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WienMobil-App zeigt ab Juli klimatisierte U-Bahn, Bus und Bim

In der WienMobil-App werden klimatisierte Busse, Bim oder U-Bahn gekennzeichnet. Wann, wie und warum nicht um mehr als fünf Grad gekühlt wird.
Straßenbahn im Sommer in Wien

Manchmal nimmt man lieber die nächste U-Bahn oder die nächste Straßenbahn. Entweder, weil der Zug schon viel zu voll ist oder nicht klimatisiert, besonders an Hitzetagen wie diesen.

Während bereits alle Busse der Wiener Linien klimatisiert sind, liegt der Klimatisierungsgrad bei den Schienenfahrzeugen bei aktuell 64 Prozent. Ausnahme: Die Linie U6 ist vollständig klimatisiert unterwegs.

Die Chancen, eine nicht gekühlte U-Bahn oder Bim zu erwischen, sind damit in den letzten Jahren gesunken (vor zehn Jahren waren lediglich 40 Prozent klimatisiert), aber auch nicht bei null. Für Fahrgäste, die auf Nummer sicher gehen wollen, führen die Wiener Linien eine Neuerung ein: Ab Anfang Juli wird in der WienMobil-App sichtbar, welche Fahrzeuge klimatisiert sind. 

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Ab Anfang Juli: Der blaue Rand kennzeichnet die Klimatisierung.

Eine blaue Umrandung, die mit etwas Fantasie einen Eiswürfel darstellen soll, kennzeichnet die Klimatisierung. Die Kennzeichnung wird in der App bei den Abfahrtszeiten angezeigt. Das soll Fahrgäste, vor allem hitzeempfindliche oder ältere Personen an Hitzetagen, bei ihrer Routenplanung helfen.

Defekte melden erwünscht

Klimatisierte U-Bahnen sind in den Stationen auch weiterhin auf dem Abfahrtsmonitor durch einen Unterstrich vor der Minutenanzeige erkennbar. Die neue Kennzeichnung in der App ist laut Gudrun Senk, Geschäftsführerin für den technischen Bereich, ein großer Wunsch der Fahrgäste gewesen: „Auch wenn wir auf der Schiene nicht so weit sind wie bei der Busflotte, ist die Tendenz der Klimatisierung stark steigend. Wir wollen den Fahrgastkomfort kontinuierlich erhöhen.“

Explizit erwünscht ist es, Züge mit defekten Klimaanlagen über das Kontaktformular (helpcenter.wienerlinien.at) oder telefonisch beim Wiener-Linien-Kundendialog (+43 1 7909 100) zu melden. Prinzipiell seien Defekte aber nicht sehr häufig.

Wichtig dabei: Unbedingt die Wagennummer notieren und durchgeben. In der Fahrerkabine ist ein Defekt nämlich nicht erkennbar, dort gibt es außerdem ein separates Klimagerät.

Klimatisierte Öffis

Die Kühlung über sogenannte HKL-Anlagen im Fahrgastraum funktioniert über ein Steuergerät. Innen und außen am Fahrzeug sind Sensoren angebracht, die laufend die Temperatur messen. Sie schicken die Daten an das Steuergerät, das berechnet, wie stark die Anlage heizen, kühlen oder lüften soll. Bei über 25 Grad wird gekühlt, zwischen 18 und 25 Grad lüftet die Klimaanlage, bei unter 18 Grad heizt diese.

Warum es nicht kälter geht

Im Sommer versucht die Anlage, die Innentemperatur abzusenken, und entfeuchtet die Luft. Das Ziel ist eine Abkühlung um rund fünf Grad gegenüber der Außentemperatur. Wenn es draußen 35 Grad hat, soll die Temperatur im Fahrzeug rund 30 Grad betragen. Darum fühlt es sich trotz Klimaanlage mitunter so an, als säße man in einem nicht klimatisierten Fahrzeug.

Warum nicht stärker gekühlt wird? Einerseits, weil sich die Türen bei Haltestellen regelmäßig öffnen, andererseits braucht es eine „Wohlfühltemperatur“, die für alle so angenehm wie möglich ist.

„Fahrgäste verweilen relativ kurz, steigen aus und um. Von 36 Grad Außentemperatur in einen 20 Grad kühlen Zug zu steigen, wäre auch körperlich eine Belastung sowie energietechnisch problematisch und würde sehr viel Geld kosten“, erklärt Wiener Linien-Fahrzeugtechniker Gerhart Siegl.

Von 36 Grad Außentemperatur in einen 20 Grad kühlen Zug zu steigen, wäre auch körperlich eine Belastung sowie energietechnisch problematisch und würde sehr viel Geld kosten.

von Gerhart Siegl

Fahrzeugtechniker

Derzeit sind 80 Prozent der Flotte klimatisiert, bis es 100 Prozent sind, dürfte es noch dauern. Einen anvisierten Zeitraum kann Senk auf Nachfrage nicht nennen und erklärt: „Die Erneuerung des Fuhrparks hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.“ Heißt: Wie viel man durch den Fahrbetrieb verdient und wie viel Geld man von der Stadt Wien zugeschossen bekommt.

Der letzte Silberpfeil

Seit 25 Jahren schaffen die Wiener Linien nur noch klimatisierte Fahrzeuge neu an. Dass die Klimatisierung im Schienen-Bereich komplizierter ist, liegt auch daran, dass elf verschiedene Fahrzeug-Typen unterwegs sind, mit und ohne Klimaanlage.

Bei den U-Bahnen sind die Silberpfeile die ältesten Modelle und haben eine Lebenszeit von 45 Jahren, die auch genutzt werden sollen. Wann der letzte Silberpfeil aus dem Netz genommen wird, können die Wiener Linien noch nicht sagen. Bei den Straßenbahnen werden die E-Garnituren (Hochflur-Straßenbahnen) schrittweise durch Flexity-Züge (moderne Niederflur-Straßenbahn) ersetzt.

Nicht klimatisierte Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen, ist keine Option. Damit wären zu wenig Züge und Busse unterwegs, was wiederum zu längeren Intervallen und daher längeren Wartezeiten führen würde. Und das will bekanntlich niemand.

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