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Chronik Wien
02/15/2021

WEGA-Superhelden überraschen kranke Kinder im Spital

Spiderman und Co. kletterten von der Fassade des St. Anna Kinderspitals.

von Konstantin Auer

Die jungen Patienten und das Personal des St. Anna Kinderspitals versammelten sich am Montagvormittag hinter den Fenstern ihrer Stationen: Ein ganz besonderer Besuch stand an. Batman, Superman, Spiderman, Thor, Flash und Batwoman seilten sich vor den Augen der Kinder vom Dach des Krankenhauses ab. 

Spiderman schlug Purzelbäume in der Luft, Thor posierte mit seinem Hammer. Die Helden winkten den Kindern durch die Fenster zu und sorgten so am internationalen Kinderkrebstag für etwas Abwechslung im Leben der teils schwer kranken Kinder, die in Corona-Zeiten auch nur wenig Besuch bekommen können. 

Hinter den Kostümen steckten Beamte der Sondereinheit WEGA, die zu Seiltechnikern ausgebildet wurden. Batwoman wurde von einer Polizistin aus Wien-Brigittenau dargestellt. Für die musikalische Untermalung der Aktion sorgten vier Polizeimusiker, die bekannte Melodien aus den Superhelden-Filmen nachspielten. 

Rund 80 junge Patienten sind derzeit in dem Kinderkrankenhaus in Wien-Alsergrund untergebracht. Manche von ihnen kamen sogar mit ihren Infusionsvorrichtungen auf die Straße, um ihre Helden zu treffen. Diese hatten natürlich auch Geschenke dabei: Polizeiteddybären, Polizeiautos zum Zusammenbauen, Stifte und Pickerl sollen den Alltag im Spital erträglicher machen.

Batwoman

Thor

Spiderman beim Kopfstand

Batman

Batwoman

Nach Besuchen im AKH und im Krankenhaus-Nord war es heuer im St. Anna Kinderspital bereits der dritte derartige Einsatz der Seiltechniker der WEGA: "Im Vordergrund steht, dass wir den Kindern eine Freude machen wollen. Aber die Überlegung war auch, dass wir zeigen wollen, dass wir ein soziales Gewissen und Mitgefühl haben", sagt Ernst Albrecht, Kommandant der WEGA. 

Nach der neunmonatigen Grundausbildung mussten die 40 Seiltechniker der WEGA einen Aufnahmetest und eine spezielle Ausbildung ablegen. "Bei der Aktion in den Krankenhäusern wollen sie dann alle mitmachen", sagt Albrecht. Denn das sei der eigentliche Grund, warum man Polizist wird: Man will anderen helfen. "Natürlich hilft man auch beim Einsatz bei einem Terroranschlag, aber bei den Kindern im Spital ist das viel unmittelbarer", sagt Albrecht. 

Sonst holen die Seiltechniker der WEGA etwa Transparente von Demonstranten von Gebäuden oder Brücken, bergen Personen in Notlagen oder stürmen Wohnungen, wenn über die Türe der Zugang nicht möglich ist.

Internationaler Kinderkrebstag

"Für die Kinder war das eine willkommene Abwechslung", ist sich auch Barbara Hahn, die Pflegeleiterin des Kinderspitals, sicher. Die Besuchszeiten seien derzeit wegen Corona sehr eingeschränkt, viele Kinder würden etwa an Krebs oder Lungenentzündungen leiden - da tue es gut, wenn man an etwas anderes denken kann. 

Anlässlich des internationalen Kinderkrebstages will Hahn außerdem darauf aufmerksam machen, dass sich Eltern nicht scheuen sollen, mit ihren Kindern zur Kontrolle zum Arzt oder in ein Krankenhaus zu gehen, wenn Krankheitszeichen auftreten.

Trotz ihres Aufenthalts im Krankenhaus lachen die Kinder beim Anblick der Superhelden. Manche von ihnen haben sich sogar selbst verkleidet - ebenfalls als Spiderman oder als heldenhafte Ritter. "Diese Stärke brauchen auch unsere kleinen Heldinnen und Helden bei ihrem Kampf gegen den Krebs", sagt Barbara Hahn.

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