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Chronik Wien
03/23/2020

Welche Wiener Märkte jetzt ins Grätzel liefern

Die Märkte sind geöffnet - und seit Freitag wird auch geliefert: Gemüse, Brot, Abgefülltes und Eingelegtes.

von Julia Schrenk

An einem Samstagvormittag ist jetzt weniger los, als das noch vor einigen Wochen der Fall war. Und auch der Abstand ist größer geworden – zwischen den Marktständen und zwischen den Kunden. Die Coronakrise hat auch vor den Wiener Märkten nicht Halt gemacht.

Wer aber der Ansicht war, dass die Märkte ganz geschlossen sind, der irrt: Zwar mussten Gastro-Stände –  wie alle Lokale  gemäß den Maßnahmen der  Bundesregierung zusperren – alle andere Stände sind aber zu den Marktöffnungszeiten geöffnet. Und seit Samstag wird auch geliefert.

In einer Kooperation mit der Wirtschaftskammer wurde die Website martlieferung.wien ins Leben gerufen. Dort finden sich Infos zu allen Wiener Märkten, die nun Gemüse, Brot, Fleisch oder Konserven zu den Kunden ins Grätzel liefern (auch der Großmarkt liefert, etwa Blumen, Anm.).

"Das Wichtigste ist jetzt, dass die Menschen zu Hause bleiben", sagt Markus Hanzl, Obmann der Fachgruppe Marktfahrer in der Wiener Wirtschaftskammer. Viele Stammkunden der Standler würden in die Risikogruppe fallen. 

Vorerst machen folgende Märkte mit: 

  • Karmelitermarkt
  • Rochusmarkt
  • Schwendermarkt
  • Meiselmarkt
  • Kutschkermarkt
  • Meidlinger Markt
  • Floridsdorfer Markt
  • Naschmarkt
  • Johann-Nepomuk-Vogl-Markt 

Die Waren können telefonisch bestellt werden - auch bei verschiedenen Ständen - werden dann am Markt zusammengesammelt und an die Haustüre geliefert. Bezahlt werden kann via Überweisung, Bankomat oder in bar. 

Selbstabholung und Lieferung

Schon vorher haben einige Standler selbst die Initiative ergriffen. Weil etwa das Landkind am Schwendermarkt im 15. Bezirk als Gastro-Stand nicht mehr geöffnet haben darf, wurde kurzerhand das Konzept des Ladens umgestellt.

Zu Mittag wird noch immer gekocht, Kunden müssen sich ihr Essen jetzt aber abholen – oder liefern lassen. Produkte von Kleinproduzenten können die Kunden über den Webshop (landkind.wien/shop) bestellen, auch die werden geliefert. 

"Wir machen das vor allem wegen der Grätzelliebe", sagt Stefan vom Landkind. Denn kleine (Markt)Lokale leben von ihren Grätzelgästen. "Die Community beschafft uns gerade die notwendige Auslastung", sagt Stefan.

Bestellt werden kann tagsüber, ausgeliefert wird von 12 bis 14 Uhr. Wer also noch für denselben Tag ein Mittagessen bestellen will (zum Abholen oder Liefern), der muss sich bis 11 Uhr im Landkind melden. 

Geliefert wird kontaktlos.