehen können.

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