Chronik | Wien
17.07.2016

Wien: 37-Jähriger nach Angriff auf Polizisten erschossen

Mann randalierte und attackierte die eintreffenden Polizisten mit einem Messer.

Nachdem ein Polizeibeamter vor vierzehn Tagen von einem Supermarkträuber in Wien erschlossen und einer schwer verletzt wurde, ist es Sonntagfrüh erneut zu einem schweren Zwischenfall in Wien gekommen. Dabei wurde der mutmaßliche Täter erschossen, ein Polizist verletzt.

"Gegen sechs Uhr Früh sind Kollegen wegen eines Randalierers und einem Streit in einer Wohnung in die Brüßlgasse nach Ottakring gerufen worden. Von unten haben sie bereits Schreie gehört", erklärt Polizeisprecher Patrick Mairhofer.

Als die vier Beamten ins Stiegenhaus zu der Wohnung gehen wollten, öffnete ein Mann plötzlich die Türe und stürmte mit zwei, mindestens 20 cm langen Fleischmessern auf die Uniformierten zu. "Trotz mehrmaliger Aufforderung und Täteransprache ging er weiter auf die Beamten los. Sie eröffneten daher das Feuer. Der Verdächtige wurde mehrmals getroffen und starb noch am Tatort", sagt Mairhofer.

Die Ermittlungen sollen den genauen Hergang klären. Laut Mairhofer müssen die beteiligten Polizeibeamten psychologisch betreut werden, der verletzte Polizist - er wurde am Oberschenkel verletzt - befindet sich im Krankenhaus.

"Die Polizisten haben in einer offensichtlichen Notwehrsituation geschossen", erklärte ein Polizeisprecher. Die vier Polizisten - es waren zwei Funkwagenbesatzungen an Ort und Stelle - hätten den Mann aufgefordert, die Waffen fallen zu lassen. "Er ist immer weitergelaufen, dann sind die Schüsse gefallen", so der Sprecher. Der Mann sei im Stiegenhaus zu Boden gegangen und kurze Zeit später am Tatort verstorben.

Die 30 Jahre alte Ehefrau des Mannes blieb laut Polizei hingegen körperlich unversehrt. Sie wurde einige Stunden nach dem Vorfall von den Beamten aus der Wohnung gebracht, im Landeskriminalamt einvernommen und wurde danach vom Kriseninterventionsteam betreut.

Österreichischer Staatsbürger

Vom erschossenen Mann wisse man bisher nur, dass er in der Wohnung tatsächlich gewohnt habe und die österreichische Staatsbürgerschaft besitze, so der Polizeisprecher. Ob er polizeibekannt war oder etwa alkoholisiert gewesen sei, könne man hingegen noch nicht sagen.

Mittlerweile übernahm die Landespolizeidirektion Steiermark die Überprüfung über die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs durch die Polizisten. Die Beamten aus der Steiermark seien mittlerweile in Wien an Ort und Stelle und hätten ihre Untersuchungen aufgenommen, so der Sprecher. "Hier wird sich in den kommenden Tagen herausstellen bzw. bei der Tatrekonstruktion, wie sich das Ganze zugetragen hat."

Das Tatortteam sicherte bereits an Ort und Stelle die Spuren. Den Fall an sich übernahm das Landeskriminalamt Wien, konkret die Abteilung "Leib und Leben". Wie viele der Polizisten geschossen haben und die genaue Anzahl der Schüsse blieben vorerst offen: "Das kann man momentan noch nicht sagen". Sicher sei, dass "mehrere Schüsse" gefallen sind. Die Obduktion des Toten werde noch heute Nachmittag stattfinden - die Ergebnisse seien "frühestens" morgen, Montag, zu erwarten.